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Das Demenz-Schicksal ihrer Mutter lässt sie nicht mehr los

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Silvia von Schweden

Der bewegende Auftritt der Monarchin in Köln

Alle Gäste stehen erwartungsvoll im Empfangsbereich. Aber erst mit 17 Minuten Verspätung fährt die Limousine von Königin Silvia vor dem Kölner St. Hildegardis- Krankenhaus vor. Lächelnd steigt die Monarchin aus. Trotz der Panne, die gerade passiert ist: „Ich muss mich entschuldigen. Wir haben ein fabelhaftes GPS benutzt. Aber das hat uns in eine falsche Klinik gefahren.“ Ihre Irrfahrt durch die Domstadt sorgt für allgemeine Heiterkeit. Aber unmittelbar danach leitet sie zu dem Thema über, das sie sich zur Lebensaufgabe machte. Sie ist hier, um die erste deutsche Station für Demenzkranke einzuweihen: das „Silviahemmet“-Modell, bei dem Angehörige integriert werden.

Mit ruhiger Stimme erzählt sie von ihrer allerersten Begegnung mit einer Patientin. Bei einem Besuch einer Pflegestation nahe ihrem schwedischen Schloss Drottningholm wurde ihr eine alte Dame vorgestellt. Königin Silvia fragte, ob sie in der Nähe wohne. Die Dame antwortete: „Ja, und du?“ Sie hätte verneint und wahrheitsgetreu geantwortet, dass sie in der Nähe im Schloss arbeitete. Da wurde die Frau ganz aufgeregt und fragte: „Kennst du den Kronprinzen? Der hat so süße dunkle Locken.“

Die Verwunderung darüber, dass die Dame in einer lange vergangenen Zeit lebte, war ebenso stark wie der Wunsch, sie zu korrigieren. Königin Silvia: „Die Versuchung war groß, die Fakten richtig zu stellen. Dass der Kronprinz jetzt eher ein ergrauter 63-jähriger König und mit mir verheiratet ist und drei erwachsene Kinder hat.“

Dieses langsame Sich-Entfernen von der Umwelt, der zunehmende Abstand vom Alltag, das Verharren in einer Erlebniswelt, die weit zurückliegt – all diese traurigen Erfahrungen musste Königin Silvia selbst machen. Ihre geliebte Mutter Alice Sommerlath († 90) litt vor ihrem Tod an zunehmender Demenz.

„Wir hatten drei Damen, die meine Mutter pflegten.“ Auch Königin Silvia kümmerte sich aufopferungsvoll um sie – bis zu deren Tod im Jahr 1997. Ein Familiendrama, das sie nicht loslässt.

In ihrer Rede zur Eröffnung der Kölner Demenz-Station erinnert sie an die Leiden ihrer Mutter. „Wir Angehörigen sind die Brücke zwischen zwei Welten“ „Ich vergesse mein Leben“, hatte die alte Dame damals zu ihrer Tochter gesagt. Mit diesen Worten ruft Königin Silvia das Drama ihrer Mutter wieder wach. „Es hat mich schwer getroffen, als ich meine Mutter so hilflos sah“, bekennt die Monarchin. Für einen kurzen Moment herrscht Schweigen. Doch dann spricht Königin Silvia weiter – über die Not der Angehörigen, die oft nicht wissen, wie sie mit der Veränderung, die sich an einem nahen Menschen vollzieht, umgehen sollen.

„Wir Angehörigen sind die Brücke zwischen zwei Welten.“ Und weiter: „Wir haben alle große Verantwortung zu tragen.“ Königin Silvia hat sich dieser Verantwortung gestellt. Nicht nur persönlich, sondern auch öffentlich: 1996 hat sie die Stiftung „Silviahemmet“ (auf Deutsch: „Silviaheim“) ins Leben gerufen. Hier dürfen Demenzkranke in Würde altern, hier wird ihnen und ihren Angehörigen beigestanden. Denn, so die Regentin: „Es ist etwas anderes, alte Menschen zu betreuen oder es mit Demenzkranken zu tun zu haben.“

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