Alopecia Areata: Woher kommt der kreisrunde Haarausfall?

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Das Risiko an Alopecia Areata zu erkranken liegt bei 2%.
Foto: Thinkstock

Wenn das Haar lichter wird

Es ist ein Alptraum. Wenn das sonst so lichte Haar auf einmal löchrig wird, sind die meisten erst einmal geschockt. Knapp 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland von Alopecia Areata (AA), zu Deutsch: kreisrunder Haarausfall, betroffen. Und es kann jeden treffen. Mann oder Frau. Kind oder Erwachsener. Ohne Hinweis und ohne Vorwarnung.

Plötzlich sind sie da, die kahlen Stellen. Gerade hat man noch über lichtes Haar gescherzt. Und schon ist man selbst betroffen. Die haarlosen Kreise, die im Durchschnitt 2-6 cm groß sind, treten wie aus dem nichts auf. Man kann ihnen nicht vorbeugen, noch sind sie vorhersehbar. Auch der Verlauf ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Von kahlen Stellen bis hin zum kompletten Verlust der Haare

Die einen verlieren nur ein paar Haare auf dem Kopf (AA totalis), die anderen alle Haare an ihrem Körper (AA universalis). Von Alopecia Areata können sowohl die Augenbrauen und die Wimpern, wie auch die Scham- und Achselhaare betroffen sein. "Manche haben nur ein oder zwei kleine Stellen, andere ganz viele, die sich immer mehr ausweiten. Und in einigen wenigen Fällen kommt es auch zum kompletten Haarverlust", schildert Anita Macionga-Knauer, die selbst seit mehr als 30 Jahren betroffen ist.

Häufig bilden sich die Haare spontan zurück

Die wenigsten Patienten leider ihr ganzes Leben lang an Alopecia Areata. Bei einem Großteil der Betroffenen verschwindet die Krankheit nach 3-6 Monaten von alleine. Zunächst wachsen die Haare ohne Farbe und in feiner Struktur, später dann ihrer gewohnten Pracht nach. Ob sich das Haar vollständig zurückbildet, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und nicht absehbar. Im Allgemeinen gilt: Je geringer der Haarausfall, desto größer die Chance auf eine Heilung. Nicht selten fallen die Haare auch ein zweites und ein drittes Mal aus. Die Krankheit kann immer wieder kommen. Grund dafür ist ein Entzündungsherd, der zwar gebremst, aber nicht in seinem Ursprung geheilt ist.

Wie kommt es zu Alopecia Areata?

Die Ursachen von Alopecia Areata sind unbekannt. Sicher ist jedoch, dass es sich bei dem kreisrunden Haarausfall um eine genetisch bedingte Autoimmunerkrankung handelt. Man geht davon aus, dass sich Immunzellen, die sonst für die Abwehr von Viren und Bakterien verantwortlich sind, gegen die Zellen in den Haarwurzeln des eigenen Körpers richten. Einfach gesagt: Das Haar wird vom Immunsystem abgestoßen. Kann dieser Entzündungsvorgang beendet werden, wachsen die Haare wieder nach.

Wer erkrankt an Alopecia Areata?

Spekulationen zu folge, tritt kreisrunder Haarausfall in Folge psychischer Probleme auf. Eine Vermutung, die wissenschaftlich nicht bestätigt ist. Sicher ist hingegen, dass die Vererbungskomponente eine wichtige Rolle spielt. In 10-25 % der Erkrankten, tritt Alopecia Areata vermehrt in der Familie auf.

Egal ob mit oder ohne Therapie – der Krankheitsverlauf unterscheidet sich kaum

Alopecia Areata ist nicht heilbar. Obwohl die Krankheit weltweit bekannt ist, gibt es bisher noch keine wirksame Therapiemöglichkeit. Nur die Symptome können gelindert werden. Auch hier gilt: Eine Therapie ist nur so lange wirksam, bis man sie wieder absetzt. Daher raten die meisten Ärzte abzuwarten. Was sich schwer und unvorstellbar anhört, kann in vielen Fällen die Lösung sein. Vor allem bei Kindern besteht bei einer frühzeitigen Therapie die Gefahr, dass die Selbstheilungskräfte unterdrückt werden. Die Spontanheilungsrate, das wieder eintreffende Haarwachstum ohne vorherige Therapie, liegt bei 75-80 %. Wer an Alopecia Areata erkrankt, verspürt weder Schmerzen noch ein unangenehmes Jucken der Kopfhaut. Der schlimmste Schmerz, vor allem für Frauen, ist der Schmerz, ohne Haare leben zu müssen. Nicht selten erkranken diese an schweren Depressionen oder ziehen sich ganz aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen. Das beste Beispiel für ein Glück erfülltes Leben ist diese junge Frau.

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