Alexander Skarsgard: „Meine Traumfrau ist schwer zu finden“

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Alexander Skarsgard
Foto: Getty Images

Star-Interview mit Alexander Skarsgard

Alexander Skarsgard zeigt sich ohne Probleme nackt – aber niemals von seiner verletzlichen Seite.

JOY: Sie kommen im Juli gleich mit zwei Filmen ins Kino: In dem Polit-Thriller „The East“ spielen Sie den Anführer einer anarchistischen Gruppe und im Familiendrama „Das Glück der großen Dinge“ einen liebevollen Ersatzvater. Zudem drehen Sie seit mittlerweile sechs Jahren die Vampir-Serie „True Blood“. Wie bekommen Sie die Projekte alle unter einen Hut?

Alexander Skarsgard: Entspannen konnte ich in meiner letzten sechsmonatigen „True Blood“-Drehpause 2012 jedenfalls nicht großartig (lacht ). „The East“ und „Das Glück der großen Dinge“ sind kleine, aber anspruchsvolle Indie-Projekte, für die kaum Geld zur Verfügung stand.

Den Stil von Alexander Skarsgard zeigen wir hier!

Die Gagen für die beiden Filme waren so minimal, dass ich quasi umsonst gearbeitet habe, doch das war es mir wert. Beide Rollen bedeuteten eine große, kreative Herausforderung und alle Beteiligten steckten ihr ganzes Herzblut in die Projekte. Den Luxus, darin mitzuwirken, konnte ich mir zum Glück leisten, da ich durch „True Blood“ finanziell abgesichert bin.

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In „The East“ mimen Sie einen reichen Sohn, der sein Vermögen für den Umweltschutz einsetzt. Was ist für Sie privat der größte Luxus?

Da ich die letzten zehn Jahre ständig für Dreharbeiten unterwegs war, lebte ich die ganze Zeit über wie ein Zigeuner aus dem Koffer. Ich schlief oft bei Freunden auf der Couch und wohnte auch mal zwei Jahre in der Garage eines Kumpels. Letztes Jahr habe ich mir dann mein erstes, eigenes Haus in Los Feliz, einem nobleren Stadtteil von Los Angeles, gegönnt. Es war an der Zeit, erwachsen und sesshaft zu werden.

Wie sieht Ihr Alltag in Los Angeles aus?

Ich musste mich erst mal umgewöhnen, als ich 2008 nach Kalifornien gezogen bin. In meiner Heimat Stockholm ging ich ständig zu Fuß, meine Freunde wohnten um die Ecke. Jetzt sitze ich 30 Minuten im Auto, um einen Kaffee trinken zu gehen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und bin glücklich hier. Sechs Monate pro Jahr stehe ich in den Hollywood Center Studios für „True Blood“ vor der Kamera.

Wenn ich in den Pausen keinen Film drehe, gehe ich auf Reisen: Einmal segelte ich einen Monat lang über den Atlantik. Als Nächstes fliege ich mit Freunden nach Island, um dort fernab jeglicher Zivilisation wandern zu gehen. Außerdem besuche ich häufig meine Familie und Freunde in Schweden.

Was schätzen Sie an Ihren Freunden am meisten?

Ich bin mit ihnen aufgewachsen, wir kennen uns schon ein Leben lang. Hollywood oder Glamour interessieren sie kein Stück! Einer von ihnen ist Zimmermann, ein anderer arbeitslos, ein weiterer jobbt als Altenpfleger. Wir trinken Bier und reden am liebsten über Fußball, das tut gut.

Frauen sind dann sicher auch ein Thema. Welche Qualitäten schätzen Sie an einer Frau besonders?

Ich mag Ladys mit Humor. Jeder sollte über sich selbst lachen können. Ich kann es nicht ausstehen, wenn Leute sich zu ernst nehmen. Allerdings ist es gar nicht so leicht, so eine Frau zu finden! Hollywood ist kein gutes Pflaster zum Daten – weder für Frauen noch für Männer . Alle sind zu sehr auf Äußerlichkeiten fixiert und wollen Dates möglichst unverbindlich halten.

Was tun Sie, wenn Ihnen das Herz gebrochen wurde?

Da habe ich leider keinen guten Ratschlag parat, denn ich gehe mit so einer Situation genauso falsch um wie mein Alter Ego Eric aus „True Blood“: Ich setzte mich nicht mit dem Schmerz auseinander, weil das zu wehtut. Ich verdränge den Kummer und gebe vor, ich wäre nicht verletzt und es gehe mir gut.

Ihre Eltern haben sich nach 35 Jahren Ehe scheiden lassen. Inwiefern hat Sie diese Trennung beeinflusst?

Mein Vater Stellan hat noch mal geheiratet und zwei weitere Kinder bekommen. Meine Mutter My rief mich damals verzweifelt an und meinte: „Ich war mit deinem Vater zusammen, seit ich 18 bin, und habe sechs Kinder mit ihm. Wie soll mein Leben bloß weitergehen?“ Nach dem ersten Schock hat sie die Trennungaber wahnsinnig stark gemacht. Seitdem riskiert sie mehr und ist damit glücklicher als früher. Zu meiner Mutter habe ich eine sehr enge Beziehung. Was meine Geschwister und ich zu schätzen wissen: Nach der Scheidung blieben meine Eltern Freunde.

Was war für Sie als Schwede der größte Kulturschock in Hollywood?

Ich finde viele Amerikaner zu verklemmt. Nacktheit auf dem Bildschirm wird hier zensiert, brutale Gewalt nicht. Ich habe kein Problem damit, meinen Körper zu zeigen. Vielleicht liegt es daran, dass meine Eltern Hippies waren. Mein Vater spazierte ständig nackt durchs Haus. Das war völlig normal. Allerdings wurde es etwas peinlich, als ich zu Teenagerzeiten nach der Schule Mädchen mit nach Hause brachte und er sie nackt mit einem Glas Wein in der Hand zur Begrüßung umarmen wollte (lacht).

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