10 Jahre länger leben mit Radfahren

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Gesund & fit

Okay, dass Radeln gesund ist, wissen wir. Dafür muss man aber bestimmt ordentlich in die Pedale treten, damit es was bringt, oder? "Irrtum", sagt Prof. Martin Halle - und macht uns Mut: "Schon ein kleines, regelmäßiges Pensum reicht. Und es kann das Leben deutlich verlängern." Sein Rezept: eine Kombination aus nicht rauchen, viel Gemüse und Obst , wenig Alkohol und nicht nur gelegentlicher Ausdauersport. "Regelmäßige Bewegung und ein erhöhter Energieverbrauch bringen verjüngende Vorgänge im Körper in Gang. Drei- bis viermal wöchentlich je 30 Minuten Radfahren verlängert das Leben in Gesundheit um etwa zehn Jahre."

Und warum ist gerade Radeln so gesund?

"Radfahren ist das optimale Herz-Kreislauf-Training", erklärt der Professor. "Weil es den Blutdruck senkt, das Herzinfarkt-Risiko verringert, dabei aber nicht zu anstrengend ist und auch noch der Psyche besonders guttut", erklärt Prof. Halle. Diese Erkenntnisse hat er nicht nur durch seine wissenschaftlichen Arbeiten und die Behandlung von Patienten gewonnen, sondern auch durch seine eigene Erfahrung als Zweirad-Fan.

"Beim Radeln pumpt das Herz zwei- bis dreimal so viel Blut durch das Gefäßsystem, und die Lunge nimmt bis zu zweimal so viel Sauerstoff auf wie in Ruhe", sagt Halle. "Auch die Durchblutung in den kleinsten Adern, die all unsere Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen, verbessert sich. Auf Dauer entstehen sogar neue Blutgefäße, und die allgemeine Ausdauer steigt", so der Sportmediziner. Auch für Cholesterin-Gefährdete lohne sich Radeln: "Das schlechte LDL-Cholesterin sinkt, das gute HDL-Cholsterin dagegen steigt - ein wichtiger Faktor gegen das Altern der Gefäße."

Und laut Prof. Halle kann man auch den Rückgang der Knochenmasse und -dichte aufhalten, der etwa ab dem 25. Lebensjahr einsetzt. Damit wird regelmäßiges Radfahren zur Vorsorge gegen Osteoporose.

Balsam für die Seele

"Zusätzlich ist Radfahren gut für die Psyche", betont der Experte: "Wer regelmäßig in die Pedale tritt, ist zufriedener und ausgeglichener, auch zum Beispiel bei Stress im Beruf. Forschungen belegen: Nach 30 bis 40 Minuten Radfahren werden die Glückshormone Endorphin und Adrenalin im Gehirn verstärkt ausgeschüttet. Das kann sogar bei depressiven Zuständen oder anderen psychischen Problemen helfen.

Es ist nie zu spät

Auch für ältere Menschen, so Prof. Martin Halle, ist der Einstieg in diesen Ausdauersport machbar. "Etwa 75 Prozent des Körpergewichts werden durch den Sattel getragen." Arme und Beine sind entsprechend milde belastet, wenn man gemütlich radelt. Wichtig sei, dass man die Koordination erst einmal vorsichtig einübt, zum Beispiel fährt man zuerst nur kurze Strecken in verkehrsberuhigten Gebieten und macht genügend Pausen. Selbstverständlich gehört ein Fahrradhelm dazu.

Tipps, wie der Einstieg zu diesem gesunden Hobby gelingt und welches Fahrrad persönlich am besten passt, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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Buchtipp

Prof. Dr. Martin Halle: "Zellen fahren gerne Fahrrad", Mosaik Verlag, 208 Seiten, 19,99 Euro

Mehr Informationen gibt´s unter "Diät und Gesund" und auf FACEBOOK .

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