11 Dinge, die ich gerne in meinen Zwanzigern gewusst hätte

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Reisen, Lesen, Zeit wertschätzen: Die 20er sind die beste Zeit dafür
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Diese elf Tipps sind gold wert

Während man als Teenie nicht schnell genug erwachsen werden kann, vergehen die 20er wie im Flug. Erst ab dem 30. Geburtstag wird einem klar, wie man dieses schöne Jahrzehnt hätte besser nutzen können.

1. Reisen

Woher will man wissen, wohin man im Leben möchte, wenn man nie über den Tellerrand geschaut hat? Reisen besteht nicht nur aus All-inclusive-Pauschalreisen. Reisen kann man erleben, indem man mit wenig Gepäck an die entlegensten Orte der Welt reist: Mit dem Rucksack durch Asien, dem Jeep auf Safari, der besten Freundin um die Welt.

Verschiedene Kulturen entdecken, ihre Lebensart kennen lernen, sich durch die wilde Natur schlagen - auf diesen Reisen findet man zu sich selbst, sieht, wie man sich in Extremsituationen verhält und zu was man imstande ist, wo die eigenen Grenzen liegen. Man wächst an den Reisen ins Ungewisse.

2. Erschaffen

Nach der Schule, dem Studium oder der Ausbildung, freuen sich die meisten auf den ersten richtigen Job. Das erste gut wirkende Angebot wird ergriffen. Viele bleiben bis ins Rentenalter in ein und demselben Job stecken, ohne etwas anderes ausprobiert zu haben.

Doch je monotoner der Job ist, desto unglücklicher werden die Mitarbeiter - vor allem, wenn sie sich auch in ihrer Freizeit keinen kreativen Ausgleich schaffen. Je jünger man ist, desto leichter fällt ein spontaner Jobwechsel. Für ein kreatives Hobby, bei dem man etwas erschafft, ist es hingegen (fast) nie zu spät. Wie wäre es mit Schnitzen, Malen oder Singen?

3. Lesen

Lesen bildet. Je belesener man ist, desto einfacher fällt es einem, die große globalisierte Welt zu verstehen, ihre Zusammenhänge und Widersprüche zu erkennen. Mit der Zeit lernt man nicht nur Bücher, Zeitschriften und Nachrichten besser zu verstehen, sondern auch Menschen. Man lernt Menschen zu lesen. Je früher, desto leichter fällt das Zusammenleben in Gemeinschaften.

4. Menschen

Jeder Mensch, der in dein Leben tritt, verändert es - zum Guten oder zum Schlechten. Die einen werden dir behilflich sein, dir zur Seite stehen, dich unterstützen, so sehr sie können. Die anderen werden versuchen, dir den Weg zu versperren, dir Hürden zu stellen, dich zur Weißglut zu treiben.

Im Leben geht es nicht darum, von zahlreichen Freunden umringt zu werden, wie es in der Schulzeit angestrebt wird. Im Leben geht es darum, herauszufinden, welcher Mensch dein Leben bereichert, wessen Leben man selbst bereichern kann. Bei Freunden kommt es nicht auf die Quantität an, sondern die Qualität. Lerne, sie zu erkennen.

5. Vertrauen

Es ist schwer Menschen zu vertrauen, wenn man irgendwann in der Vergangenheit belogen oder betrogen wurde. In Wahrheit, sollte man sich nicht von der Vergangenheit zu grundsätzlichem Misstrauen verleiten lassen. Vertrau den Menschen! Vertrau auch Fremden so lange, bis sie dir einen konkreten Grund zum Misstrauen geben, bis sie dich tatsächlich enttäuschen oder dein Vertrauen missbrauchen.

Gib jedem die Chance, auf deiner Vertrauens-Skala bei Null zu beginnen. Lass andere dafür nicht büßen, dass du Jahren mal verletzt wurdest. Lass die Vergangenheit ruhen und vertraue den Menschen, die dir im leben begegnen. Mit der Zeit wird du schnell herausfinden, wer vertrauenswürdig ist und wer nicht (s. Punkt 3).

6. Zeit

Die Zeit vergeht, ohne dass du sie anhalten oder beschleunigen könntest. Wir haben keinen Einfluss, keine Macht auf die begrenzte Zeit, die uns zum leben bleibt. Wir sollten uns gut überlegen, was wir mit unserer Zeit anfangen, wie wir sie nutzen, wir sie füllen. Dabei sollten wir nicht nur unsere eigene Lebenszeit wertschätzen, sondern auch die von unseren Mitmenschen.

Dazu gehört Pünktlichkeit. Lässt du andere auf dich warten, vermittelst du ihnen den Eindruck, dass ihre Zeit nichts wert ist. Du verfügst nicht über ihre Zeit, genauso wenig solltest du andere über deine Zeit verfügen lassen. Nutze jeden Augenblick, geniess die Sonnenstrahlen, die dein Gesicht wärmen, den Augenblick, wenn du jemanden liebevoll ansiehst, den Moment, wenn du morgens oder abends im Bett liegst und einfach nur bist.

7. Scheitern

Scheitern gehört zum Leben dazu. Versuch so oft es geht zu scheitern: Gescheiterte Beziehung? Passiert. Gefeuerter Job? Passiert. Misslungener Streit? Passiert. Das alle sind Dinge, die jedem von uns passiert sind, früher oder später passieren werden. Es bringt nichts, perfekt und fehlerfrei sein zu wollen - weil wir es nicht sind. Zur Natur des Menschen gehört das Scheitern - also tu es! Die einzige Bedingung: Lerne daraus.

Denk über jedes Scheitern nach, versuch zu verstehen, warum du gescheitert bist, was der Fehler war, was du selbst falsch gemacht hast und was andere falsch gemacht haben. An beinahe jedem Scheitern sind mindestens zwei Personen beteiligt - oft gleichermaßen. Du wächst an jeder negativen Erfahrung. Jedes Scheitern bringt dich einen Schritt weiter. Du wächst an jeder Herausforderung - sogar wenn du sie nicht auf Anhieb meisterst (umso besser!).

8. Geduld

Geduldig zu sein fällt den meisten Menschen schwer. In einer Zeit, in der alles immer schnell gehen muss, glauben wir, dass es auch in unserem Leben immer schnell zugehen muss. Das stimmt nicht. Wenn etwas es wert ist, erledigt zu werden, ist es gleichermaßen wert, es in Ruhe zu machen. Alles, was wertvoll ist, braucht seine Zeit: Sei es die entstehende Liebe, der grandiose Roman, die erfolgreiche Karriere.

Wenn du glaubst, von der Welt überrannt, berholt zu werden, dann bleib erst recht stehen. Atme tief durch und besinn dich auf das, was dir wichtig ist. Was ist wichtiger: Auf der Stelle zum Supermarkt zu rennen oder noch zwei Minuten ruhig mit deinem Liebsten zu kuscheln? Schnell in die Arbeit zu düsen, oder dein Kind eine Minute länger gedrückt zu haben? Lerne, ruhig zu bleiben und eine Sache nach der anderen zu erledigen. Am Ende wird alles gut.

9. Geld

Geld ermöglicht uns zu (über)leben. Es sollte aber nicht unser Lebensmittelpunkt werden. Wenn wir im Lotto gewinnen - okay. Sollten wir dagegen für jeden Cent hart arbeiten, bietet es sich nicht an, gierig zu werden. Wir leben nicht, umzu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben. Das ist ein großer Unterschied. Wer zu viel arbeitet, vernachlässigt seine Freunde, Familie, sich selbst. Ihm fehlt Zeit zum reisen (Punkt 1), Lesen (Punkt 3), für Familie und Freunde (Punkt 4), für Selbstverwirklichung (Punkt 2).

Geld sollte nie der Zweck sein, sondern nur ein Mittel zum Zweck bleiben. Wenn du 10 Minuten zu spät zur Arbeit kommst, weil dein Kind die ersten Schritte macht, wird dir niemand die Hölle heiß machen. Wenn du allerdings die ersten Schritte deines Kindes verpasst, weil du pünktlich bei der Arbeit sein willst, wirst du es auf ewig bereuen.

10. Prioritäten

Was ist dir wichtiger im Leben: Familie oder Karriere (s. Punkt 9)? Action oder Entspannung? Geld oder Liebe? Egal, wie du dich entscheidest: Entscheide aufgrund deines eigenen, inneren Antriebs. Wobei fühlst du dich am wohlsten? Was würdest du mehr bereuen: Etwas zu tun oder etwas nicht getan zu haben?

Jeder Jeck ist anders - und jede persönliche Entscheidung hat seine Berechtigung (so lange sie andere nicht behindert). Wer seine Prioritäten kennt, kann sein Leben nach seinen Wünschen gestalten.

11. Gewohnheiten

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es fällt uns schwer mit Gewohnheiten zu brechen, die wir uns jahrelang einverleibt haben. Allerdings ist es möglich, sich mit mehr oder weniger Disziplin neue Gewohnheiten anzueignen. Du warst nie sportlich, bist mit dieser Eigenschaft von dir aber nicht zufrieden? Dann beginne mit einem täglichen Spaziergang.

Wer 100 Tage jeden Tag eine bestimmte Sache tut, verinnerlicht sie so sehr, dass sie spätestens am 101. Tag zur Gewohnheit wird. Du willst hilfsbereiter werden? Dann tu jeden Tag eine kleine gute Sache. Gewohnheiten formen deinen Charakter. Jeder hat Charaktereigenschaften, die einem selbst nicht gefallen. Du allein kannst etwas dagegen tun. Du musst es nur wollen - mindestens 100 Tage lang.

(ww7)

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