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Wunderweib

"Wie trägt man den Lady Look?"

Wunderweib,

Marlene probiert's an

Neuer Look – alte Frage. Steht mir das? Wie trag’ ich das? Autorin Marlene Sørensen wagt jeden Monat einen modischen Selbstversuch. Ihr aktueller Test-Fall: der Lady-Look

eulich brauchte ich mittags was aus dem Supermarkt. Kaum im Laden, sah ich einen früheren Chefredakteur, der, soweit ich mich erinnern konnte, mit den Kollegen aus dem Stilressort auch schon mal über die Vor- und Nachteile von Einstecktüchern diskutierte. Ich duckte mich hinter ein Regal mit Dosenobst. Lieber las ich eine Viertelstunde lang die Inhaltsstoffe von eingelegter Ananas, als diesem Mann in Jogginghose, altem T-Shirt und ungewaschenen Haaren (he! Ich arbeite zu Hause) gegenüberzustehen.

Gestern begegnete ich ihm wieder im Supermarkt, und diesmal blieb keine Zeit, mich zu verstecken. War auch nicht nötig. „Du siehst ... gut aus“, sagte er überrascht beim Anblick meines Etuikleids, der Cashmerejacke und des kirschroten Lippenstifts. „Gar nicht wie jemand, der lieber keinem Bekannten im Supermarkt begegnen will.“ So in etwa stelle ich mir die Zeit Anfang der 60er-Jahre vor: Man zog sich bei jeder Gelegenheit so an, als wolle man jemanden beeindrucken, und war daher selbst beim Einkaufen ausstaffiert wie für eine Cocktailparty. Woher ich das weiß? Aus der Fernsehserie „Mad Men“, die sich um eine Werbeagentur im New York der 60er-Jahre dreht. Die Männer in dieser Welt trinken und gehen fremd. Ihre Ehefrauen langweilen sich in der Vorstadt, oder sie sind Sekretärinnen, mit denen die Männer fremdgehen. Sollte den Damen dieses Schicksal irgendwie zu schaffen machen, sieht man es ihnen nicht an.

Im Gegenteil: Je schlimmer die Lage, desto perfekter die Fassade. Ich arbeite nicht in einer Werbeagentur (oder sitze im Vorort fest), aber die Mode wie von damals wirkt auch heute wie eine Rüstung gegen eine allzu harte Umwelt. Bauch rein, Brust raus, Kopf hoch – die Kleider mit schmalen Taillen und betonharten Bustiers lassen keine andere Haltung als die bestmögliche zu. Selbst Hausarbeit ist darin würdevoll (wenn auch sagenhaft umständlich. Schon mal versucht, im Etuikleid eine Lasagne zu kochen?). Einige erkennen in dieser Silhouette gleich „die neue Weiblichkeit“. Ich würde sagen: Man fühlt sich bloß besser gewappnet. Der Kollege im Supermarkt trug übrigens eine Jeans zu einer unauffälligen Jacke und wirkte ein wenig, als suche er das Regal mit dem Dosenobst.

Styling-Tipps:

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