Kinder-KrankheitenBabyfragen googeln? Warum sich das keine Mutter antun sollte

Wenn das Baby krank ist, solltest du nicht nach Symptomen googeln, das verursacht nur Panik.
Wer bei Baby-Krankheiten nach den Symptomen googelt, kriegt garantiert eine Panikattacke.
Foto: iStock

Wie ich einmal dachte, mein Sohn würde sterben....

Panikmacher Google: Auch in Schwangerschaft Nummer Zwei tauchen bei Silke täglich neue Baby-Fragen auf. Die Versuchung ist groß, schnell Google zu befragen. Doch das macht sie (fast) NIE mehr!

"Als ich das erste Mal schwanger war, stellte meine Hebamme eine Regel auf: „Googeln ist verboten. Wenn du eine Frage hast, frag mich oder die Gynäkologin – sonst machst du dich nur verrückt.“ Im ersten Moment war mir überhaupt nicht klar, was das sollte. Bis ich ihre Regel brach.

5 Minuten gegoogelt – und ich war komplett wahnsinnig!

Tom war noch keine zwei Monate alt. Abgesehen von einem Gelbfieber-Fehlalarm hatte er die ersten Wochen auf dieser Welt vollkommen krankheitsfrei überstanden. Doch an diesem Sonntagmorgen hob ich ihn auf die Wickelkommode, zog seinen Body aus – und geriet plötzlich in Schockstarre: Sein Oberkörper war voller roter Flecken.

Ob ich in die Notaufnahme fahren sollte?

Sofort schickte ich meiner Hebamme ein Foto des Ganzen. Doch da sie (an einem Sonntagmorgen gegen 6.30 Uhr …) natürlich nicht in derselben Sekunde antwortete, wurde ich nervös. Vielleicht sind es Masern? Oder Röteln? Ob ich in die Notaufnahme fahren sollte? Nur vorsichtshalber? Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig? Auf der anderen Seite: Was tu ich meinem 7 Wochen alten Kind damit für eine Tortur und für einen Stress an – das kann doch auch nicht gut sein. Sind Masern überhaupt ein Fall für die Notaufnahme? Keine Ahnung!

 

WARUM passieren solche Dinge eigentlich immer sonntags?

Mal bei Google eingeben, wie Masern eigentlich aussehen, kann ja nicht schaden. Dachte ich. Keine 5 Minuten später habe ich in einem dieser Mami-Foren bereits über ein halbes Dutzend Diagnosen für das Symptom „rote Flecken“ entdeckt. Von „Papulöse Urtikaria“ (die MINDESTENS 4 Wochen dauert!) über Neurodermitis (die mein Kind jetzt für den Rest seines Lebens haben wird!) bis hin zu „Lyme Borreliose“ (mit der mal wirklich nicht zu spaßen ist) war alles dabei. Und je tiefer ich in die Kommentare der einzelnen Beiträge einstieg, desto schneller wurde mir klar: Zu jeder Diagnose gibt es auch mindestens eine Horrorgeschichte, die mit bleibenden Schäden bis hin zum Tod endete.

Ich war noch keine 45 Minuten wach an diesem Tag – und schon an den Grenzen meiner nervlichen Belastbarkeit. Ich weinte und heulte und guckte alle 2 Sekunden auf mein Handy. Mein Mann blieb ruhig – war aber genauso überfordert mit der Situation wie ich. Zumal er sich nicht nur mit einem rot gefleckten Kind, sondern nun auch mit einer hysterischen Ehefrau konfrontiert sah.

Da kam das erlösende Handyklingeln!

Meine Hebamme rief an. Und sofort, als ich ihre Stimme hörte, war ich schon ein Stückchen ruhiger. „Das sieht nach einer einfachen Hautreaktion aus“, sagt sie als erstes. „Hast du zufällig das Waschmittel gewechselt?“ Das hatte ich tatsächlich. Und der Body, den Tom nachts anhatte, war in der ersten Fuhre Wäsche mit neuem Mittel dabei. „Beobachte die Stellen. Ich wette, morgen sind sie weg. Wenn nicht, gehst du zum Kinderarzt. Aber tu deinem Kind keinen Sonntag in der Notaufnahme an – da dreht ihr beide durch.“

Am nächsten Tag waren die roten Stellen weg. Und mein Bedürfnis, je wieder eine meine Babyfragen zu googeln, fürs erste auch …

Eure Silke

Mama-Blooggerin Silke googelt bei Kinder-Krankheiten nur noch ganz selten.
Unsere Mama-Blooggerin Silke googelt bei Kinder-Krankheiten nur noch ganz selten.
 

PS: Okay, ich geb’s zu: Hin und wieder google ich auch jetzt noch nach Krankheitssymptomen und anderen Babyfragen. Aber ich reagiere nicht mehr halb so hysterisch – ehrlich!

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