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„Wenn die rote Lampe leuchtet, haben wir ein Problem“

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Marc Bator erklärt die „Tagesschau“

Fast jeder kennt diesen Klang so gut wie den eigenen Wecker. Den Gong der „Tagesschau“. Dann die Fanfare. Unverwechselbar, berühmt. Kein Wunder: Lockt doch die ARD um 20 Uhr rund zehn Millionen Zuschauer vor den Fernseher. Täglich. Seit fast fünfzig Jahren!

Doch wie genau funktioniert das alles? Warum haben die Sprecher Ohrstöpsel? Warum haben sie kaum Falten? Um diese Geheimnisse zu verstehen, muss man einen Blick hinter die Kulissen des NDR-Funkhauses in Hamburg werfen. NEUE POST tat es. Exklusiv für Sie, liebe Leser, erklärt Nachrichtensprecher Marc Bator (36) seinen Beruf.

„Wir arbeiten in vier Schichten“, erklärt der sympathische Sprecher, als er uns ins Studio führt. Überall hängen Scheinwerfer, stehen Kameras und Monitore. In der Mitte: der Moderationstisch, an dem Marc Bator die Nachrichten verliest. Auch er muss hier am Wochenende ran – und alle 14 Tage in der Nacht. Der Dienstplan – fast wie der einer Krankenschwester. In Bereitschaft (ab 5 Uhr) darf er sich im „Schlafzimmer“ der zehn Moderatoren aufs Sofa legen. Im eigenen Schlafsack. Mit Krawatte. Denn jede Sekunde kann etwas in der Welt passieren!

Die größte Herausforderung jedoch ist die „Tagesschau“-Hauptausgabe um 20 Uhr. Deutschland hängt Marc Bator an den Lippen. „Das Lampenfieber ist immer da“, gesteht der Hamburger. Wer aber denkt, mit 15 Minuten „vorlesen“ wäre es getan, liegt falsch. Für einen der „spannendsten Jobs überhaupt“ ist der Journalist fast rund um die Uhr im Einsatz.

Schon morgens studiert Marc Bator die Zeitungen, hört Radio und bespricht sich am Telefon mit seiner Redaktion. „Um den Kopf frei zu bekommen, jogge ich eine Runde um die Alster“, so der 36-Jährige. Bevor er um 16 Uhr zum NDR fährt, wirft sich der Familienvater in Schale. Im Schrank hängen rund 50 Krawatten, 20 Hemden und 30 Anzüge. Alle stilvoll? Er hat gute Berater: Ehefrau Hellen (40) und seine Töchter Jill (5) und sogar die kleine Jodie (1) kontrollieren Papas Kleidung.

Im Sender werden die Themen besprochen, dann wartet die Maske. Wimpern färben, pudern – für Marc Bator normal. Im Studio wird er gegen 17 Uhr „eingeleuchtet“. 15 Techniker sorgen fürs rechte Licht. Von Falten ist da nichts mehr zu sehen. Ab 19 Uhr studiert er seine Texte. Kurz vor 20 Uhr gibt’s Traubenzucker als „Doping“. Der Sprecher wird verkabelt, um seine Regie hören zu können – dann heißt es „Guten Abend, meine Damen und Herren ...“

Marc Bator verliest die Meldungen. Immer vom Papier – und meist souverän. Doch es gibt auch Versprecher. „Einmal sagte ich RAF-Touristen statt -Terroristen. Ein anderes Mal hatte ich Kekskrümel im Hals, die Stimme war weg.“ Ernst wird es, wenn die laufende Sendung umgebaut wird – oder wenn im Studio die rote Alarmlampe leuchtet. „Dann haben wir ein echtes Problem. Entweder es brennt, oder der Sicherheitsdienst befürchtet einen Anschlag.“ Marc Bator hat es schon erlebt: „ein Fehlalarm“.

Feierabend ist nicht nach dem Wetterbericht, sondern um 23 Uhr – nach den „Tagesthemen“. Erst jetzt fährt Marc Bator zu seiner Familie. Auf dem Weg denkt er oft an seine Lieblingsnachricht – eine Meldung, die er noch nicht verlesen durfte: „Der HSV ist Deutscher Meister!“

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