ABSI: Die neue Formel für Ihr Wunschgewicht

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Die ABSI Formel eignet sich auf lange Sicht besser als die BMI Formel.
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Statt BMI Formel

Übergewicht senkt die Lebenserwartung? Das sehen Forscher anders. Die ABSI Formel löst die BMI Formel ab und verrät: Sie dürfen mehr wiegen, als Sie denken.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die glauben, ihre Extrapfunde so schnell wie möglich loswerden zu müssen? Weil Übergewicht unsere Lebenserwartung vermindert? Oder die BMI Formel das sagt? Dann dürfen Sie sich nun erst mal entspannt zurücklehnen. Denn Forscher fanden jetzt eine neue Formel für die Berechnung des Idealgewichts, den "ABSI" ("A Body Shape Index", engl. für Körperform-Index). Und der besagt: Ein paar Kilo mehr auf der Waage sind besser - weil sie uns vor Krankheiten schützen und in Stresszeiten sogar unser Leben verlängern können!

Viele Ärzte geben falsche Ratschläge

Bisher hält sich der Mythos von den problematischen Pfunden hartnäckig. Schuld daran ist die sogenannte Body-Mass-Index (BMI). Mit der BMI Formel errechnen Ärzte das Verhältnis zwischen Körpergewicht und -größe. Der Normalwert liegt bei 25. Ist er höher, raten sie oft, abzuspecken. Denn nach wie vor gilt für die meisten Ärzte die Annahme: Je höher der BMI, desto höher das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die ABSI-Formel ist zwar extrem kompliziert, aber dafür genauer. Denn sie berücksichtigt neben Größe und Gewicht auch den Bauchumfang. Sitzen die Pölsterchen nicht dort, sondern z.B. an den Hüften oder Oberschenkeln, muss man sich keine Gedanken machen. Im Gegenteil. So belegen mehr als 12 000 Studien (!), dass Fettpolster an den richtigen Stellen bei schweren Krankheiten sogar hilfreich sind. Bei Herzinfarkt, Schlaganfall, Blutvergiftung oder Nierenleiden genesen fülligere Menschen schneller. Zudem beugt leichtes Übergewicht Herzproblemen, Schlaganfall und Osteoporose vor.

Dummerweise sammelt sich Fett aber leider oft am Bauch an. Der Grund dafür ist Stress. Heute weiß man: Dadurch steigt der Spiegel des Stresshormons Cortisol - und das ist richtig gefährlich. Denn ein hoher Cortisolspiegel erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Depressionen und löst den Knochen auf.

Damit das nicht passiert, hilft sich der Körper mit einem Trick: Das Gehirn bremst das Stresssystem - damit sinkt auch der Cortisolspiegel. Doch durch diese Dämpfung verändert sich der Energiestoffwechsel im Körper: Das Gehirn benötigt jetzt eine höhere Energiezufuhr - es verlangt nach mehr Nahrung. Dicker zu werden ist also eine Art Nebenwirkung, wenn unser Gehirn Stress entgegenwirkt.

Wer aber nun krampfhaft versucht abzunehmen, macht sich wieder neuen Stress. Die Folge: Das Stresssystem fährt wieder hoch - ein Teufelskreis, der auf Dauer krank macht.

Eine Studie mit zwei Kontrollgruppen belegt außerdem, das Diäten einen überschätzten Einfluss auf die Gesundheit haben: Eine Gruppe hat eine Diät in Kombination mit viel Sport gemacht. Die andere Gruppe hat nichts verändert. Das Ergebnis nach elf Jahren: Die Menschen in der Diät- und Sportgruppe haben zwar abgenommen - aber in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit gab es keine Unterschiede. Dicksein ist also nicht die Ursache dafür, dass die Leute krank werden und sterben.

Auf das richtige Maß kommt es an

Auf der anderen Seite sind die neuen Erkenntnisse aber auch kein Freibrief fürs hemmungslose Zunehmen. Wer unter extremem Übergewicht (Adipositas) leidet, schadet natürlich seinen Gelenken, und auch das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt dann wieder.

Das Problem an der Wurzel passen

Die Lösung für große und kleine Gewichtsprobleme ist also, täglichen Stress abzubauen und zu vermeiden. Wer dauerhaft und gesund ein paar Pfunde oder Kilos los werden möchte, sollte genau prüfen, was ihn im Alltag belastet: Streit in der Familie? Geldsorgen? Ärger im Büro? Wichtig ist, die Ursachen zu finden und aktiv an einer Lösung zu arbeiten. Wer allein keine Lösung findet, sollte auch ruhig mit seinem Hausarzt darüber reden oder sich psychologischen Rat holen. Zur Vorbeugung vor neuem Stress helfen viele kleine Entspannungs-Rituale für den Alltag.

Wer entspannt und mit sich im Reinen ist, findet schnell sein Wohlfühlgewicht. Und braucht eins sicher nicht mehr: den täglichen Blick auf die Waage - schlechtes Gewissen inklusive.

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