Aromatherapie: Wie Gerüche unseren Körper und unser Wohlbefinden beeinflussen

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Die Magie der Düfte: Wie Aromatherapie und helfen kann...

Schöne Gerüche stimulieren unsere Sinne - und auch unser körperliches Wohlbefinden. Sie wecken Emotionen und beeinflussen unser Befinden. Wie wir Aromatherapie für uns nutzen können.

Der Duft nach frischem Kaffee oder nach noch warmem Apfelkuchen – mmh! Ein Hauch des Parfüms unserer ersten großen Liebe – schon fühlen wir uns wie damals mit 16 Jahren. Gerüche begleiten uns ein Leben lang, wecken von jetzt auf gleich längst vergessen geglaubte Erinnerungen oder versetzen uns emotional um Jahrzehnte zurück.

Aromatherapie: Düfte schleichen sich an unserem Verstand vorbei

Warum beeinflussen uns Aromen so sehr? Im Gegensatz zu visuellen Eindrücken werden Gerüche nicht im Großhirn verarbeitet, sondern im limbischen System, dem Gefühlszentrum in unserem Kopf. Strömt uns ein Duft in die Nase, werden dort mit jedem Atemzug 30 Millionen Riechzellen stimuliert, die mit ihren Sinneshärchen winzige Duftmoleküle entschlüsseln. Ist ein Geruch erkannt, senden sie Nervenimpulse an das limbische System. Dieser Teil unseres Gehirns interpretiert nun die Botschaft und reagiert entsprechend darauf, etwa mit der Ausschüttung von Glückshormonen. Die schöne Folge: Wir fühlen uns rundum wohl. Das alles geschieht in Sekundenbruchteilen und völlig losgelöst vom Verstand - eine Wirkung, die sich die Aromatherapie zunutze macht.

Kein Wunder also, dass es uns oft schwerfällt, Düfte mit Worten zu beschreiben. Gerüche gibt es zudem sehr viele: Mehr als zehn Millionen Duftstoffe existieren auf der Erde, gut 10 000 davon können wir wahrnehmen. Menschen mit geübter Nase, etwa Parfümeure, können sogar bis zu 30 000 Düfte unterscheiden.

Ätherische Öle sind die Duftessenzen der Pflanzen

Sie werden aus Blüten, Blättern und Wurzeln gewonnen, riechen intensiv und haben wissenschaftlich nachgewiesene Heilwirkungen auf Geist und Körper: ätherische Öle helfen etwa bei Verspannungen, Stress oder Schlafproblemen. Begleiten Sie uns doch in die magische Welt der Düfte – und genießen Sie gute Stimmung und Wohlgefühl!

Düfte: Ein Hauch von Glück und Wohlbefinden!

Wenige Tropfen der duftenden Essenzen reichen, um Stress in Entspannung oder Müdigkeit in neue Energie zu verwandeln. Ätherische Öle können aber noch mehr: Sie straffen die Haut oder lockern Muskeln. Hier sind aromatische Tipps:

Der Duft von Baldrian sorgt für schöne Träume

Das herbe Aroma des ätherischen Baldrianöls wirkt ausgleichend auf das Nervensystem, sorgt so dafür, dass der Körper auf Entspannung umschaltet. Es ist deshalb nach Erkenntnissen der Aromatherapie die ideale Schlummerhilfe, wenn die Hektik des Tages Sie nicht loslässt. Etwa 10 Minuten vor dem Zubettgehen 1 Tropfen auf ein Baumwolltuch geben und unter den Kopfkissenbezug stecken. Gute Alternative bei Nervosität: Lavendelöl.

Rosmarin hilft dem Gedächtnis

Wenn Kreativität, ein erhöhtes Konzentrationsvermögen und Merkfähigkeit gefragt sind, hilft das ätherische Öl des Rosmarins weiter. Sein krautigfrischer Duft regt die grauen Zellen an und klärt den Kopf. Dazu 3 Tropfen des Öls auf einen Duftstein geben und diesen am besten direkt auf den Schreibtisch legen.

Cassia-Zimt heizt kalten Zehen ein

Viel besser, als mit Eisfüßen im Bett zu liegen: eine wärmende Massage mit dem süßlich-würzig duftenden Cassiaöl. Seine Biostoffe kurbeln dieDurchblutung der Haut an, sein Duft spendet Geborgenheit. Einfach 4–6 EL Jojobaöl mit 1–2 Tropfen Cassiaöl mischen, dann die Zehen, Fersen und Sohlen kräftig damit einreiben und massieren.

Vanille stärkt das Selbstvertrauen

Ein Hauch von Vanilleduft genügt, um uns behütet und selbstbewusst zu fühlen. Denn die süße Nuance lernen wir bereits mit der Muttermilch kennen. So stellen wir mit unserem ersten Atemzug den Bezug "Vanille = Geborgenheit" her und verankern ihn fest in unserem Gehirn, erklären Biologen. Schließlich ist der Geruchssinn der einzige unserer Sinne, der schon von Geburt an voll entwickelt ist.
Sie brauchen heute eine Extradosis Selbstvertrauen? Dann träufeln Sie schon am Morgen 2–3 Tropfen ätherisches Vanilleöl in eine Duftlampe und platzieren diese zum Beispiel im Badezimmer, während Sie sich für den Tag zurechtmachen.

Weihrauch pflegt den Teint

Das erdig-warm riechende ätherische Öl von Olibanum, besser bekannt als Weihrauch, lindert nicht nur Husten und wirkt beruhigend auf die Psyche, es ist auch ideal zur Pflege reiferer Haut. Seine Inhaltsstoffe kurbeln die Durchblutung und den Zellstoffwechsel an. Dadurch wird die Haut optimal mit Nährstoffen versorgt. Für ein Gesichtsöl 3 Tropfen Weihrauch und 2 Tropfen Linaloeholz mit 100 ml Mandelöl in eine Flasche füllen. Jeden Abend etwas davon auf das Gesicht geben und sanft einmassieren.

Mandarine stimmt optimistisch

Das lieblich, fruchtig-fein duftende Öl der Mandarine macht zufrieden und zuversichtlich. Kein Wunder, dass es gern in Wartezimmern von Arztpraxen eingesetzt wird. Untersuchungen belegen, dass Zahnarztpatienten dank des Aromas deutlich weniger Angst haben. Die gleiche Wirkung hat Orangenduft, wie eine Studie der Universität Wien ergab. Für ein Raumspray 10 Tropfen ätherisches Mandarinen-Öl mit ca. 1 TL 90-prozentigem Alkohol oder Zitronensaft mischen und mit 100 ml destilliertem Wasser in eine Sprühflasche füllen. Gut schütteln – fertig.

Muskat lockert die Muskulatur

Die Wirkstoffe des würzig-warm duftenden Muskatblütenöls wirken durchblutungsfördernd. So machen sie verhärtete Muskeln wieder geschmeidig und lindern Gelenkschmerzen. Für eine Packung 1 EL Honig mit 1–3 Tropfen Muskatblütenöl mischen und in 125 ml warmes Wasser geben. Ein Baumwolltuch darin tränken, leicht ausdrücken und für etwa 15–20 Minuten auf die verspannte Körperpartie legen.

Koriander macht mutig

Der lavendelähnliche, warme und leicht herbe Duft des Öls aus Koriandersamen mindert Ängste und innere Unruhe, hilft bei Schockzuständen und kann bei Stress und Reizbarkeit angenehm entspannen. Tipp: für Notfälle ein Fläschchen in die Handtasche stecken – und bei Bedarf daran riechen.

Lemongras entschlackt den Körper

Ein Vollbad mit dem zitronenartig duftenden Öl belebt und entgiftet das Gewebe: Stoffwechselschlacken werden zusammen mit überflüssigem Wasser einfach aus dem Körper geschwemmt. Das strafft die Figur, sorgt zudem für reine Haut. Außerdem gibt das Aroma neuen Schwung. Für ein Bad 3 EL Honig mit 5 Tropfen ätherischem Lemongrasöl verrühren und ins Wasser geben. Für 10 Minuten baden. Tipp: Als Fußbad macht der Mix schwere Beine wieder fit.

Grapefruit glättet Cellulite

Für eine straffende Aromamassage 3–5 Tropfen ätherisches Grapefruitöl in 100 ml Jojobaöl träufeln. Täglich morgens und abends etwas davon auf dem Körper oder einzelnen Partien verteilen und einmassieren. Dabei zunächst kreisende Bewegungen mit den Handflächen machen, anschließend die Haut mit den Fingerspitzen und schnellen Zupfbewegungen bearbeiten. Toller Nebeneffekt: Wenn wir nach Grapefruit duften, schätzen Männer uns um bis zu sechs Jahre jünger, fanden Forscher heraus.

Cistrose bringt die Seele in Balance

Das leicht holzig, balsamisch duftende Cistrosenöl wirkt beruhigend und anregend zugleich. Es schenkt Trost, wenn wir traurig sind, verleiht uns innere Ausgeglichenheit, wenn wir unruhig sind, oder verleiht Elan, wenn wir uns abgeschlagen fühlen. Lauter gute Gründe also, diesen Wohlfühl-Garanten überall einzusetzen. Stellen Sie beim nächsten Wohnungs- bzw. Hausputz ein reinigendes Duftwasser her: Mischen Sie 5 Tropfen ätherisches Cistrosenöl mit 3 Tropfen Neroliöl und 50 ml geruchsneutraler Flüssigseife, alles in 2 l Wasser geben. Damit lässt sich vom Boden bis zur Vase alles reinigen – und gute Laune atmen.


Gut zu wissen für die Aromatherapie:

Was sollte auf dem Etikett stehen? Wie verwendet und lagert man ätherische Öle richtig? Hier gibt’s die Antworten:

Beim Kauf lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen. Auf dem Etikett sollte „100 % ätherisches Öl“ stehen. Nur dann stecken diehochkonzentrierten Aromaauszüge aus Pflanzen in der Flasche. Naturidentische oder Parfümöle werden hingegen künstlich hergestellt und haben keine Wirkung. Zu kaufen gibt es ätherische Öle ab ca. 2 Euro in Drogerien, Reformhäusern und Apotheken. Mit dem Preis steigt meist auch dieQualität.

Für die Anwendung gilt die Regel „Weniger ist mehr“. Ätherische Öle sind hochkonzentriert. Es reichen daher immer wenige Tropfen. Die Öle niemals schlucken und auch nie auf Schleimhäute aufbringen, da sie dann reizend wirken können. Auch auf der Haut werden sie nie pur, sondern stets verdünnt aufgetragen. Für das Mischungsverhältnis gilt bei Anwendungen am Körper eine einprozentige Konzentration. Das entspricht etwa 20 Tropfen ätherischen Öls auf 100 ml Trägeröl. Trägeröle sind z. B. fette Pflanzenöle wie Jojoba-, Oliven- oder Mandelöl. Ohne sie würden dieätherischen Substanzen rasch verfliegen.

Bei der Haltbarkeit ist zu beachten, dass die meisten ätherischen Öle 5–10 Jahre, einige sogar länger, verwendbar sind. Ausgenommen davon sind Zitrusöle. Sie halten lediglich gut ein Jahr, Limettenöl immerhin etwa zwei Jahre. Alle ätherischen Öle mögen es am liebsten dunkel und nicht zu warm.

Mehr dazu: Echte Stimmungsmacher: Wie uns Düfte beeinflussen

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