Baby-led Weaning: Fingerfood statt Brei

baby led weaning

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Gurkenscheiben und Möhrensticks als Beikost

Ob aus dem Glas oder selbst gemacht - Babybrei sieht selten schön aus. Also warum Gurken und Äpfel nicht ganz lassen und als Sticks und Scheiben servieren? Der neue Trend in Großbritannien: Baby-led Weaning - Fingerfood statt Brei.

Baby-led Weaning - was ist das?

Baby-led Weaning kommt aus Großbritannien und bedeutet übersetzt so viel wie „vom Baby geführtes Zufüttern“. Im Klartext: Babys sollen selbst entscheiden, was sie essen möchten. Weg vom Brei und hin zu Gurkenscheiben, Möhrensticks, Reiswaffeln, Kartoffeln und Brot. Eben all das, was sich das Kind selbstständig in den Mund stecken kann.

Baby-led Weaning ist keine neue Erfindung. Viele Eltern geben ihren Babys bereits Fingerfood als Alternative oder Ergänzung zum Brei. „Die meisten Kinder sind mit ungefähr sechs Monaten reif für Beikost“, sagt Aleyd von Gartzen, Beauftragte für Stillen und Ernährung beim Deutschen Hebammenverband.

Baby-led Weaning - warum?

Baby-led Weaning fördert die individuelle Entwicklung des Kindes. Das Baby nimmt an den Mahlzeiten der Familie Teil und entdeckt das Thema Ernährung auf eine spielerische Art und Weise. Am Anfang sind das weiche Sachen wie gedünstetes Gemüse oder Apfelschnitze, Brot und Kartoffeln. Später dann härtere Lebensmittel. Wichtig: Das Baby wird nach Bedarf weiter mit Muttermilch oder Milch-Fläschen gefüttert.

Baby-led Weaning - ab wann?

Gegen Ende des sechsten Monats fangen die meisten Babys an, nach Essen zu greifen. Wenn das Baby so weit ist, wird es wahrscheinlich auch in der Lage sein, weiches Fingerfood zu essen. Wichtig: Das Baby muss aufrecht sitzen können, bevor es mit Essen experimentiert. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Baby bereits für Baby-led Weaning ist, fragen Sie Ihren Arzt. Er wird Sie über die Vor- und Nachteile des Beifütterns aufklären.

Baby-led Weaning - gefährlich?

Die positive Wirkung von Baby-led Weaning ist wissenschaftlich noch nicht bestätigt. Kritiker warnen vor einem möglichen Nährstoffmangel. Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks „Gesund ins Leben“, einer Initiative des Bundesernährungsministeriums, rät zum Brei. „Das Risiko eines Nährstoffmangels kann durch diese Form der Ernährung nicht ausgeschlossen werden“, sagt sie gegenüber express.de. Für Eltern ist es kaum nachvollziehbar, ob das Baby ausreichend Nährstoffe aufgenommen hat. Daher Baby-led Weaning lieber als Ergänzung sehen, so Flothkötter. „Man kann dem Kind Brei oder auch zerkleinertes Familienessen geben und ihm dann trotzdem noch Lebensmittel zum Selberessen anbieten.“

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