Alles über Kurzarbeit

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Achtung, Kurzarbeit!
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Wahrscheinlich das Unwort des Jahres. Für alle, die sich noch nicht damit befasst haben.

Warum verordnen Firmen überhaupt Kurzarbeit?

Damit sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihre Kosten reduzieren können, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Die Beschäftigten arbeiten vorübergehend weniger; zum Teil auch gar nicht. Wer auf Kurzarbeit "gesetzt" ist, verdient in dieser Zeit weniger. Der Verlust wird durch das von der Agentur für Arbeit ausgezahlte Kurzarbeitergeld abgemildert.

Wie viel weniger verdient ein Kurzzeitarbeiter?

Das ist unterschiedlich. Es gibt eine Faustregel, die sogenannte Nettoentgelt-Differenz. Dies ist die Differenz zwischen dem, was der Arbeitnehmer normalerweise verdienen würde (Sollentgelt), und dem, was er während der Kurzarbeitszeit tatsächlich verdient (Istentgelt). Von der Agentur für Arbeit bekommt zum Beispiel ein Arbeitnehmer mit Kind 67 Prozent der Nettoentgeltdifferenz erstattet, ohne Kinder sind es 60 Prozent.

Wie lange darf eine Firma das überhaupt anordnen?

Ursprünglich war die Kurzarbeit auf maximal sechs Monate beschränkt. Aber in ihrem neuen Konjunkturpaket machte die Bundesregierung bereits von ihrem Recht Gebrauch, diese Frist auszuweiten. Für 2009 liegt sie bei 18 Monaten. Letztlich hängt die Dauer der Kurzarbeit entscheidend davon ab, wie sich die Konjunkturlage für die Branchen entwickeln wird, die von der Wirtschaftskrise betroffen sind.

Kann mir trotzdem gekündigt werden?

Genaugenommen nicht. Zumindest nicht betriebsbedingt. Denn Sinn und Zweck der Kurzarbeit ist es ja, genau das zu vermeiden. Eine betriebsbedingte Kündigung könnte sogar dazu führen, dass die Agentur für Arbeit dem Betrieb die Einwilligung zur Kurzarbeit entzieht. Dennoch gibt es immer wieder Kündigungen während der Kurzarbeit. In solchen Fällen raten die Arbeitsämter dringend dazu, sich bei der zuständigen Agentur für Arbeit Information und Unterstützung zu holen und den Betriebsrat einzuschalten.

Macht es sich bei meiner Rente bemerkbar?

Ja. Die Deutsche Rentenversicherung weist darauf hin, dass bei Kurzarbeit nicht nur das Gehalt, sondern auch der spätere Rentenanspruch sinkt. Es gibt eine Sonderregel, die den Arbeitgeber zu zusätzlichen Zahlungen verpflichtet. 80 Prozent der Differenz aus Kurzarbeitergeld und Normal-Verdienst wird von ihm als Beitrag in die Rentenkasse nachgezahlt.

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