30 Jahre Forschung decken auf: Freispruch für das Cholesterin

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Nur mit Cholesterin kann der Körper Vitamine verwerten
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Wohlfühl-Welt

Nach vielen Untersuchungen stellt der Mediziner Professor Walter Hartenbach jetzt fest: Cholesterin ist gar nicht böse. Und es gefährdet die Adern und das Herz nur minimal.

Haben Sie einen Cholesterin-Wert über 200? "Machen Sie sich keine Sorgen", sagt Professor Walter Hartenbach. Der Münchner Herz- und Gefäßchirurg forschte über 30 Jahre lang zu Ernährungs- und Gefäß-Erkrankungen: "Bei über 1000 operierten Patienten mit Gefäßkrankheiten fand ich keinen Hinweis, dass Cholesterin die Schlagadern verkalken lässt und so das Risiko für Herzinfarkt steigert." Im Durchschnitt haben Erwachsene weltweit sogar 250 mg/dl (Milligramm pro zehntel Liter) Cholesterin im Blut. Mit dem empfohlenen Höchstwert von 200 "wird fast die gesamte erwachsene Bevölkerung für krank erklärt", so Hartenbach in seinem Buch "Die Cholesterin-Lüge" (Verlag Herbig, 184 S., 14,90 Euro).

"Aber es macht nicht krank. Der Körper braucht es sogar unbedingt."

Namhafte Medizinforscher wie der Internist Professor Hans-Jürgen Holtmeier von der Uni Freiburg unterstützen seinen Freispruch für das Cholesterin. Holtmeier: "Gesunde Menschen sollten einen Cholesterin-Spiegel unter 300 gar nicht beachten." Und der bekannte Lebensmittelchemiker Udo Pollmer sagt wie Hartenbach: "Es gibt kein böses Cholesterin."

Was ist Cholesterin?

Die Substanz, über die so viel diskutiert wird, besteht aus Kohlenstoffen. Cholesterin ist kein Fett oder Blutfett, wie oft angenommen wird. Es ist auch kein giftiger Fremdstoff. 80 Prozent davon stellt die Leber selbst her. Nur der Rest kommt über die Nahrung in den Körper. Cholesterin ist ein Baustein für alle Zellen im Körper und lebenswichtig für den Stoffwechsel. Professor Hartenbach: "Durch Ernährung kann man den Cholesterin-Spiegel im Blut maximal um fünf Prozent verändern." Die Leber reguliert den Spiegel, indem sie die Cholesterin-Produktion nach Bedarf steigert oder senkt.

Warum ist es angeblich so gefährlich?

In den 50er-Jahren sorgte der US-Ernährungsforscher Ancel Keys für Aufregung. Seine Behauptung: Vor allem eine Ernährung mit viel Cholesterin führt zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und erhöht die Herzinfarkt-Gefahr. Bei Arteriosklerose bilden sich in den Adern Ablagerungen (Plaques). Sie verengen die Gefäße. Aber dass Cholesterin die Plaques verursacht, ist wissenschaftlich immer mehr umstritten. Professor Hartenbach: "In den Plaques steckt maximal ein Prozent Cholesterin."

Wie schütze ich mein Herz?

Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, hoher Blutzucker und verklumpte Blutplättchen gelten heute als große Risiken. All diese Faktoren können die Adern von innen schädigen.

Richtig essen: Zur Vorbeugung gegen Übergewicht und Diabetes und für einen optimalen Stoffwechsel sind täglich viele Vitamine und Mineralien nötig. Prof. Hartenbach empfiehlt:

  • mageres Fleisch: enthält viel Vitamin A, B, B 3 und die Mineralien Kalium, Natrium, Phosphor, Magnesium und Eisen.

  • Fisch: liefert viel Vitamin A, B, E und Kalium, Natrium, Phosphor, Magnesium, Eisen.

  • Obst und rohes Gemüse wie Paprika: viel Vitamin A, C und das Mineral Kalium.

  • Milch und Milchprodukte wie Joghurt: besonders viel Vitamin A plus Kalzium.

  • Eier: besonders hochwertiges Eiweiß, Vitamin A und Phosphor.

Professor Hartenbachs Grundregeln zu einer ausgewogenen Ernährung:

  • täglich etwas Fleisch oder Fisch

  • mindestens dreimal täglich Obst oder Obstsäfte - am besten aber beides

  • zweimal täglich Milch und Milchprodukte.

Viel Bewegung: Internationale Studien zeigen eindeutig, dass ausreichend Bewegung das Risiko für Arterienverkalkung und Herzinfarkt drastisch senkt, etwa weil der Blutzucker reguliert wird. Ganz wichtig dabei:

  • mehr Bewegung im Alltag: etwa die Treppe statt den Lift nehmen, täglich mindestens 30 Minuten spazieren gehen.

  • Ausdauersport: Das Arteriosklerose-Risiko sinkt weiter, wenn man mindestens dreimal pro Woche je etwa 30 Minuten leichtes Ausdauer-Training macht. Gut sind Radfahren, Wandern, Walken, Nordic Walking, Joggen, Stepper-Training oder Schwimmen.

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