Antoine Leiris verlor seine Frau in Paris - nun schreibt er einen Brief an die Terroristen

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Die Französin Helene Muyal Leiris wurde bei den terroristischen Attacken im Bataclan getötet.

"Wir werden uns wiederfinden, in einem Paradies der freien Seelen, zu dem ihr niemals Zugang haben werdet"

Sie war gerade 35, Mutter eines kleinen Sohnes und so verliebt in ihren Mann - vor sechs Tagen wurde die Ehefrau des Franzosen Antoine Leiris bei den Terrorattacken in Paris getötet. Jetzt schreibt ihr Ehemann einen machtvollen Brief an die Killer.

Es ist leicht, im Gedanken an die Opfer der Terrorattacken von Paris nur Hass zu empfinden. Doch leider ist Hass genau das, was die Terroristen in uns allen schüren wollen. Denn Hass gibt ihnen die Energie, uns immer weiter in die Enge der Angst zu treiben. Genau darum schreibt der Ehemann eines Opfers der Attacken nun einen bewegenden und machtvollen Brief an die Killer seiner Frau.

"Jede Kugel im Körper meiner Frau war eine Wunde in Gottes Herz"

Der französische Journalist Antoine Leiris hat durch die Schüsse der Terroristen seine geliebte Ehefrau verloren. Doch er und sein Sohn wollen sich nicht dem Hass hingeben. Dies sind die unbeugsamen Worte des trauernden Witwers:

"In der Nacht des vergangenen Freitags habt ihr das Leben eines außergewöhnlichen Wesens gestohlen, sie war die Liebe meine Lebens, die Mutter meines Sohnes, aber ihr werdet nicht meinen Hass bekommen.

Ich weiß nicht, wer ihr seid und ich will es auch nicht wissen, eure Seelen sind tot.

Wenn der Gott, für den ihr so blind tötet, uns nach seinem Abbild geschaffen hat, dann war jede eurer Kugeln im Körper meiner Frau eine Wunde in seinem Herzen."

Antoine, der seine Frau Helen Muyal-Leiris vor zwölf Jahren kennen und lieben gelernt hat, schreibt weiter:

"Natürlich bin ich jetzt vor Trauer am Boden zerstört, diesen kleinen Sieg kann ich euch nicht verweigern, aber er wird von kurzer Dauer sein. Ich weiß, dass meine Frau jeden Tag bei uns sein wird und eines Tages werden wir uns wiederfinden, in einem Paradies der freien Seelen, zu dem ihr niemals Zugang haben werdet."

Der Brief, der schon hunderttausendfach geteilt wurde, endet mit den Worten:

"Mein Sohn und ich, wir sind nur zwei Menschen, doch wir sind mächtiger als alle Armeen dieser Welt. Ich habe keine Zeit mehr an euch zu verschwenden, ich muss zurück zu meinem Sohn, der bald aus seinem Mittagsschlaf aufwachen wird. Er ist erst 17 Monate alt, er wird wie jeden Tag seine Mahlzeit essen, und danach werden wir wie jeden Tag spielen gehen, und jeden Tag seines Lebens wird dieser kleine Junge euch mit seiner Fröhlichkeit und seiner Freiheit treffen.

Auch seinen Hass werdet ihr nicht bekommen."

“Vous n’aurez pas ma haine” Vendredi soir vous avez volé la vie d’un être d’exception, l’amour de ma vie, la mère de...

Posted by Antoine Leiris on Monday, 16 November 2015

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(ww1)

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