Artgerechte Tierhaltung: Aldi revolutioniert Discounter-Markt

aldi artgerechte tierhaltung fleisch
Aldi Süd denkt um: Artgerechte Tierhaltung und mehr Veränderungen erwarten die Kunden.
Foto: iStock

Kunden sollen wissen, woher tierische Produkte stammen

Bislang stand Aldi besonders für eins: günstig. Doch jetzt wagt die Discounter-Kette einen mutigen Schritt. Alle tierischen Produkte im Sortiment sollen aus artgerechter Haltung stammen. Und die Nachhaltigkeits-Offensive geht noch weiter.

Kaum eine Woche ohne Schreckensmeldungen: Unser Essen macht krank. Massentierhaltung erzeugt Ekel und bedeutet große Qualen für die Tiere. Das Vertrauen der Verbraucher in die Nahrungsmittelindustrie ist schwer erschüttert. Doch Bio-Qualität können sich viele nicht leisten. Schließlich ist Fleisch, vor allem bei artgerechter Aufzucht, ein Luxus-Produkt. Gibt's einen Weg aus der Misere?

Den weist jetzt vielleicht Deutschlands größer Discounter Aldi auf. Es klingt erst mal befremdlich: Ausgerechnet Aldi Süd will verstärkt auf artgerechte Tierhaltung setzen. Kunden sollen wissen, woher das Fleisch stammt. Die Kette, die vor allem auf günstige Preise setzt, will jetzt Wert auf Nachhaltigkeit und die Herkunft tierischer Produkte legen. Das bedeutet auch, dass manche Waren gar nicht mehr bei Aldi Süd verkauft werden.

Im ersten Schritt sind von dieser Nachhaltigkeits-Offensive Lebensmittel mit tierischen Rohstoffen wie Fleisch, Eier, Milch und Fisch betroffen, die neuen Richtlinien gelten aber auch für Textilien, Schuhe und Kosmetik. Wichtig für den Discounter sei ab sofort die artgerechte Haltung der Tiere. In diesem Zusammenhang fallen bestimmt Lebensmittel, wie Stopfleber oder Hummer, ganz aus dem Sortiment.

Der zweite wichtige Punkt der Neuausrichtung: eine "lückenlose Rückverfolgbarkeit". Jeder Verbraucher soll zweifelsfrei erkennen können, woher das Fleisch kommt, das er kauft. Das Herkunftsland und die Region sollen auf jedem Lebensmittel deutlich gekennzeichnet werden. Auch an seine Zulieferer stellt Aldi Süd dabei hohe Ansprüche: "Wir erwarten von unseren Food-Lieferanten, dass sie sich bei Forschungs- und Pilotprojekten zur Verbesserung von Tierwohl-Aspekten engagieren oder eigene Projekte anstoßen."

Kategorien: