8 Gründe, warum Menschen die Fähigkeit zu lieben verlieren

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Wir arbeiten, daten, leben - und verlieren dabei die Fähigkeit, zu lieben.
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Das Lieben verlernen

Wieso ist es heutzutage so vermeintlich schwierig, zu lieben? Wir sind der Frage auf den Grund gegangen, welche Gründe wirklich dafür verantwortlich sind, dass manche Menschen die Fähigkeit zu lieben verlieren.

1. Ungeduld

Wir sind zu ungeduldig. Die Schnelllebigkeit des heutigen Alltags wirkt sich auch auf unser Liebesleben aus. Wir gehen davon aus, dass es in genauso hoher Geschwindigkeit funktioniert wie unser High-Speed-Internet. So läuft die Liebe aber nicht. Auch wenn es nur wenige Sekunden braucht, um uns über Skype mit einer Person auf der anderen Seite der Welt zu verbinden, benötigt es noch immer mehr als drei Dates, um sich zu verlieben. Liebe entwickelt sich. Verspüren wir nach kurzer – viel zu kurzer – Zeit nicht das Gefühl den Richtigen gefunden zu haben, lassen wir sie ungeduldig fallen – und uns die große Liebe damit vielleicht entgehen.

2. Drogen

Wir verschaffen uns künstlich Glücksgefühle. Aus Frust greifen viele Menschen zu Alkohol und anderen Drogen, die uns vermeintlich glücklich machen. Diese Kompensation stärkt nicht nur das Risiko einer Sucht, sie lässt uns auch den Wert von echter Liebe nur noch schwierig erkennen.

3. One-Night-Stands

Wir sehnen uns nach Zuneigung und Zärtlichkeit? Kein Problem, wir lassen uns einfach auf einen One-Night-Stand ein, der uns innerhalb kürzester Zeit das Gefühl gibt, begehrt zu werden und unsere Bedürfnisse stillt. Es spricht nichts dagegen, mal ein wenig Spaß zu haben. Wichtig ist, One-Night-Stands nicht als Beziehungsersatz zu sehen. Ein solches Verhalten lässt uns irgendwann abstumpfen, so dass wir die wahre Fähigkeit zu lieben, verlieren.

4. Selbstsucht

Wir sind selbstverliebt - in Zeiten von Selfies und öffentlicher Selbstdarstellung mehr denn je. Wenn wir so viel Zeit in uns selbst, unser Erscheinungsbild und unser Auftreten investieren, wie soll da Platz für eine zweite Liebe sein? Wir lernen, dass wir keinen anderen Menschen brauchen, um glücklich zu sein. Unabhängigkeit ist etwas Tolles – doch der starke Selbstfokus nimmt uns die Fähigkeit und Kraft, jemand anderen, außer uns selbst, zu lieben. Gleichzeitig gehört zur Liebe, die eigenen Bedürfnisse auch einmal in den Hintergrund zu stellen.

5. Stress

Wir sind zu beschäftigt. Das mag zunächst unnachvollziehbar klingen, doch tatsächlich bedeutet die Individualisierung auch Stress. Sie bietet uns die Möglichkeit, uns frei zu entfalten, einzigartig zu sein und unseren eigenen Weg zu gehen. Und sie setzt uns damit unter Druck, unsere Träume bestmöglich zu verwirklichen. Neben Schule, Ausbildung, Karriere und all der Selbstverwirklichung bleibt dabei wenig plötzlich wenig Zeit für die Liebe. Es ist somit nicht zu die Selbstliebe, sondern auch der zeitliche Stress, der uns heutzutage daran hindert, aufrichtig zu lieben – wir vergessen einfach, wie es geht.

6. Dates

Ein Date kann der Beginn einer wunderbaren neuen Liebe sein. Aber nicht wenn es aus reinem Gesellschaftsdruck heraus verabredet ist. Irgendwo zwischen Online-Partnervermittlungen und Tinder ist der eigentliche Sinn eines Dates verloren gegangen. Dating ist von einem romantischen Akt zu einem Hobby geworden. Wir treffen uns kaum noch mit jemandem, weil diese Person uns wirklich aufrichtig gefällt, sondern vielmehr des Datens wegen. Wir müssen und können uns nicht auf jemanden einlassen, wenn wir nicht bereit dazu sind.

7. Vergleiche

Wir haben heutzutage einfach viel zu viele Möglichkeiten. Das ist auch der Grund, wieso Ehen heutzutage schwieriger halten. Über das Internet sind wir mit der ganzen Welt verbunden – vielleicht wartet dort irgendwo jemand, der noch besser zu uns passt? Wir wollen uns nicht festlegen. Diese Einstellung nimmt uns letztendlich gänzlich die Fähigkeit, jemanden zu lieben. Denn wenn wir das tun, geben wir uns zufrieden mit dem, was wir haben und hören auf parallel weiter zu suchen.

8. Idealbilder

Kein Mensch ist perfekt, wie soll es eine Beziehung dann sein? Wir streben nach einem unrealistischen Märchen der großen Liebe, das wir höchstwahrscheinlich so nie erleben werden. Zu hohe Erwartungen können den Funken einer neuen Liebe ganz schnell erlöschen lassen.

(ww4)