Anenzephalie: Mutter möchte Organe ihres todkranken Babys spenden

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Auf diesem Bild ist Elisha McGill zusammen mit ihren beiden Kindern Bobby und Ollie zu sehen.
Foto: Facebook/ Elisha McGill

Baby erkrankt am Mutterleid an der Fehlbildung Anenzephalie

Elisha McGill weiß, dass ihr Ungeborenes vielleicht nur wenige Minuten leben wird. Dennoch möchte sie das Kind bekommen - auch um seine Organe zu spenden.

Die Irin Elisah McGill und ihr Mann Dermot sind glücklich, als sie erfahren, dass sie zum dritten Mal Eltern werden. Das Paar hat bereits zwei Söhne - den 22 Monate alten Bobby und den neun Monate alten Ollie. Doch sie ahnen noch nicht, was ihnen noch bevorsteht.

Eine Schwangerschaftsuntersuchung im vierten Monat bringt es dann ans Licht. Das ungeborene Kind von Dermot und Elisha McGill leidet an Anenzephalie. Folge dieser Fehlbildung ist, dass sich die Schädeldecke der betroffenen Babys nicht schließt. Auch sind das Stammhirn und die Hypophyse häufig stark unterwickelt. Kinder mit einer Anenzephalie haben keine hohe Lebenserwartung. Sie sterben häufig bereits innerhalb der ersten Tage nach ihrer Geburt. Das Baby von Elisha und Dermot könnte sogar nur wenige Minuten überleben.

Die Ärzte teilten Elisha und ihrem Mann mit, dass sie in einem solch speziellen Fall die Möglichkeit hätten, die Schwangerschaft auch zu diesem späten Zeitpunkt abzubrechen. Der Großteil der Paare würde sich in dieser Situation dazu entscheiden. Doch für die Mutter aus der irischen Stadt Aghadowey kommt dies nicht infrage. Sie möchte das Baby auf die Welt bringen und so lange halten und lieben wie nur möglich.

Außerdem haben Elisha und Ehemann Dermot beschlossen, die Organe ihres todkranken Babys zu spenden, umso anderen Kindern, die auf eine Organspende angewiesen sind, zu helfen. In einem Interview mit der irischen Ausgabe des Independent sagte die Mutter, die bereit war, eine solch mutige Entscheidung zu treffen: "Wir hoffen, dass wir unser Baby so lange wie möglich knuddeln und lieben können, bis es auf natürlichem Wege stirbt und hoffentlich können Teile von ihm oder ihr in anderen Babys weiterleben."

Aktuell ist Elisha in der 19. Schwangerschaftswoche. Auf der Facebook-Seite 'Anencephaly Follow Our Journey From Start Lets Get More Support Out There' (auf Deutsch: Anenzephalie: 'Folgt unserer Reise von Beginn an. Lasst uns für mehr Unterstützung da draußen sorgen') teilen Elisha und Dermot McGill ihre Sorgen und Ängste, posten Updates über den Schwangerschaftsverlauf und versuchen gleichzeitig auf das Krankheitsbild Anenzephalie aufmerksam zu machen. Es scheint ihnen zu gelingen. Die Facebook-Seite hat schon fast 3.000 Fans und auch auf der Plattform Just Giving wurden bereits Spenden eingereicht, mit denen das Ehepaar anderen Eltern in der gleichen Situation helfen möchte.

Elishas Ziel ist es nun, ihr Baby bis zur 36. Schwangerschaftswoche auszutragen. Erst dann ist es möglich, die Organe ihres todkranken Kindes zu spenden. Das Ungeborene soll per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, um der Familie so viel Zeit wie nur irgendwie möglich, mit dem Kleinen zu ermöglichen.

Die Zeit des Wartens stellt die Familie auf eine harte Probe. Elisha McGill selbst sagt: "Es ist alles sehr emotional für uns, da wir zwar einerseits stolz darauf sind, dass unser Baby so kämpft, aber andererseits gleichzeitig auch wissen, dass es nur noch 18 Wochen bis zum 'Hallo' sind, was bedeutet, dass das 'Lebewohl' ebenfalls nicht mehr weit entfernt ist. Die Ungewissheit ist sehr beängstigend."

Uns bleibt an dieser Stelle nur, der Familie, die eine so bewegende und mutige Entscheidung getroffen hat, alles Gute für die Zukunft zu wünschen.

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