Albert v. Monaco: Cannes-Boykott

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Der Fürst schmollt

Fürst Albert von Monaco schmollt. Ihm missfällt nach eigener Aussage der Film „Grace von Monaco“, der am 14. Mai zum Auftakt der Filmfestspiele in Cannes gezeigt werden soll. Die Fürstenfamilie werde aus diesem Grund nicht an der Eröffnung dieses Kult-Festivals teilnehmen, hieß es in einer offiziellen Verlautbarung des Grimaldi-Palasts.

In dem Film mit Nicole Kidman als Grace Kelly und Tim Roth (Lie to me“) als Fürst Rainier in den Hauptrollen werde die Familiengeschichte der Grimaldis aus rein kommerziellen Zwecken verzerrt, wird im Palast-Statement kritisiert. Man verwahre sich dagegen, dass der Streifen als Filmbiographie bezeichnet werden und bedauere, dass Regie und Produktion die inhaltlichen Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge aus dem Fürstenhaus nicht berücksichtigt hätten, heißt es weiter in der amtlichen Stellungnahme.

Bereits während der Dreharbeiten hatte Fürst Albert seinen Unmut über den Film deutlich gemacht. Aber – als Mann vom Fach – schließlich war seine Mutter eine gefeierte Hollywood-Diva – hätte Albert wissen müssen, dass alle großen Filmproduktionen allein kommerziellen Zwecken dienen. Das war und das ist so: Erst müssen die nicht zu knappen Produktionskosten und die fürstlichen Star-Gagen eingespielt werden, dann wollen Regisseur, Buchautor Verleihfirmen und Kinobesitzer verdienen …

Nachvollziehbar dass Albert sich über einen Film, der in leuchtenden Farben für Monaco und für seine Familie wirbt, mehr gefreut hätte. Nur, so etwas bekommt er nicht zum Nulltarif, solch einen Film hätte er sponsern müssen und zwar kräftig. So aber ist es jetzt mit Gracia dasselbe Lied, wie kürzlich bei Diana. Auch der Film über die „Königin der Herzen“ stieß bei den Windsors auf wenig Gegenliebe. Die Prinzen William und Harry ließen, angesprochen auf den Diana-Streifen mit Naomi Watts, durchblicken, dass sie sich nicht die Bohne für ein Werk dieser Art interessieren würden.

Auch da gab daher eine Weltpremiere (London, 15. September 2013) ohne Royals. Bleibt abzuwarten, ob beide Filme weitere Parallelen verbinden. Im schlimmsten Fall könnte das bedeuten, dass „Grace von Monaco“ ähnlich schnell wie „Diana“ aus den Kinos verschwindet, weil sich generell zurzeit für solche Aufgüsse der jüngeren Geschichte zu wenig Publikum findet.

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