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„Ich mag starke Frauen“

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Michael Fassbender im Interview

Er ist in Heidelberg geboren, spricht aber kein Wort Deutsch: Hollywoods Shootingstar Michael Fassbender über die Angst zu versagen, seine romantische Ader – und warum Köln sein Herz erobert hat.

Michael Fassbender - ein markanter Typ

„Wer ist das denn?“, fragt JOY-Korrespondentin Frances Schoenberger beiläufig, als ein bärtiger Mann in zerknittertem Jackett auftaucht, während sie im „Claridge’s“, einem der vornehmsten Hotels in London, auf das Interview mit Michael Fassbender wartet. „Heutzutage lassen die jeden rein“, scherzt ein Kollege.

Den Stil von Michael Fassbender zeigt die Galerie.

Dabei ist es – Überraschung! – Hollywoods neuer Shootingstar höchstpersönlich: Er spricht mit irischem Akzent, wirkt sehr selbstsicher, absolut „down to earth“ und unglaublich charmant. Sein warmes Lächeln und seine intensiven Augen fallen sofort auf. Mit dem Bart sieht der gebürtige Heidelberger zwar nicht so gut aus wie ohne, aber ihn umgibt zweifellos eine besondere Aura. Kein Wunder, dass Frauen auf den 1,83 Meter großen Widder-Mann fliegen. Aber das scheint ihn nicht sonderlich zu interessieren. Er ist besessen von seiner Arbeit, ein Workaholic.

JOY : Sie haben sich in kürzester Zeit ganz nach oben gespielt. Ab 9. August 2012 brillieren Sie als Robotermensch im Science-Fiction-Blockbuster „Prometheus – Dunkle Zeichen“. Wie hat der Erfolg Ihr Leben verändert?

Michael Fassbender: Es hängt davon ab, welche Ziele man im Leben hat – und ich will immer noch das Gleiche: dazulernen, mit Leuten arbeiten, die mich inspirieren, Zeit mit Menschen verbringen, die ich liebe, und mehr Gokart fahren (lacht). Ich bin 35. Vor zehn Jahren wäre ich vom Berühmtsein noch beeindruckt gewesen. Heute interessiert mich das nicht mehr.

Ruhm ist nicht unbedingt das, was mir große Freude bereitet. Allerdings war es ein tolles Erlebnis, beim Grand Prix in Monaco neben Michael Schumacher zu stehen, als er in seinen Rennwagen stieg. Das war ein Kindheitstraum von mir, davon habe ich 20 Jahre geträumt.

War die Schauspielerei auch ein Traum von Ihnen?

Nein, ich wollte eigentlich immer Gitarrist in einer Heavy-Metal-Band werden. Das erste Instrument, das ich lernte, war eine Tin Whistle, eine Flöte aus der irischen Volksmusik. Ursprünglich wollte ich zwar Geige spielen, aber das war für meine Eltern zu teuer. Sie ermutigten mich zum Schifferklavier, weil wir sowieso eins zu Hause hatten. Das Instrument war riesig, mein Kopf verschwand beinahe dahinter. Damit spielte ich ein paar Jahre.

Als Teenager kam Gitarre dazu. Es war ein absolutes Schlüsselerlebnis, als mich eines Tages Steven Hart, ein guter Freund von mir, besuchte. Beim gemeinsamen Üben in der Garage ließ er ein so beeindruckendes Solo los, da wurde mir bewusst, dass ich mir besser was anderes einfallen lassen sollte.

Seine maskuline Ausstrahlung lässt Frauen schwärmen

Sie hatten nicht genügend Talent für die Musik und wollten deshalb Schauspieler werden?

(lacht) Genau. In der Schule war ich nur mittelmäßig. Zuerst dachte ich mir, ich werde Rechtsanwalt. Aber ich bin ein langsamer Leser und bei den dicken Akten ist das schwierig. Dann stellte sich heraus, dass ich als Architekt auch nicht geeignet bin, weil ich im technischen Zeichnen durchgefallen war. Als ein ehemaliger Mitschüler, der bei der irischen Theaterschule „Gaiety School of Acting“ studierte, ein Stück an meinem College inszenierte, machte ich mit und plötzlich war mir klar: Das ist genau das, was ich will!

Wie kam Ihre Karriere dann in die Gänge?

Mit 19 zog ich von Irland nach London, um auf eine Schauspielschule zu gehen. Dort wohne ich auch heute noch. Jahrelang habe ich mich mit allen möglichen Jobs wie Barkeeper durchgeschlagen. Ich habe einfach nicht aufgegeben und an mich geglaubt. 2007 kam dann der Durchbruch, als mir der Regisseur Steve McQueen die Hauptrolle im Gefängnis-Drama „Hunger“ gab, obwohl ich total unbekannt war.

Dieser Regisseur hat Ihr Leben ziemlich auf den Kopf gestellt, nicht wahr?

Ja, Steve McQueen ist ein Genie – ich liebe ihn. Letztes Jahr drehte ich mit ihm das Drama „Shame“, in dem ich als Sexsüchtiger alle Hüllen fallen ließ. Unser nächstes Projekt ist das Sklavendrama „Twelve Years A Slave“, in dem auch Brad Pitt mitspielt. Leider habe ich vor jedem Film aufs Neue Angst zu versagen.

Haben Sie irgendeine Lebensphilosophie?

Ja, behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Jeder will akzeptiert und geliebt werden. Wahrscheinlich klingt das kitschig, aber wir sollten uns alle mehr lieben.

Apropos Liebe: Was muss eine Frau für Sie haben?

Ich mag starke Frauen wie meine Freundin Nicole. Mir gefällt ihr Selbstvertrauen, sie ist eine ebenbürtige Partnerin.

Ihre Eltern sind seit 38 Jahren verheiratet. Wie stehen Sie zum Thema Ehe?

In meinem Job ist es schon schwierig, eine Beziehung zu führen, geschweige denn verheiratet zu sein. Dabei bin ich ein Romantiker: Im Garten zu sitzen oder einen Sonnenuntergang am Meer zu erleben ist immer schöner zu zweit.

Sie sind in Heidelberg geboren. Sprechen Sie Deutsch?

Leider nicht. Meine Eltern, die beide fließend Deutsch sprechen, wollten es mir beibringen – vergeblich. Meine Mutter ist Irin, mein Vater Deutscher. Sie lernten sich in London kennen und gingen zusammen nach Heidelberg. Als ich zwei war, zogen wir dann nach Irland. Solange meine deutschen Großeltern noch lebten, verbrachte ich als Kind die Ferien oft bei ihnen. Die Stadt Köln finde ich klasse, das Bohème-Flair dort ist einmalig!

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