10 Mythen über Sonnenschutz

10 mythen ueber sonnenschutz
Sonnenschutz
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Sonnenschutz: Mythen

Zu viel Sonne hat auch seine Schattenseiten – logo. In Sachen Sonnenschutz kursieren trotzdem immer noch zig Mythen. Höchste Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen!

1. Bräune aus dem Solarium schützt vor Sonnenbrand

Das Solarium als sichere Bank gegen Hautschäden? Vergessen Sie’s! „Solarien arbeiten überwiegend mit UV-Strahlen vom Typ A“, erklärt der Dermatologe Dr. Helger Stege aus Detmold. „Diese Strahlen bräunen die Haut zwar, fördern aber nicht deren Eigenschutzzeit“ , so der Sonnenschutz-Berater für La Roche-Posay. Letzteres passiert nur (ganz langsam) durch UVB-Strahlen im natürlichen Sonnenlicht. Es gibt zwar Sonnenbänke, die auch UVB-Licht abstrahlen, doch jede zusätzliche UV-Belastung beschleunigt die Hautalterung. Dazu kommt: „Bei regelmäßigen Solariumbesuchen steigt das Hautkrebsrisiko auf bis zu 20 Prozent“, sagt Stege.

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2. Dunklere Hauttypen müssen sich nicht eincremen

Das ist Quatsch! Zwar hat ein mediterraner Typ eine längere Eigenschutzzeit (etwa 20 bis 30 Minuten), trotzdem sollte niemand komplett auf Sonnenschutz verzichten – allein schon, weil dieser neben Sonnenbrand auch Hautkrebs vorbeugt. „Zudem sind bei dunkler Haut die ersten Anzeichen einer Verbrennung nicht so deutlich sichtbar wie bei heller“, erklärt Sonnenschutz-Experte Stege. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt der Fachmann deshalb auch dunklen Typen Produkte mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30. Übrigens: Im Gegensatz zu früher wirken Sonnenschutzprodukte heute bereits sofort nach dem Auftragen und müssen nicht mehr mindestens eine halbe Stunde einwirken.

3. An bewölkten Tagen geht das Sonnenbrand-Risiko gegen null

Klar, wenn Wolken am Himmel hängen, sind Sie nicht der prallen Sonne ausgesetzt. Bis zu 90 Prozent der Strahlung gelangt aber dennoch auf Ihre Haut. Mit anderen Worten: Die Gefahr, sich zu verbrennen, ist fast genauso groß wie bei strahlendem Sonnenschein! Im Wasser sieht die Sache übrigens ähnlich aus: „In einem Meter Tiefe lassen sich UVA-Strahlung noch zu 75 Prozent, UVB-Strahlung noch zu 50 Prozent nachweisen“, so der Experte. Im Schatten kommt immerhin noch die Hälfte der UV-Strahlung an. Setzen Sie also immer auf ausreichenden Sonnenschutz – egal, wie das Wetter wird. Und beim Baden gilt: Auch bei wasserfesten Cremes muss nach jedem Planschen eine neue (Schutz-)Schicht drauf!

4. Lichtschutzfaktor 50? So wird man doch gar nicht braun!

Denkste! Auch mit einem hohen Lichtschutzfaktor bekommt die Haut Farbe – Sie brauchen nur ein klein wenig mehr Geduld. Außerdem bräunen Sie sehr viel gleichmäßiger, weil der Körper sich nicht in einer Art Hauruckaktion gegen die UV-Strahlen wappnet (der eigentliche Sinn der Verdunklungsmaßnahme). „Darüber hinaus hält eine langsam erworbene Bräune deutlich länger“, sagt Hautarzt Stege.

Ebenfalls wichtig, um möglichst lange gebräunt zu bleiben: immer schön eincremen, etwa mit einer Bodylotion, denn das verlangsamt den natürlichen Erneuerungsprozess der Haut. Zudem sollten Sie mindestens einmal die Woche ein Peeling machen. Keine Angst, die feinen Körner rubbeln die Farbe nicht weg, sondern tragen nur die losen Hautschüppchen ab. Dadurch sieht die Bräune nicht irgendwann fleckig aus.

5. Meistens reicht eine Tagescreme mit Lichtschutz vollkommen aus

Wenn Sie nur kurz in der Sonne sind (und beispielsweise in Ihrer Mittagspause auf der Terrasse Ihres Lieblingsitalieners sitzen), ist das vollkommen korrekt. „Halten Sie sich jedoch über einen längeren Zeitraum draußen auf, reicht der integrierte Schutz definitiv nicht“, erklärt Dermatologe Stege. Sprich: Dann müssen echte Sonnenschutz-Produkte her. Wer kein Risiko eingehen will, kann diese übrigens problemlos auch das ganze Jahr über nehmen, am besten mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Besonders praktisch sind leicht getönte Sonnencremes, die Tagespflege und Make-up ersetzen.

6. Zu viel Sonnencreme führt zu Vitamin-D-Mangel

„UVB-Strahlen, die für die Bildung von Vitamin D zuständig sind, werden durch die Sonnencremes zwar abgeschwächt, die Versorgung wird aber nicht stark beeinflusst“, so der Experte. Zudem kann Vitamin D auch mit dem Essen aufgenommen werden. Top-Lieferanten sind zum Beispiel Lachs und Thunfisch.

7. Die Sonne lässt Pickel schwinden

Das stimmt nur kurzfristig! Der Fachmann erklärt: „Es ist wahr, dass die Sonne Unreinheiten austrocknet. Gleichzeitig wird die Haut aber auch verdickt. Dadurch können Poren verstopfen und neue Pickel entstehen.“ Damit Sie nicht nur ein reines Gewissen haben, gilt deshalb für alle mit kleinen Hautproblemen: Greifen Sie zu fettfreien Sonnenschutzprodukten! Ideal sind Gele, die schnell einziehen –und den Teint leicht mattieren.

8. After-Sun-Mittel sind nach jedem Sonnenbad Pflicht

Richtig ist: Sonnenstrapazierte Haut braucht am Ende des Tages genug Feuchtigkeit. „Die kann eine ganz gewöhnliche Bodylotion aber auch liefern“, sagt Stege. „After-Sun-Produkte haben allerdings den Vorteil, dass sie zusätzlich kühlen und leichte Rötungen schneller mildern.“

9. Erneutes Eincremen verlängert die Schutzzeit

Falsch! Ein LSF von 30 erhöht sich nicht auf 60, nur weil Sie zweimal schmieren. Trotzdem macht Nachcremen Sinn. Grund: „Die meisten Menschen gehen zu sparsam mit Sonnenschutz um“, sagt der Berater für La Roche-Posay. „Legen diese Leute öfter eine neue Schicht auf, kommen sie zumindest so auf die wirksame Dosis.“ Wer’s von Anfang an richtig machen will: Etwa drei Schnapsgläser voll sind ideal. Wenn Sie stark schwitzen oder ins Wasser springen, müssen Sie aber trotzdem noch mal Hand anlegen.

10. Sonnenschutz vom Vorjahr wirkt nicht mehr

Kommt drauf an! Der Experte: „Haben Sie die Creme an einem kühlen Ort oder, noch besser, im Kühlschrank gelagert, ist sie wahrscheinlich noch in Ordnung – voraus-gesetzt, sie lag in Ihrem Urlaub nicht ständig in der prallen Sonne.“ Dennoch sollten Sie vorab einmal kräftig auf die Tube drücken. Kommt erst eine wässrige Flüssigkeit raus und danach wird’s richtig dick? Dann sollten Sie lieber die Finger davon lassen. Ist das Haltbarkeitsdatum überschritten (siehe Kasten oben), gehört sie definitiv in den (Müll-)Eimer ...

Der Creme-Code

Bitte wenden! Was gute Sonnenschutz-Produkte auszeichnet.

- Wasserfest (engl. „Waterresistant“): Auch für Vielschwitzer empfehlenswert!

- Lichtschutzfaktor/LSF >30 (englisch „SPF“): Kleinere Werte sind fast immer zu unsicher

- Parfümfrei (englisch „Fragrance Free“): Ohne Duftstoffe wird die Haut weniger belastet

- UVA/UVB-Schutz: Achten Sie darauf, dass exlizit auf einen UVA-Schutz hingewiesen wird.

- Haltbarkeit: Die Ziffer im Tiegel-Symbol zeigt, wie viele Monate die Creme nach dem Öffnen haltbar ist (siehe auch Mythos 10)

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