Anti-Schnarchmittel: Was hilft wirklich?

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Foto: stock.xchng

Schlafexperte Dr. Ingo Fietze (49) aus Berlin hat einige der gängigsten Mittel getestet.

Laut "Guinnessbuch der Rekorde" liegt die Weltbestleistung im Schnarchen bei 93 Dezibel. Diesen Lärmpegel würde etwa ein Lastwagen erzeugen, der direkt durch Ihr Schlafzimmer donnert. Aber es muss gar nicht die volle Dröhnung sein. Auch viel weniger Lautstärke reicht, um Nacht für Nacht den Partner zu quälen. Laut Deutscher Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin schnarcht rund die Hälfte aller deutschen Männer und ein Viertel der Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Die verbreitete Meinung, dass die meisten Schnarcher dabei auf dem Rücken liegen, ist ein Irrtum. 96 Prozent nämlich röcheln auch in anderen Körperlagen. Die genaue Ursache ist nicht bekannt

Warum schnarchen wir überhaupt?

"Wir wissen es noch nicht", gesteht Dr. Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Berliner Charité. "Wir kennen nur verschiedene Auslöser." So kann die nachlassende Spannkraft des Gaumensegels, das im Sog der Atemluft flattert, das verhasste Geräusch erzeugen. "Ebenso ist es möglich, dass der hintere Bereich der Zunge in den Rachen zurückfällt und dort vibriert." Was wirklich hilft? Unser Experte Dr. Fietze hat im Schlaflabor vier aktuelle Methoden getestet.

Schnarchbrille setzt Weckreiz

Durch einen elektrischen Impuls beginnt die Brille beim Schnarchen zu blinken. Das führt zu einer Lageänderung oder einem kurzem Aufwachen. Dann geht das Konzert meist weiter. Der gleiche Effekt, aber billiger: den Scharcher wach rütteln oder ihm die Nase zuhalten. Auf Dauer nicht zu empfehlen.

Strips weiten die Nase

Sie werden auf die Nasenflügel geklebt. Die Strips schaden nicht, man kann sie ausprobieren. Sie verbessern generell die Nasenatmung und werden daher auch von Sportlern beim Training genutzt. Aber: Das Schnarchen muss sich nicht zwingend bessern. Problem: Die Strips halten nicht auf jeder Nase über Nacht.

Nasen-Clips sitzen innen

Sie haben die gleiche Wirkung wie Nasenstrips, mit einem Unterschied: Sie werden in die Nasenflügel eingeführt. Dadurch wird der Druck von innen und damit auf die Nasenschleimhaut ausgeübt. Das kann die Nase reizen und deren Durchblutung beeinflussen. Langzeitfolgen sind bisher nicht untersucht worden.

Vorschubschiene für den Kiefer

Sie verschiebt den Unterkiefer einige Millimeter nach vorn. Diese Maßnahme kann sinnvoll sein, wenn bei Betroffenen der Unterkiefer klein und nach hinten versetzt ist (sogenannte Retrognathie). Es sind aber nur individuell angefertigte Schienen zu empfehlen. Kein Billigangebot aus dem Internet!

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