50 Shades of Grey: Der Film zerstört die Magie

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Jamie Dornan und Dakota Johnson spielen in der Verfilmung von 50 Shades of Grey das Liebespaar Christian Grey und Anastasia Steele. Leider funkt es zwischen den beiden nicht.
Foto: Universal Pictures

Film-Kritik: 50 Shades of Grey wird den Phantasien nur teilweise gerecht

Seit Donnerstag läuft der Film zur 50 Shades of Grey-Trilogie in den Kinos. Er liefert schöne Bilder - aber leider keine Funken.

+++ Achtung, Spoiler! Dieser Text verrät das Ende des Films! +++

Vielleicht sind manche Phantasien einfach nicht dazu gemacht, verfilmt zu werden. Jeder, der 50 Shades of Grey gelesen hat, wird dazu seinen ganz eigenen funkelnden Film im Kopf haben. Was schon beeindruckend ist: Die Version von Sam Taylor-Johnson schafft es in vielen Momenten, diesen Phantasien gerecht zu werden. Die Flugszenen sind wunderschön und die berüchtigten Sex-Szenen im Spielzimmer von Christian Grey sind beeindruckend. Sie sind ästhetisch gefilmt, zeigen viel, aber nicht zu viel, man kann den Schmerz und die Lust erahnen und bekommt zumindest eine Idee davon, dass es in Sachen Sex mehr geben kann als das Bett und die drei Standardstellungen. „Mehr davon!“, denkt man sich als Zuschauer manches mal. Gibt es aber leider nicht.

Zwischen Jamie und Dakota fliegen keine Funken

Drumherum gibt es stattdessen eine Liebesgeschichte zu sehen, die faszinierender nicht sein könnte, die von den Schauspielern aber nicht rübergebracht wird. Jamie Dornan spielt den Christian Grey großartig! Wer immer von seiner Wahl nicht begeistert war, wird nun hoffentlich überzeugt sein. Auch Dakota Johnson spielt die Anastasia Steele gut, konzentriert, mit sehr viel Offenheit. Doch leider passt sie einfach nicht in diese Rolle. Dass sie die Schüchterne nur spielt, merkt man ihr viel zu sehr an. Und Fakt ist leider schlicht und ergreifend auch: zwischen diesen beiden fliegen keine Funken. Nie. In keiner Szene.

Film-Szene: Christian Grey versucht, Anastasia zu überzeugen.

Die Dialoge wirken oft unangemessen

Stattdessen wirken viele Momente hölzern und oft auch lächerlich, was sicherlich vor allem an den platten Dialogen liegt. Ein Beispiel: Ana und Christian verhandeln den Dom-Vertrag in einem dunkel-rot ausgeleuchteten Raum. Endlich prickelt die Atmosphäre mal, nun könnte ein langsames Annähern kommen, ein reizendes Spiel mit den Sinnen. Stattdessen: beide sitzen sich stocksteif am Tisch gegenüber und Christian Grey sagt: „Ich möchte dich jetzt richtig hart ficken.“

Da verfliegt jedes Fünkchen Magie.

Und so ein Hauch von Magie ist das, was Shades of Grey ausmacht. Dass dieses schüchterne Mädchen diesen verkorksten Mann mit ihrer Liebe verändern kann, das ist es, was so viele Frauen auf dieser Welt begeistert. Und genau das ist in diesem Film verloren gegangen.

Aber wer weiß, vielleicht wird es im zweiten Film besser. Es steht zwar noch nicht ansatzweise fest, dass es diesen geben wird. Aber der erste Film endet derart offen, dass man es den Fans eigentlich nicht antun kann, die Fortsetzung nicht zu liefern. Im Kino waren jedenfalls Schreie der Enttäuschung zu hören, als sich Anastasia in der letzten Szene in den Fahrstuhl rettet, nachdem Christian Grey sie ausgepeitscht hat. „Komm mir nie wieder nahe“, sagt sie – und Aus. So kann das auf keinen Fall bleiben! Aber es wäre gut, wenn Dakota Johnson ersetzt werden könnte - sie hat sich mit ihrer Schauspiel-Leistung ohnehin für ganz andere Rollen empfohlen - solche, in denen sie eine starke Frau darstellen darf.

PS: Wer die Bücher nicht gelesen hat, wird allein von dem Film wahrscheinlich erst recht nicht sehr begeistert sein.

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HIER seht ihr den Auftritt von Jamie und Dakota bei der BERLINALE!

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