Antibiotika sind kein Allheilmittel

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Schulmedizin vs. Natur-Arznei

Sie galten lange als Wunderwaffe der Medizin . Doch immer öfter versagen Antibiotika, weil Bakterien resistent geworden sind. Krankenhäuser melden inzwischen sogar verstärkt sogenannte Superinfektionen. Dabei handelt es um eine Virus-Ansteckung mit gleichzeitigem Bakterienbefall. Eine gefährliche Entwicklung. Wie konnte es so weit kommen?

Antibiotika werden immer wieder falsch verordnet: Obwohl für fast 90 Prozent aller Atemwegsinfekte Viren verantwortlich sind, verschreiben manche Ärzte bei vier von fünf Patienten Antibiotika. Doch die sind gegen Viren machtlos.

Außerdem führt der falsche Einsatz dazu, dass die Mikroorganismen sich verändern und gegen Antibiotika unempfindlich werden. Eine rettende Alternative können in vielen Fällen Naturheilmittel sein. Wir stellen die wichtigsten vor.

Zistrose hilft bei bakteriellen Infekten

Virenblocker

Die Wirkstoffe der Heilpflanze stärken das natürliche Abwehrsystem der Schleimhäute, stoppen krankmachende Eindringlinge. Zudem wirkt die aus dem Mittelmeerraum stammende Zistrose entzündungshemmend und schmerzstillend.

Zur Vorbeugung und Behandlung von Infekten täglich drei Tassen Cistus-Tee trinken:

2–3 EL Kraut (Apotheke) mit 1 l kochendem Wasser übergießen, drei Minuten ziehen lassen.

Kapland-Pelargonie stärkt die Abwehr

Immunschutz

Der Extrakt der Kapland-Pelargonie (z. B. in Umckaloabo) stärkt erwiesenermaßen das Immunsystem, indem er schädliche Bakterien an der Vermehrung hindert und auch Viren abwehrt. Gleichzeitig löst er hartnäckigen Schleim, den der Körper bei Atemwegserkrankungen bildet. Empfohlene Dosierung für Erwachsene: 3-mal täglich 30 Tropfen.

Karde kann Borreliose heilen

Wundermittel

Der Botaniker Dr. Dieter Storl (70) erkrankte an der durch Zecken übertragenen Borreliose, die Organe und Nerven schädigt. Da er keine Antibiotika verträgt, suchte Storl nach Alternativen. Dabei stieß er auf die distelähnliche Karde-Pflanze, die in der chinesischen Medizin schon lange bei ähnlichen Symptomen eingesetzt wird. In einem Selbstversuch stellte er eine Kardentinktur her. Nach nur einem Monat war er beschwerdefrei. Noch fehlen verlässliche Studien dazu, aber erste Anwendungen zeigen, dass die stachelige Pflanze tatsächlich antibiotisch wirkt.

Für eine Tinktur die Wurzel (in Apotheken) zerkleinern, in ein Schraubglas füllen und mit 40-prozentigem Alkohol (z. B. Korn) übergießen. Tinktur nach drei Wochen filtern. 3-mal täglich 10 Tropfen davon einnehmen.

Zwiebeln helfen bei Bronchitis

Küchenarznei

Früher galt sie als Hausmittel gegen Wespenstiche, bei Entzündungen, Gelenkschmerzen und Schwellungen. Heute kennen Wissenschaftler ihren Heilstoff: Allicin. Bereits weniger als ein hunderttausendstel Gramm genügt, um Entzündungen zu lindern und Bakterien abzutöten. Die bis zu 100 mg Allicin pro Knolle machen die Zwiebel zu einem der wirksamsten Naturheilmittel mit antiviraler Wirkung.

Tipp: Bei hartnäckigem Husten hilft ein Tee aus 1 EL gehackten Zwiebeln, gesüßt mit 1 TL Honig. Das regt die Schleimbildung der Atemwege an und erleichtert das Abhusten.

Kapuzinerkresse bei Blaseninfektionen

Multitalent

Bereits die mittelalterliche Klostermedizin setzte Kapuzinerkresse bei Infekten der Atem- und Harnwege ein. Bei vielen Ärzten gilt sie heute als Antibiotika-Ersatz mit Breitbandwirkung.

Grund: Ihre Senföle töten sowohl Bakterien als auch Viren und Pilze ab.

Anwendung: Bereits 10 g Kapuzinerkresseblätter (Apotheke oder frisch als Salat-Zutat) hemmen das Bakterienwachstum. In einer Studie entfaltete eine Wirkstoffkombi aus Meerrettich und Kapuzinerkresse (Apotheken-Präparat) bei Blaseninfektionen die gleiche entzündungshemmende Wirkung wie ein Antibiotikum.

Wichtig: Zubereitungen aus der Kapuzinerkresse nicht länger als vier bis sechs Wochen anwenden, da sie die Schleimhäute reizen können.

Bartflechte bei Mandelentzündungen

Bakterienhemmer

Dank ihrer Bitterstoffe hat sich die an Bäumen wachsende Bartflechte als besonders wirksames Natur-Antibiotikum erwiesen. Am effektivsten bekämpft sie gerade die Bakterien, die für schmerzhafte Mandel- oder Nasennebenhöhlenentzündungen verantwortlich sind. Außerdem stärken die Extrakte der Heilpflanze die Abwehrkräfte bei Erkältungskrankheiten.

Empfohlene Dosierung: Dreimal täglich 3 – 4 ml Bartflechten-Tinktur (Reformhaus oder

Apotheke) zusammen mit etwas Wasser einnehmen.

Isländisch Moos für die Schleimhäute

Entzündungsheiler

Die Flechtensäuren, die für den bitteren Geschmack sorgen, stecken auch hinter der antibiotischen Wirkung des Isländisch Moos. Bekannt ist es vor allem in Form von Lutschpastillen gegen Halsweh.

Als Tee hilft es gegen Entzündungen im gesamten Mund- und Rachenraum: 1 TL getrocknete Flechte mit ¼ l kaltem Wasser ansetzen, nach 2 Stunden abseihen und erwärmen (nicht kochen).

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