Ausmisten! Endlich Platz im Kleiderschrank

kleiderschrank ausmisten h
Trotz vollem Schrank nichts zum Anziehen?
Foto: Bernd Vogel/Corbis

So werden Sie ungeliebte Mode los

Kleiderschrank ausmisten und dadurch auch den Kopf frei bekommen? Kann tatsächlich klappen. Denn: Wer seine äußere Umgebung ordnet, vereinfacht sein Leben und hat mehr Raum für Neues. Ein Leitfaden zum Frühjahrsputz für den Schrank - und die Seele!

Vergessene Freuden: Laut einer Ebay-Studie lagern in jedem deutschen Haushalt Waren im Wert von 1013 Euro ungenutzt auf Dachböden, Kellern, in Schränken. Wie wär's mit ausmisten, verkaufen, tauschen, spenden oder verschenken?

Ein perfekt organisierter Kleiderschrank beugt der "Ich hab nichts zum Anziehen"-Panik vor und hilft dabei, immer gut gekleidet zu sein. Jede Frau hat Kleidungsstücke im Schrank, die sie schon ewig nicht mehr getragen hat. Z. B., weil sich Kleidergröße oder Geschmack geändert haben. Unser Tipp: Wenn Sie Klamotten länger als ein Jahr nicht anhatten, sollten Sie sie aussortieren. Und wohin jetzt mit den Teilen? Online-Plattformen boomen! Und auch der Einzelhandel entdeckt das Fashion-Recycling für sich. Wir stellen Ihnen die besten Möglichkeiten zum modischen Neustart vor!

Und wenn Sie nach dem Ausmisten schon wieder Lust auf neue Klamotten haben: Warum nicht mal tauschen (engl. "swap") statt kaufen? Macht viel mehr Spaß! Was Sie dafür tun müssen? Den Rest ihrer ungeliebten Schätze zusammenraufen und Termin rausfinden - z. B. auf www.klamottentausch.net suchen. Oder: Einfach mit Freundinnen eine Swap-Party organisieren.

Lauter Designerstücke im Schrank, die Sie nie anziehen? Den Weg zum Secondhandshop können Sie sich sparen. Mit www.buddyandselly.com ist es möglich.

Wie es funktioniert: Sie schnüren ein Päckchen mit ihrer ungeliebten Markenmode, Schuhen oder Accessoires. Dann schicken Sie Ihre guten Stücke ganz einfach per Post an "Buddy & Selly", in ganz Deutschland ist der Versand kostenlos. Hier werden ihre Stücke nach aktuellen Marktpreisen bewertet und Ihnen wird ein Angebot gemacht. Grundlage für die Bewertung: eine Datenbank mit mehr als 14.000 (!) Designermodeartikeln. Sie schlagen ein? Das Geld bekommen Sie anschließend direkt überwiesen. Der Vorteil: keine Kommissionsabwicklung, kein Fotografieren oder Einstellen auf ein Verkaufsportal.

Und noch ein Verkaufs-Tipp der "Buddy & Selly"-Geschäftsführung: "Am besten beraten sind weibliche und männliche Modefans, wenn sie regelmäßig zum Saisonwechsel ihre Kleiderschränke aussortieren. Je weniger Zeit Markenmode auf dem Bügel verbracht hat, umso höher ist auch der Wiederverkaufswert. Und man kann das Geld gleich wieder für den Kauf neuer Mode verwenden."

eBay war gestern. Denn das Gute an www.kleiderkreisel.de: Sie können kaufen, verkaufen UND tauschen! Über 1,8 Millionen ausgediente Kleidungsstücke finden sich auf Deutschlands größter Kleidertausch-Internetplattform.

Unter den Artikeln zur Wiederverwertung findet sich alles: von Shirts über Hosen, Jacken und Accessoires bis hin zu Sportbekleidung und sogar Hochzeitskleidern. Unser Tipp: Gehen Sie um 16 Uhr auf Tauschfang. Und: am Sonntag und an Schlechtwetter-Tagen sind die User besonders aktiv und misten ihre Kleiderschränke aus.

Kleiderkreisel.de stellt im Gegensatz zu anderen Portalen die Community in den Vordergrund. Der User kümmert sich selbst um die Präsentation seiner Kleider, zeigt sich vielleicht selbst als Model oder gibt Styling-Tipps.

Vor allem Blogger haben zum Erfolg von Kleiderkreisel.de beigetragen, denn die entdeckten die Kauf-und-Tausch-Kultur als erste für sich. Der Slogan "Kämpfe stilvoll gegen Verschwendung" kommt inzwischen bei mehr als 415.000 Mitgliedern gut an.

Kleiderkreisel.de gibt's übrigens auch als Mobile App. Artikel-Feed, Favoriten markieren, Fashion on the run!

Zur Tausch-Kauf-Verschenk-Familie von "Kleiderkreisel" gehört auch "Mamikreisel". Hier such 400.000 User Kinderartikel aus zweiter Hand. Nicht mehr benötigte Spielsachen, zu kleine Kleider oder Baby-Zubehör finden so ganz kostenlos einen neuen Besitzer.

Was dafür getan werden muss? Profil anlegen, Artikel fotografieren, beschreiben, hochladen und auswählen, ob getauscht, verkauft oder verschenkt werden soll. Fertig.

"Die Kinder wachsen so schnell, dass Kleider und Spielzeug, kaum genutzt, schon passé ist", erzählt Zweifach-Mutter Günes Seyfarth von Mamikreisel.de, "Aber das Gedränge und der Kampf um die besten Stücke ist auf Flohmärkten einfach nur anstrengend. Gerade, wenn man kleine Kinder an der Hand hat oder einen dicken Schwangerschaftsbauch mit sich herumträgt. Deswegen wollte ich das Konzept von Mamikreisel unbedingt in Deutschland umsetzen."

Das Ziel von Mamikreisel.de: viel mehr als eine reine Tauschplattform und stattdessen eine neue Online-Heimat für Mütter jenseits von "Kind und Karriere"-Stress zu sein.

Wie bei Kleiderkreisel.de ist auch bei "Mami's place to click" das Forum ein wichtiger Bestandteil der Website. In der Social Community geht's neben der Tausch-, Schenk- und Verkaufsbörse, auch um andere Themen, wie Kindererziehung und Ernährung oder auch über die Vereinbarkeit von Job und Karriere.

Auch H&M setzt auf Nachhaltigkeit. Ab Februar können Kunden gebrauchte Kleidung in ausgewählten Geschäften zurückgeben.

"Wir wollen der Umwelt Gutes tun, deshalb möchten wir unseren Kunden eine attraktive Lösung bieten: ihre ausgetragene, oder kaputte Kleidung bei H&M zu lassen", sagt CEO Karl-Johan Persson.

Es werden alle Kleidungsstücke von allen Marken und auch in jedem Zustand akzeptiert. Pro abgegebener Tüte bekommen die Kunden dann einen Gutschein für 15 % auf einen Artikel. Und was passiert dann mit den abgelegten Stücken? Das Partnerunternehmer I:Collect übernimmt die Sachen und führt sie einem neuen Nutzen zu.

Good to know: Bis zu 95 Prozent der Kleidung, die jedes Jahr auf Deponien landet, können weiter genutzt, getragen oder recycelt werden.

Früh aufstehen liegt Ihnen nicht? Flohmärkte gibt es auch im Netz! Auf Mädchenflohmarkt.de können Sie ausgeschlafen und rund um die Uhr Ihre Ware an die Frau bringen.

Beim Verkaufen gibt es hier zwei Möglichkeiten: Das Selbsteinstellen überlässt dem User das Hochladen des Bildes und die dazugehörige Beschreibung. Doch Mädchenflohmarkt.de bietet einen Concierge Service an, der es ermöglicht ein Paket mit hochwertigeren Stücken einzusenden – der Service übernimmt dann alles Weitere: Beschreibungen, Fotografieren, Lagerung, Versand.

"PACKMEE" ist ein nationales Sammel- und Spendensystem für Textilien, Schuhe, Brillen & Co. Mit der Kleiderspende wird so die Möglichkeit geboten, auch ohne Geldspende Gutes zu tun.

Wie's funktioniert? Man packt die aussortierten Teile in einen Karton und versendet ihn kostenlos via DHL oder Hermes, oder gibt den Karton einfach dem Paketzusteller mit - ab 5 kg kostenlos.

Die Spendengelder kommen den karitativen Partnern "CARE Deutschland-Luxemburg e. V." und "Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e. V." zugute.

Vintagein.com bietet nicht nur kleinere Labels, sondern auch Second-Hand-Stücke von Usern an.

Die Vintage-Modelle werden vom Vintagein.com-Team begutachtet, bewertet und authentifiziert. So werden auch zerschlissene Teile oder auch Fälschungen sofort aussortiert.

Verkäufer werden leicht gemacht: einfach auf der Website das Online-Formular ausfüllen oder per Mail oder Telefon Kontakt aufnehmen. Feedback abwarten und alle weiteren Infos zum Verkauf bekommen.

Begeben Sie sich auf asos, drücken Sie den Marketplace-Button, fertig. Und Ihr Trend-Stöber-Instinkt regt sich von selbst. Hier finden Sie neue, Secondhand- und Vintage-Fashion.

Auf marketplace.asos.com kann jeder verkaufen: kleine Labels als "Boutiques" oder Einzelpersonen. Als Privatperson können kostenlos unbegrenzt Teile angeboten werden. Foto hochladen, Produkt beschreiben und abwarten. Bei Verkauf gehen 10 Prozent Kommission an Asos.

Die "Boutique"-Option für Start-up-Labels kostet. Es müssen mindestens 15 verschiedene Stücke im Angebot sein, dafür werden etwa 25 Euro im Monat fällig und pro verkauften Teil gehen 20 Prozent Kommission an Asos.

Es macht Spaß, spart Geld und man Lernt nette Leute kennen! "Swap in the City" heißen die Partys in Clubs, Museen oder Konzerthallen, auf die man zum Tauschen (engl.: swap) geht. Einfach Klamotten mitbringen (beliebt sind Handtaschen und Schuhe) und gegen bunte Chips eintauschen, die man wiederum gegen andere Gegenstände einwechseln kann.

Ein DJ und Cocktails pushen die Kauf ..., äh, Swap-Laune. Entspannen lässt sich dann bei diversen Beauty-Anwendungen.

In sieben deutschen Städten jeweils ca. zweimal im Jahr. Infos: www.swapinthecity.com

Kategorien: