Anleitung zur DIY-Abtreibung: Geht das zu weit?

Abtreibung ist eines der großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft. In Chile soll nun ein neues Gesetz zur Abtreibung auf den Weg gebracht werden, das diese im streng katholischen Land endlich legalisiert. Wer in Chile derzeit abtreibt, macht sich strafbar und droht ins Gefängnis zu gehen.

Videos zur DIY-Abtreibung

Immer mehr Videos zur DIY-Abtreibung tauchen im Netz auf. Junge Frauen erklären, wie sie am besten selbst eine Abtreibung bei sich durchführen. Dazu provozieren sie in den Videos Unfälle im Alltag, die zu einem Schwangerschaftsabbruch führen sollen. Denn das chilenische Gesetz besagt, dass nur ein Abbruch der Schwangerschaft durch einen Unfall nicht strafbar ist.

Was sich schockierend anhört, ist Teil einer Kampagne der Organisation "Miles Chile", die sich gegen das noch vorherrschende Gesetz in Chile einsetzt. Ein Jahr nach Amtsantritt soll die sozialistische Präsidentin, Michelle Bachelet, jetzt ihr Versprechen wahr machen und Abtreibung legalisieren.

Eine Frage des Glaubens?

Im Januar reichte die Regierung den Gesetzesentwurf zur Abtreibung ein. Diese soll in drei Ausnahmefällen zukünftig erlaubt sein: Wenn das Leben der Mutter durch die Schwangerschaft gefährdet ist, wenn die Zeugung eine Vergewaltigung war oder der Embryo behindert ist. Noch ist völlig unklar, ob dieses Gesetz tatsächlich durchgesetzt werden kann.

Denn die Abtreibungsfrage spaltet das südamerikanische Land. Strenge Katholiken gegen Frauen, die sich mehr Selbstbestimmung über Ihren Körper wünschen. Weihbischof des Erzbistums von Santiago de Chile, Fernando Ramos, mahnte:

"Wir sehen den Vorschlag, Abtreibungen in einzelnen Fällen zu erlauben, mit einiger Besorgnis, weil es in der Praxis einen Rückschritt für unsere Gesellschaft, für unsere Kultur, bedeuten würde. Wir würden eine Form von Diskriminierung etablieren: Wer darf leben? Und wer nicht? Das besorgt uns. Sehr."

Die Dunkelziffer der doch durchgeführten Abtreibungen in Chile ist hoch: Rund 70.000 bis 160.000 Abbrüche soll es jedes Jahr geben. Oftmals unter schlechten Bedingungen und mit unzureichender Erfahrung. Gerade Frauen in den ärmeren Bevölkerungsschichten treiben ab. Sie können ihren Kindern kein würdevolles Leben ermöglichen, deshalb wünschen Sie sich zumindest eine würdevolle Abtreibung.

Im Netz tauchen immer mehr Videos auf, die eine Anleitung bieten, selbst eine Abtreibung durchzuführen. Was dahinter steckt, ist alarmierend.

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