Bakterielle Vaginose oder Scheidenpilz – was tun?

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Jede Frau erkrankt mindestens einmal in ihrem Leben an bakterieller Vaginose.
Foto: Thinkstock

Scheideninfektion

Eine Scheideninfektion kommt immer dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann: Unerwartet und zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Kein Zufall: Die häufigsten Ursachen für eine Scheideninfektion sind plötzlich auftretender psychosozialer Stress und spontane Veränderungen im Hormonhaushalt. Betroffene können aufatmen, denn Scheideninfektionen sind schon lange kein Tabuthema mehr. Jede Frau leidet mindestens einmal in ihrem Leben an einer bakteriellen Vaginose oder einer Scheidenpilzinfektion, viele sogar öfter. Wichtig ist nur, dass sie einen Arzt aufsuchen. Bei richtiger Behandlung klingen die Symptome innerhalb weniger Tage ab.

Bakterielle Vaginose oder Scheidenpilz

Über eine bakteriellen Vaginose wissen die wenigsten Bescheid, über einen Scheidenpilz eigentlich auch. Irrtümlicherweise halten die meisten eine Erkrankung im Intimbereich immer für eine Scheidenpilzinfektion. Dabei wird diese Krankheit nur in 26 % aller Fälle vom Arzt diagnostiziert, eine bakterielle Vaginose hingegen bei 46 %. Die Symptome sind ähnlich, die Behandlungsmethoden gegensätzlich. Daher ist eine richtige Diagnose wichtig.

Keine vaginale Entzündung

Ein dünnflüssiger, gräulich-weißer Scheidenausfluss und ein fischiger, manchmal auch leicht süßlicher Geruch – diese Symptome kommen am häufigsten bei einer bakteriellen Vaginose vor. Der Name verrät es bereits. Eine bakterielle Vaginose ist keine vaginale Entzündung sondern ein verschobenes bakterielles Gleichgewicht der Scheidenflora. Auch in einer gesunden Scheidenflora leben Bakterien, sogenannte Milchsäurebakterien. Diese sind nicht schädlich; im Gegenteil. Sie produzieren Milchsäure und schützen so die Scheidenflora vor Keimen. Gerät diese aus dem Gleichgewicht, kann sie ganz einfach von Bakterien, den Gardnerella-Bakterien besiedelt werden. Doch Gardnerella-Bakterien alleine sind nicht unbedingt schädlich. Erst in Verbindung mit anderen unter Luftausschluss lebenden Keimen rufen sie die für eine bakterielle Vaginose typischen Symptome hervor.

Eine geschwächte Scheidenabwehr

Er fühlt sich in einem warmen und feuchten Milieu am wohlsten, der Hefepilz: Der häufigste Erreger einer Scheidenpilzinfektion. Kein Wunder, dass diese Krankheit in tropischem Klima am häufigsten vorkommt. Hierzulande ist eine geschwächte Scheidenabwehr die häufigste Ursache für eine Infektion, oft in Folge von Antibiotikaeinnahme . Auch ein gesunder Genitalbereich ist von wenigen Pilzsporen befallen. Bei einer Scheidenpilzinfektion hingegen vermehren sich diese und führen zu starkem Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und bröckelndem, weißen, geruchslosen Ausfluss. Vorbeugen kann jeder: Bei einer Behandlung von Antibiotikaeinnahme die Scheidenflora mit speziellen Produkten unterstützen.

Die Behandlung dauert nur wenige Tage

Vaginaltabletten oder –zäpfchen: Die Behandlung einer Scheideninfektion dauert in den meisten Fällen nur wenige Tage. Auch die Diagnose ist schnell gefällt. Ein Vaginalabstrich oder ein PH-Wert-Test legen das genaue Krankheitsbild dar. Stellen sie bei sich eine der oben genannten Symptome fest, sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wer eine mögliche Scheideninfektion ignoriert, kann Komplikationen hervorrufen. Keime gelangen so schneller in den oberen Genitalbereich und führen im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit . Bei Schwangeren ist besondere Vorsicht geboten, da es zu Frühgeburt oder einer Blutvergiftung bei Neugeborenen kommen kann.

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