LebensgefahrAbnehmpillen: So gefährlich sind Diätpillen!

Tödliches Abnehmen: Diätpillen sind schädlich
Diätpillen bieten nicht nur ein großes Abhängigkeitspotenzial, sondern verursachen auch Herzschäden, die bis zum Stillstand führen können.
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Inhalt
  1. Der Fall Peaches Geldof
  2. Gefährliche Abnehmpillen - das Amphetamin "Adderall"
  3. Gefährliche Abnehmpillen - Diät-Pulver "Ultra Cleanse Plus"
  4. Gefährliche Abnehmpillen - Hydroxy Citric Acid (HCA)
  5. Warnung vom Bundesamt für Verbraucherschutz

Es ist nicht neu, dass Frauen im Business härter kämpfen müssen als Männer. Dabei spielt das Aussehen, die Figur nach wie vor eine tragende Rolle. Und das gängige Schönheitsideal schenkt immer noch androgynen Figuren wie der von Kate Moss mehr Aufmerksamkeit als den "Rubensfrauen" - leider.

So ist es nicht verwunderlich, wenn US-Stars wie die verstorbene Peaches Geldof, Tara Reid, Tori Spelling oder Nicole Richie nach Diätpillen greifen, um schneller zum gewünschten Ziel - der Size Zero Größe zu kommen.

Doch zu welchem Preis und vor allem mit welchen Folgen?! Nicht nur, dass sie durch die Einnahme ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen bzw. vergeben. Sie sind Vorbilder für viele Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt! Deshalb haben wir uns die gefährlichen Abnehmpillen mal näher angeschaut. Wer nimmt was, was steckt in den Diätpillen und wie wirken sie wirklich - hier erfahren Sie alles Wissenswerte.

Der Fall Peaches Geldof

Der Tod der Tochter von Rock-Legende Bob Geldof gab im Jahr 2014 einige Rätsel auf. Britische Medien behaupteten, dass sie sich wochenlang nur noch von Gemüsesäften ernährt hat. Bei einer Körpergröße von 1,63 m soll die damals 25-Jährige zum Schluss nur noch 44 Kilogramm gewogen haben. Peaches muss damit im wahrsten Sinne nur noch Haut und Knochen gewesen sein.

Doch so erschreckend das klingen mag, für viele VIPs ist gerade DAS das neue Schönheitsideal. Um möglichst schnell viel abzunehmen, greifen Hollywood-Stars nicht nur zu "Säften", sondern zu gefährlichen Abnehmpillen.

Diätpillen sind gefährlich für den Körper
Häufig wird die tödliche Gefahr von Diätpillen unterschätzt
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Gefährliche Abnehmpillen - das Amphetamin "Adderall"

Auch der "American Pie"-Star Tara Reid (41) wurde vor ein paar Jahren noch für seine sexy Kurven gefeiert und wog damals um die 60 Kilogramm. Später getwitterte Urlaubsfotos zeigen: Sämtliches Körperfett, jegliche Muskulatur - alles weg. Dafür kann man jede Rippe zählen. Was hat zu diesem drastischen Gewichtsverlust geführt? Die Schauspielerin soll das verschreibungspflichtige Medikament "Adderall" einnehmen, das normalerweise zur Behandlung von ADS eingesetzt wird.

Adderall ist ein Amphetamin, das synthetisch hergestellt wird und u.a. auch Bestandteil von euphorisierenden Drogen wie z.B. Speed ist. Es stimuliert die sympathischen Teile des vegetativen Nervensystems. Doch Reid hat es vor allem auf den Appetits- und Gewichtsverlust abgesehen, der bei Einnahme als Nebeneffekt eintreten kann. Weitere Nebenwirkungen von Adderall sind weniger "erfreulich": Kopfschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, Übelkeit, Nervosität, Magenschmerzen, Schlafprobleme, Erbrechen, Schwindel und Schwächeanfälle gehören ebenfalls dazu. Bei längerer Einnahme können auftreten: Sehstörungen, Schwellungen im Mund, Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht, Fieber und Schüttelfrost, Wahnvorstellungen, Depressionen, Taubheit in Armen und Beinen, Blasen auf der Haut, unkontrollierte Muskelbewegungen. Auf Dauer verursacht Adderall Nierenschäden, Psychosen und macht süchtig.

In Abnehmpillen sind illegale Substanzen enthalten
In Abnehmpillen sind illegale Substanzen enthalten, wie Untersuchungen zeigen
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Gefährliche Abnehmpillen - Diät-Pulver "Ultra Cleanse Plus"

Diät-Pulver, mag manch einer behaupten, sei, "richtig" angewendet, harmlos. Mit dieser Behauptung sollte jedoch vorsichtig umgegangen werden, denn wichtig ist vor allem WER es anwendet. Ein Nutzer, der gesund ist und sich ausgewogen ernährt, der kann dieses proteinreiche Pulver zeitbegrenzt verwenden, um eine Mahlzeit am Tag auszusetzen und somit Kalorien zu sparen. Im Zusammenspiel mit Bewegung und Herz-Kreislauf-Training kann so ein gesunder Gewichtsverlust erzielt werden.

Anders bei gesundheitlich vorbelasteten Nutzern, wie z.B. der zweifachen Mutter Nicole Richie (35). Sie hat im schlimmsten Stadium ihrer Magersucht 2006 bei einer Körpergröße von 1,55 m gerade mal 36 Kilogramm auf die Waage gebracht - Mangelernährung inklusive Nährstoffmangel ist bei der drohenden Lebensgefahr schon fast Nebensache -2014 war ist die Designerin mit 42 Kilogramm ihrem alten Gewichtstief erneut bedrohlich nahe. Schuld daran soll die Einnahme von dem Diät-Pulver "Ultra Cleanse Plus" von Hollywoodstar-Nutrionist David Allen gewesen sein - denn das Mittel sättigt so sehr, dass Richie keinen Appetit mehr verspürt hat.

Schlimm genug, doch noch viel tragischer ist die Tatsache, dass sich erneut aufgrund der Mangelernährung auch ein Verlust an wichtigen Nährstoffen einstellt und der Stoffwechsel schnell überfordert ist. Organe werden unterversorgt, Herz-Kreislauf-Probleme sind die Folge, die bis zum Kollaps führen können.

 

Gefährliche Abnehmpillen - Hydroxy Citric Acid (HCA)

Auch bei Tori Spelling (43) und ihren streichholzdünnen Ärmchen läuten bei uns die Alarmglocken. Der emotionale Stress zerrte lange an ihren Nerven und spiegelte sich auch auf der Waage wieder. Doch "nur" der emotionale Stress als einzige Ursache für den Gewichtsverlust ist unglaubwürdig. Insider wollen wissen, dass Spelling HCA-basierte Fatburner zu sich nimmt. Die Tabletten sind mit Zitronensäure versetzt, unterdrücken das Hungergefühl und sollen so die Fettverbrennung beschleunigen.

Doch vor allem übersäuern sie den Magen und die Magenschleimhaut wird angegriffen. So kann ein dauerhafter Nährstoffmangel entstehen, das Immun- und Herz-Kreislaufsystem wird geschwächt. Kommt Stress obendrauf sind Krankheiten vorprogrammiert. Kein positives Wirkungsumfeld für die angeschlagene Schauspielerin.

Warnung vom Bundesamt für Verbraucherschutz

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt davor, sich an den Hollywood-Stars ein Beispiel zu nehmen: "Im schlimmsten Fall können Schlankheitsmittel sogar tödliche Folgen haben", heißt es vom BVL. Dabei ist es egal, ob die "Wundermittel" als Pillen, Kaseln oder Pulver eingenommen werden. Gefährlich sind schließlich die Inhaltsstoffe.

Woraus bestehen Diät-Pillen?

Laut dem BVL nutzen viele Hersteller gängige Nahrungsergänzungsmittel und fügen ihnen - meist illegale - Substanzen hinzu, die den gewünschten Effekt beim Konsumenten erzielen sollen. Die ergänzten Substanzen - etwa Sibutramin, 2,4-Dinitrophenol und Synephrin - werden in den meisten Fällen nicht auf der Verpackung deklariert. Diese Substanzen werden häufig hoch dosiert hinzugefügt, sodass inzwischen mehrere Todesfälle nach Einnahme der Mittel registriert wurden.

Was sind die 3 schädlichsten Substanzen?

  • Sibutramin: Dieser synthetische Wirkstoff wurde 2010 von der EU verboten. Der Grund: Massive Nebenwirkungen bis hin zum Tod. Trotzdem werden immer wieder Nahrungsergänzungsmittel gefunden, die diesen Wirkstoff enthalten. Die werden etwa als "Slimming Tea" oder "Weiht loss coffee" angeboten.
  • 2,4-Dinitrophenol (DNP): Die Industriechemikalie wird in der Regel bei der Herstellung von Farbstoffen, Holzschutzmitteln, Insektiziden und Sprengstoffen verwendet. Wer es einnimmt, schädigt seine Leber und Nieren, die Blutbildung, sowie das Herz-Kreislauf- und das Nervensystem. Auch hier gab es in den vergangenen Jahren Meldungen von Todesfällen als Folge des DNP-Konsums.
  • Synephrin-Koffein-Kombination: Synephrin kommt - in geringen Mengen - in Zitrusfrüchten vor. Schlankheitsmitteln wird allerdings eine erhöhte Dosis hinzugefügt und mit Koffein vermischt. Auf der Verpackung des Schlankheitsmittels steht statt "Synephrin" oft "Bitterorangenextrakt". Statt "Koffein" werden die Bezeichnungen "Guarana", "Kaffee" oder "Grüntee-Extrakt". Dieses Kombinationspräparat kann zu Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzrasen und sogar Herzinfarkten führen.

Die lebensgefährlichen Produkte werden am meisten im Internet verkauft. Um den Verkauf zu stoppen, wurde schon 2013 beim BVL die Zentralstelle „Kontrolle der im Internet gehandelten Erzeugnisse des LFGB und Tabakerzeugnisse“ (kurz G@ZIELT) ins Leben gerufen. Trotzdem können in dem wachsenden Diät-Pillen-Markt im Internet nicht alle Produkte schnell genug enttarnt und verboten werden.

Worauf müssen Verbraucher achten?

Das BVL publizierte diese 7 Tipps für Verbraucher:

  • Skeptisch sein! Verspricht ein Produkt schnellen und unrealistischen Erfolg, kann es ein Hinweis darauf sein, dass es mit schädlichen Substanzen (z.B. den oben angeführten) versetzt ist.
  • Nicht zu Produkten greifen, die exklusiv im Internet verkauft werden! Erfahrungsberichte und Empfehlungen in Diskussionsforen sind häufig getarnte Werbung.
  • Nicht von Privatpersonen kaufen! Beim Online-Shopping unbedingt das Impressum des Anbieters auf Vollständigkeit prüfen (dazu gehört: vollständige Adresse, Telefonnummer, andere Kontaktmöglichkeiten). Bei Privatpersonen, die Nahrungsergänzungsmittel verkaufen, empfiehlt es sich, skeptisch zu sein.
  • Vorsicht bei Produkt-Bestellungen aus dem Ausland! Einige Produkte sind im Ausland als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen, in Deutschland dagegen als Arzneimittel (oder haben gar keine Genehmigung). Die Einfuhr dieser Produkte ist verboten. Beschlagnahmt z.B. der Zoll die Ware, droht dem Besteller eine Anzeige.
  • Über die Zutaten informieren! Bevor man ein Produkt kauft, sollte man sich unbedingt über die Inhaltsstoffe schlau machen. Vor allem Produkte, die im Internet verkauft werden, können illegale - und sehr schädliche! - Substanzen enthalten. Und: Über Wechselwirkungen mit anderen Lebensmitteln und Arzneimitteln informieren!
  • Fachlichen Rat einholen! Wenn man an einem Produkt zweifelt, kann man den Arzt oder Apotheker um Rat fragen - am besten vor der Bestellung oder gar Einnahme des Produktes.
  • Behörden benachrichtigen! Wenn ein Nahrungsergänzungsmittel wegen seiner Kennzeichnung oder Zusammensetzung gefährlich oder illegal zu sein scheint, kann man sich an die zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde wenden.

Und bevor man überhaupt zu Diät-Präparaten greift, sollte man sich ohnehin fragen: Benötige ich dieses Produkt überhaupt?

Schließlich gibt es gesündere Methoden, den Kilos den Kampf anzusagen. Hier einige Beispiele:

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