23-Jährige erzählt: Ich wurde gestillt, bis ich 5 Jahre alt war

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Zoë Ligon wurde gestillt, bis sie 5 war. Und sie spricht darüber.
Foto: Instagram/PippaVacker

Stillen bis zur Schule: So erinnert sich ein Kind an diese Zeit

Es ist peinlich, beschämend, irgendwie unangenehm: Menschen, die länger gestillt wurden als "normal", haben oft Erinnerungen daran. Doch sie reden nicht darüber. Aus Scham und aus Angst vor Ausgrenzung. Zoë Ligon schämt sich nicht!

Zoë Ligon Bloggerin aus den USA wurde gestillt, bis sie 5 war. Und sie kann sich an alles erinnern. Sie ist einer der wenigen Menschen, der über die Erfahrung so lange gestillt zu werden erzählt. Auf dem Internetportal Refinery29.com spricht sie über ihre Erinnerungen.

"Ich kann mich genau an diesen Sommertag in Silver Spring erinnern, als ich mit meiner Mutter in unserem alten Honda fuhr. Ich muss hungrig gewesen sein, weil meine Mutter abbog und einen ruhigen Platz auf einem Parkpaltz fand um mich zu stillen. Ich kann mich daran erinnern, dass ich von hinten auf ihren Schoß geklettert bin. Sie stellte ihren Sitz etwas zurück um mir Platz zu machen (ich war damals 4 Jahre alt). Dann stillte sie mich."

Sechs Monate ist "normal"

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt rund sechs Monate zu stillen. Diese sechs Monate "Erstversorgung" sind wichtig für die Entwicklung des Babys. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, in denen eine Mutter nicht stillen kann. Auch das ist heute kein Problem mehr, dennoch: Rund 35 Prozent aller Frauen in der EU stillt länger.

Zoë erzählt, dass ihre Mutter der La Leche League angehörte. Einer Organisation, die sich für das Langzeitstillen einsetzt. Ihre Mutter nimmt sie und ihren älteren Bruder mit zu Treffen der La Leche League. Zoë weiß heute, dass diese Treffen ihre Mutter dabei unterstützt haben auch gegen Widerstände so lange zu stillen, wie sie es für richtig hält. "Meine Mutter sagte mir eines Tages: Ich war so leidenschaftlich, was das stillen anging, dass ich es komisch fand, wenn andere sich unwohl fühlten, wenn ich in ihrer Gegenwart stillte."

"Als ich zwei war, war Stillen nicht mehr wichtig als Nahrungsquelle - ich konnte ja schließlich richtige Nahrung essen. Als ich vier war, stillte mich meine Mutter nur noch vor dem Schlafengehen, damit ich müde wurde."

Das Ende des Stillens

Für Zoë kam das Ende des Stillens ganz plötzlich. Auch ihre Mutter hatte es so nicht geplant. "Eines Abends schlief ich schon auf der Toilette ein, weil cih so müde war. Am nächsten Morgen sagte meine Mutter mir, dass ich jetzt ohne Stillen einschlafen könnte und es deshalb nicht mehr bräuchte." Alles, was Zoë denken konnte, war: "Wäre ich bloß nicht eingeschlafen."

Zoës Mutter machte sogar eine "Abstill-Party" für sie mit zwei ihrer besten Freundinnen. So überwanden Mutter und Tochter das Ende der Stillzeit zusammen. "Viele Menschen denken, dass es ein Nachteil für das Kind ist so lange gestillt zu werden. Ich denke das nicht. Für meine Mutter und mich war es genau die richtige Entscheidung."

Zoë denkt voller Liebe an die Zeit, in der sie gestillt wurde zurück.

"Ich habe niemals gedacht, dass meine Mutter eine Perverse ist. Es erfüllt mich mit Stolz, dass meine Mutter den Mut hatte, mich zu stillen, bis ich selbst soweit war, dass ich es nicht mehr wollte."

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