10 Fakten zum E-Bike

10 fakten zum e bike
E-Bike im Test
Foto: Thinkstock
Inhalt
  1. Was ist ein E-Bike?
  2. Der Vormarsch der E-Bikes
  3. E-Bike-Test auf Mallorca
  4. Die neuen E-Bikes
  5. Für wen ist ein E-Bike geeignet?
  6. Mein Fazit zum E-Bike
  7. Alle Fakten im Überblick

SHAPE-Test: E-Bike

Rentner-Rad oder cooles Teil? In den Städten kurven immer mehr Elektro-Räder herum. Doch für wen ist ein E-Bike der ideale Gefährte und wer kann getrost auf den Antrieb verzichten? Wir haben zwei E-Bikes getestet und wägen ab.

Wo könnte man im Februar besser Radfahren als auf Mallorca? Gemeinsam mit Fahrradhersteller Derby Cycle durfte ich das kalte Deutschland hinter mir lassen und mich auf der spanischen Insel in den Sattel setzen. Und zwar auf ein E-Bike ! Werde ich Fan des Elektro-Rads oder kann ich auch gut und gerne auf den Antrieb verzichten? Das erfahren Sie hier.

Was ist ein E-Bike?

E-Bikes verfügen über einen Motor am Vorder- oder Hinterrad oder am Tretlager. Dieser versorgt den Fahrer beim Treten mit einem Extra-Schub. Die meisten E-Bikes unterstützen bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Darüber hinaus ist der Fahrer wieder auf seine eigene Kraft angewiesen. Ganz von allein fahren E-Bikes nicht. Das können so genannte Speed Pedelecs, die auch ohne Treten rund 10 bis 15 km/h schnell fahren können und das Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h unterstützen. Diese müssen in Deutschland allerdings mit Plakette und Außenspiegel ausgestattet sein und versichert werden.

Der Vormarsch der E-Bikes

Von knapp vier Millionen in Deutschland verkauften Rädern waren im Jahr 2013 rund zehn Prozent E-Bikes, so die Statistik des Zweirad-Industrie-Verbands. Was als bequemes Fortbewegungsmittel für die Generation 60+ eingeführt wurde, durchzieht mittlerweile fast alle Altersklassen. Rund 45 Prozent der E-Bike-Fahrer sind zwischen 35 und 50 Jahren, 15 Prozent sind 18 bis 35 Jahre alt, berichtete die Plattform Velobiz.de 2012. Schließlich gibt es nicht mehr nur das klassische Tiefeinsteiger-Modell für die City, sondern auch flotte Speed-Modelle und E-Mountainbikes.

E-Bike-Test auf Mallorca

Auf der spanischen Insel teste ich die beiden Modelle „Impulse 2.0“ und „Impulse 2.0 Off-Road“ von Kalkhoff. Ersteres stellt mit einem tiefen Einstieg, einer Rücktrittbremse, acht Gängen und einem bequemen Sattel ein komfortables, klassisches Stadtrad dar. Letzteres ist ein elektrisches Mountainbike mit Federung und „Climb Assistant“, der für einen gleichmäßigen, ruckelfreien Antrieb sorgt, auch wenn der Pedaldruck im holprigen Gelände mal nachlässt.

Beide Räder sind mit einem Mittelmotor im Tretlager ausgestattet, der bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt – und zwar in den drei Stufen „Eco“, „Speed“ und „Power“, die mit einem simplen Plus- und Minus-Druckknopf am Lenkrad eingestellt werden können. Klar, dass ich direkt im Power-Modus starte – wenn schon, denn schon!

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SHAPE-Redakteurin Anika auf dem E-Mountainbike

Unsere Teststrecke führt uns von der Süd-Ost-Küste der Insel auf schmalen, unbefahrenen Landstraßen zwischen niedrigen Steinmauern hindurch. Zu beiden Seiten ziehen kleine Felder an uns vorbei, auf denen Schafe und Esel grasen und riesige Orangen an den Bäumen hängen. Kleine Hügel und längere Anstiege sind kein Problem. Das Rad fährt zwar nicht von allein, ich habe aber immer das angenehme Gefühl, dass ich leicht angeschoben werde. Geschwindigkeiten von 15 bis 25 km/h sind schnell erreicht und gut durchzuhalten. Tatsächlich kommen mir nach kürzester Zeit selbst 25 km/h viel zu langsam vor. Wer einmal Blut geleckt hat …

Unterwegs kann ich mir kaum vorstellen, wie es wäre, jetzt mit einem Rad ohne Unterstützung unterwegs zu sein. Schalte ich den Motor komplett aus, habe ich das Gefühl, jemand würde mein Bike nach hinten ziehen. Allerdings ist das Elektro-Rad mit rund 23 Kilo auch deutlich schwerer als ein gewöhnliches Fahrrad. Wer vorhat, sich ein E-Bike zu kaufen und es häufiger als normales Rad zu verwenden, sollte das bedenken.

Die neuen E-Bikes

Mit der neuen E-Bike-Generation von Kalkhoff wurden auch ein paar anfängliche Mängel behoben. Die Shift-Sensor-Technologie sorgt bei den „Impulse-2.0“-Modellen für ein angenehmes Schalten ohne Klackern und Ruckeln. Wird der Gang gewechselt, setzt der Motor für einen Moment aus. So kann der Gang geschmeidig, leise und materialschonend eingelegt werden.

Die Räder sehen mit ihrer unübersehbaren Batterie-Box am Rahmen zwar immer noch nach bulligem Elektro-Rad aus. Besonders die Mountainbike-Modelle haben aber bereits einen filigraneren, sportlicheren Look. Auch die Batterie ist mittlerweile ganz schön leistungsstark. Nach 30 Kilometern haben wir erst rund 15 Prozent verbraucht.

Für wen ist ein E-Bike geeignet?

In einer Gruppe voller E-Biker ist der Fahrspaß enorm. Steigungen sind kein Problem. Wir genießen die Fahrt ohne keuchen, strampeln oder gar schieben zu müssen. Wer im Freundeskreis allerdings der Einzige mit einem E-Bike ist, wird es wahrscheinlich nicht so leicht haben. Abgesehen von abfälligen Bemerkungen („Du schummelst ja!“) kann das E-Bike in einer „normalen“ Gruppe nur selten ausgereizt werden – es sei denn, man setzt sich an die einsame Spitze der Gruppe … und erntet noch mehr als Hohn verpackten Neid.

Hardcore-Sportler, die sich beim Radfahren ordentlich auspowern wollen, werden von einem E-Bike wohl kaum in Versuchung geführt. Denn auf unseren 30 Testkilometern kommen wir absolut nicht ins Schwitzen und hätten danach noch viel weiter fahren können. Das E-Bike soll auch nicht unbedingt das Rennrad ersetzen, sondern eher das Auto und die Bahn.

Wer die Strecke zur Arbeit mit einem gewöhnlichen Rad nicht schafft, weil er dafür zwei Stunden früher aufstehen müsste oder total verschwitzt im Büro ankäme, kann mit einem E-Bike trotzdem den Fahrspaß und die Bewegung an der frischen Luft genießen und muss nicht zwangsläufig die Bahn nehmen. Oder: Wer lange Touren plant, die Alpen überqueren oder ein ganzes Land auf dem Rad bereisen möchte, dafür aber nicht die nötige Kondition hat, muss dank E-Bike auf dieses Erlebnis nicht verzichten.

Mein Fazit zum E-Bike

Wie mir die Experten von Derby Cycle bereits vor der Testfahrt prophezeit haben: einmal E-Bike, immer E-Bike. Wer einmal im E-Bike-Sattel saß, kehrt nur ungern zurück zum Normalo-Rad. Anschaffen würde ich mir ein E-Bike zwischen 2.000 („Impulse 2.0“) und 3.700 Euro („Impulse 2.0 Off-Road“) allerdings eher für außergewöhnliche und extrem lange Ausflüge (ein Mal über die Alpen, ein Mal quer durch Ungarn) und nicht unbedingt für die Stadtrundfahrt oder den Wochenendtrip. Denn den schaffe ich (noch) mit einem Rad ohne Motor. Und ein bisschen anstrengend darf die Fahrt ja auch sein.

Alle Fakten im Überblick

  1. • E-Bikes unterstützen den Fahrer beim Treten, fahren aber nicht von selbst.

  2. • Die Unterstützung des Motors lässt sich stufenweise regulieren und auch komplett abschalten.

  3. • Mittlerweile gibt es nicht nur E-Bikes für die Stadt, sondern auch E-Mountainbikes fürs Gelände.

  4. • Zehn Prozent aller in Deutschland verkauften Räder waren 2013 E-Bikes.

  5. • 60 Prozent der E-Bike-Fahrer waren 2012 unter 50 Jahren.

  6. • E-Bikes eignen sich optimal für Pendler, die dadurch auf das Auto oder die Bahn verzichten können.

  7. • Die Reichweite eines E-Bikes hängt unter anderem vom Gewicht des Fahrers, der Beschaffenheit des Geländes und von der Außentemperatur ab. Das E-Bike „Focus Jarifa“ von Kalkhoff hat beispielsweise eine Reichweite von bis zu 205 Kilometern.

  8. • Ein E-Bike wiegt etwa 23 Kilo.

  9. • Motor und Akku wiegen bis zu fünf Kilo.

  10. • Ein E-Bike von Kalkhoff kostet um 2.000 bis 3.700 Euro.

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