Akupunktur: Wunderwaffe gegen Schmerzen

fotolia17019 backe ockenfels frau akupunktur
Bei 70 Prozent der chronischen Rückenbeschwerden hilft Akupunktur
Foto: Backe Ockenfels, fotolia

Wohlfühl-Welt

Erstaunlich, wie gut die fernöstliche Methode hilft. "Viele Patienten setzen zu Recht ihre Hoffnung auf die Nadel-Therapie", sagt der Akupunktur-Experte Dr. Helmut Rüdinger.

Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA) Universität Hamburg Bei der Heilmethode wird die Haut an bestimmten Punkten mit feinen Nadeln stimuliert.Kopfschmerzen/Migräne: Heilung für die NervenRücken- und Gelenkschmerzen: 70 Prozent Erfolgsquote

Heuschnupfen und Asthma: Hilfe für das Immunsystem

Neue Studien zeigen, dass Akupunktur auch gegen Allergien hilft. Dr. Rüdinger: "Bei Heuschnupfen setzt der Arzt Nadeln an Punkte, die das Immunsystem stärken, z. B. im Nacken- und Ellenbogenbereich. Meistens bessert sich der Heuschnupfen schon nach etwa acht Behandlungen.

Besonders wirksam ist eine zusätzliche Ohr-Akupunktur." Bei allergischem Asthma werden verschiedene Punkte stimuliert, die gezielt die Lunge stärken.

Regelbeschwerden: Hormone werden reguliert

Ein Ziehen im Unterleib, Krämpfe, Unruhe oder auch Übelkeit - das kennen viele Frauen. Und viele von ihnen begleitet das monatlich vor oder während der Regel, auch bis in die Wechseljahre, ohne dass Schulmediziner etwas dagegen tun können. Aber Akupunktur kann oft weiterhelfen.

Der Experte: "Die Therapie regt das Qi an, stillt effektiv Schmerzen, beruhigt die Nerven, entspannt die Muskeln und reguliert den Hormonhaushalt. Besonders gut kann man deshalb schmerzhafte, zu starke und/oder zu häufige Blutungen behandeln, außerdem das prämenstruelle Syndrom (PMS), für das vor allem Nervosität, Brustspannen oder Schwindel drei bis vier Tage vor der Regel typisch sind." Wie viele Nadel-Behandlungen nötig sind, ist individuell und richtet sich nach der Stärke der Beschwerden.

Wechseljahre: Warum auch die Nieren behandelt werden

Weil Akupunktur den Hormonhaushalt reguliert, hilft sie auch bei Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen. Nach der TCM-Lehre ist in den Wechseljahren oft auch die Lebenskraft der Nieren gestört, und das schwächt Eierstöcke und Gebärmutter. Akupunktur-Ärzte stimulieren deshalb meist auch das Nieren-Qi.

Schwindel/Tinnitus: Der Arzt sucht die Ursache

Diese Beschwerden sind nach Auffassung der TCM oft ein Signal für körperliche oder seelische Überlastung. Akupunktur-Ärzte fahnden mit ausführlichen Fragen und genauen Untersuchungen nach der möglichen Ursache. Stress, Sorgen oder auch Trauer können Organe wie Leber oder Nieren belasten.

Bei der Akupunktur werden dann die entsprechenden Haut-Punkte stimuliert. Löst Stress Schwindel oder Tinnitus aus, geben Akupunktur-Ärzte auch Tipps für gute Entspannungs-Methoden, wie z. B. Qigong.

Wo finde ich einen guten Arzt?

Damit Mediziner sich "Akupunktur-Arzt/-Ärztin" nennen dürfen, müssen sie eine Prüfung vor der Landesärztekammer bestehen. Am besten gehen Sie zu einem Arzt, der das sogenannte B-Diplom hat.

Adressen findet man im Internet auf der Seite www.daegfa.de . Nach Postleitzahlen sind die geprüften Mitglieder der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur mit ihren Diplomen aufgelistet.

Wann zahlt die Krankenkasse?

Eine Akupunktur-Sitzung kostet je nach Dauer und Aufwand zwischen 30 und 70 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in einigen Fällen, z. B. bei chronischen Rückenschmerzen oder chronischen Knieschmerzen durch Arthrose.

Manche Kassen übernehmen auch in anderen Fällen zumindest einen Teil der Kosten. Auf jeden Fall sollte man sich vorher bei der Kasse erkundigen.

Weitere interessante Artikel zum Thema Akupunktur: Feng-Fu: Akupunktur gegen Kopfschmerzen

Kategorien: