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Joy

„Ich bin überhaupt kein Macho“

Joy,

Elyas M'Barek im Interview

(removed video)!!!

Hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen: Elyas M'Barek

Ich treffe Elyas M’Barek an einem sonnigen Nachmittag bei Constantin Film in München. Der österreichische Schauspieler trägt ein leicht aufgeknöpftes Jeans-Hemd, darunter ein grau-blau gestreiftes Shirt. Im Gespräch wirkt er sehr sympathisch und mir wird sofort klar, dass er privat zwar kein Macho wie in „Türkisch für Anfänger“ ist – aber eine Eigenschaft hat er mit vielen seiner Filmfiguren definitiv gemeinsam: Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, ist spontan und stets zu Scherzen aufgelegt.

JOY: Dein letzter Film „Türkisch für Anfänger“ war ein Riesenerfolg. Wie hast du reagiert, als die Komödie direkt auf Platz 1 der Kinocharts gelandet ist?

Elyas M’Barek: Ich war natürlich sehr traurig. Wir haben uns eigentlich einen Arthouse-Erfolg erwünscht und dann stürmen einfach so viele Leute ins Kino (lacht). Kleiner Scherz – natürlich war die gesamte Filmcrew super happy darüber, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat und die Fans den Film lieben. Wir fühlten uns alle wie im Rausch! Als ich von dem super Ergebnis erfuhr, waren wir gerade im Rahmen unserer Kinotour durch Deutschland unterwegs. Und dadurch, dass wir so viel Action hatten, gab es nie den Moment, in dem ich diesen Erfolg so richtig sacken lassen und begreifen konnte. Es hat aber auf jeden Fall geholfen, dass wir permanent auf das gute Ergebnis angestoßen haben.

Im Film spielst du den coolen Macho, der die ganze Zeit einen Spruch nach dem anderen raushaut. Wie ist das privat bei dir?

Ja genauso (lacht). Nein, ein Macho bin ich gar nicht. Überhaupt nicht. Selbst meine Figur Cem ist ja eine Art Karikatur, jede Rolle bei „Türkisch für Anfänger“ ist ja sehr überzeichnet. Und Cem hat ja nicht nur diese Seite. Im Kern ist er ja auch total romantisch und ein sensibler, feinfühliger Mensch, der aber dazu nicht stehen kann, weil er denkt, dass es uncool ist, Gefühle zuzulassen.

Sehen Sie hier den Trailer Elyas M'Bareks neuem Film „Heiter bis wolkig“:

Im Film schleppt Elyas M'Barek reihenweise Frauen ab

Mit Max Riemelt ziehst du im Film durch die Bars und ihr versucht anfangs, mit plumpen Sprüchen à la „Ich habe meine Nummer verloren, kannst du mir deine geben?“ bei den Mädels zu landen und seid dabei nicht sehr erfolgreich. Hast du privat auch schon mal eine Frau auf dem falschen Fuß erwischt?

Klar hat mir auch schon mal eine Frau gefallen und ich ihr nicht. So was soll’s auch geben (lacht). Aber ich würde nie einen dieser 0/8/15-Anmachsprüche auftischen so wie im Film.

Deine Filmfigur in „Heiter bis wolkig“ arbeitet als Koch. Kannst du auch kochen?

Ja, aber in letzter Zeit mache ich es leider zu selten. Ich bin Single und alleine macht Kochen einfach nicht so viel Spaß. Man muss immer so viel einkaufen, die Zubereitung dauert ewig, am Ende hat man viel zu viel gekocht und isst eh alleine. Aber ich koche gerne für eine Frau. Das ist eine super Idee, bei einem Date zusammen zu kochen!

Im Film belügt dein bester Freund seine neue Freundin Marie und diese trennt sich, als sie herausfindet, dass er ihr etwas vorgespielt hat. Was ist für dich ein Beziehungs-No-Go, ein Trennungsgrund?

Den Partner anzulügen oder Fremdzugehen.

Du spielst ja sehr oft türkische Rollen (zum Beispiel in „Türkisch für Anfänger“, „Offroad“, „Heiter bis Wolkig“), obwohl du eigentlich Österreicher bist und tunesische Wurzeln hast. Woher kommt das?

Man sieht mir eben an, dass ich einen Migrationshintergrund habe, deshalb spiele ich wohl oft türkische Rollen. Ich mache das gerne, solange die Parts vielfältig sind und ich Spaß bei der Arbeit habe. Meistens spielt es in der Geschichte auch gar keine wichtige Rolle, also könnte meine Filmfigur in den meisten Streifen genauso gut „Stefan“ heißen – außer vielleicht bei „Türkisch für Anfänger“ (lacht).

Sprichst du eigentlich Türkisch?

Nein. Gar nicht. Somit könnten wir meiner Figur im Film auch mal einen arabischen Namen geben oder einen italienischen. Das ist eigentlich eine gute Idee! Das schlage ich beim nächsten Film mal vor (lacht).

Dein nächstes Filmprojekt ist die Filmadaption von Noah Gordons Historien-Roman „Der Medicus“. Kannst du uns von den Dreharbeiten erzählen?

Ende Juni hatte ich meinen ersten Drehtag in der Nähe von Leipzig. Außerdem filmen wir in Köln, kurz in Berlin und dann noch in Marokko. „Der Medicus“ ist eine sehr große internationale Produktion, es ist auch das erste Mal für mich, einen Film auf Englisch zu drehen. Allein das Set war gigantisch groß – sehr aufregend und aufwändig. Schon ziemlich heftig.

Du hast alleine auf Facebook über 150.000 Fans. Sprechen dich Leute auch oft auf der Straße an?

Ja, aber immer total freundlich. Ich werde oft nach Fotos gefragt und das mache ich auch gerne. Es ist mir aber auch schon zweimal passiert, dass mich Mädels auf dem Heimweg verfolgt haben, um herauszufinden wo ich wohne. Die dachten, ich merke das nicht. In dem Fall bin ich einfach einen kleinen Umweg gegangen (lacht).

Was ist das Verrückteste was jemals ein Fan gemacht hat?

Zwei Mädels haben dann tatsächlich mal herausgefunden, wo ich wohne. Die klingelten dann bei mir und standen auch schon halb in meiner Wohnung. Ich öffnete die Tür und fragte, was sie denn wollen. Die beiden antworteten, dass sie mich kennenlernen möchten. Ich fragte sie, woher sie wüssten, wo ich wohne, und sie meinten, sie hätten mich beobachtet. In der Situation habe ich gesagt: „Mädels, sorry, aber das geht gar nicht, ihr müsst ganz schnell gehen.“ Das haben sie dann aber auch verstanden.

Du twitterst regelmäßig und bist auf Facebook aktiv. Könntest du dir auch vorstellen, online zu daten?

Nein, denn ich glaube, die Leute verkaufen sich immer viel zu gut im Internet. Ich möchte die Frau erst mal live sehen. Ich denke, man wird bei dem persönlichen Treffen meistens enttäuscht, weil die hochgeladenen Fotos im Dating-Profil nicht der Realität entsprechen.

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