Antidepressiva: Sind die Nebenwirkungen gefährlich?

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Antidepressiva können gefährliche Nebenwirkungen haben.
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Depressionen

Um Depressionen zu behandeln, werden häufig Antidepressiva verschrieben. Von 2001 bis 2011 stieg allein in Deutschland der Verbrauch um das Dreifache, damit gehören sie zu den fünf am häufigsten verkauften Medikamenten. Dabei können Antidepressiva gefährliche Nebenwirkungen haben – Experten beginnen daher, ihren Nutzen anzuzweifeln.

Wirkungsweise von Antidepressiva

Antidepressiva bringen bei Depressionen die Hirnbotenstoffe wieder ins Gleichgewicht und normalisieren die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. Die Wirkung der Pillen setzt oft erst nach rund zwei Wochen Einnahme ein. Entgegen weit verbreiteter Vorurteile machen Antidepressiva nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit. Sie können aber dennoch eine Reihe gefährlicher Nebenwirkungen haben.

Nebenwirkungen: Erhöhte Aggressivität und Suizidgedanken

Bei Depressionen können verschiedene Antidepressiva-Präparate verschrieben werden. Die Wirkung einiger Inhaltsstoffe der Psychopharmaka ist bis heute nicht absehbar. Gerade die sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) stehen in der Kritik. Während der Therapie sorgen sie dafür, dass der Serotoninspiegel im Körper steigt. Serotonin wird auch allgemein als Glückshormon bezeichnet – ist davon viel vorhanden, soll auch die Stimmung der von Depressionen betroffenen Patienten steigen. Wird das Medikament jedoch abgesetzt, können verschiedene, mitunter gefährliche Störungen auftreten. Dazu gehören Schwindel, aggressives Verhalten und Suizidgedanken. Sie könnten sogar den letzten Auslöser zur Umsetzung der Tat liefern, wie beispielsweise der prominente Fall Robert Enke zeigte: Er stand zum Zeitpunkt seines Suizides unter Antidepressiva.

Keine Antidepressiva in der Schwangerschaft

Besonders Schwangere sollten bei Depressionen auf Antidepressiva verzichten, weil es hier zu gefährlichen Nebenwirkungen kommen kann. So belegen etliche neue Studien, dass sich bei werdenden Müttern das Risiko erhöht, an Bluthochdruck zu erkranken. Viel fataler können allerdings die Folgen für das Ungeborene sein: Hier verdoppelt sich das Risiko für Autismus, auch wächst die Gefahr einer Frühgeburt.

Depressionen behandeln: Umfassende Strategien sind besser

Experten sind sich einig, dass eine zeitgemäße Therapie von Depressionen nicht nur auf Antidepressiva setzt. So könne beispielsweise bei leichten Depressionen probeweise ganz auf Pillen verzichtet werden. Stattdessen werden andere Maßnahmen wie beispielsweise eine Psychotherapie zur Behandlung herangezogen. Tritt keine Besserung ein, sollten trotzdem kombinierte Maßnahmen aus Antidepressiva, Psychotherapie und unterstützenden Therapieformen eingesetzt werden. Demnach können auch Bewegungstherapien wie Sport oder kreative Beschäftigungstherapien helfen.

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