Bald in aller Munde! Neues aus der Zahnmedizin

zahn

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Gesundheit Aktuell

Schnelltest Parodontitis

Zahnfleischbluten kann ein Hinweis auf Parodontitis sein: Die chronische Entzündung wird von aggressiven Bakterien in den Zahnfleischtaschen ausgelöst. Das schadet nicht nur den Zähnen, sondern dem gesamten Organismus: Rheuma, Diabetes und womöglich sogar Herzinfarkt werden mit Parodontitis in Verbindung gebracht. Beim Zahnarzt gibt es jetzt einen Schnelltest: eine Mundspülung, in der nach Gebrauch die Konzentration eines bestimmten Enzyms gemessen wird. Ab Ende 2013 auch als Test für daheim erhältlich.

Forscher züchten neue Zähne

Ein Zellverbund aus menschlichem Zahnfleisch und Stammzellen von Mäuse-Embryos wuchs im Labor des King's College in London zu einem zahnähnlichen Objekt heran - samt Schmelz und Wurzel. Solche Hybrid-Zähne könnten zukünftig als "Samen" in den Kiefer eingepflanzt werden und sich dort zu einem neuen Zahn entwickeln. Die britischen Forscher stehen erst am Anfang: Mit menschlichen Stammzellen gelingt die Zahnzucht bislang noch nicht.

Ultraschall statt Röntgen

Rostocker Wissenschaftler haben ein zahnbürstenkleines Ultraschallgerät entwickelt, das den Zustand von Zähnen und Zahnfleisch erfasst. Es könnte demnächst viele Röntgenaufnahmen ersetzen und damit die Strahlenbelastung für Personal und Patienten deutlich senken. Der "Scan-o-Dent" ist bereits zum Patent angemeldet und soll in rund drei Jahren auf den Markt kommen. Bislang werden rund 37 Prozent aller Röntgenaufnahmen in der Zahnheilkunde gefertigt.

Schläfchen im Zahnarztstuhl

Lachgas kennt man aus alten amerikanischen Filmen, doch neuerdings kommt das älteste Narkosemittel der Welt auch bei hiesigen Zahnärzten zum Einsatz: vor allem bei Angstpatienten und Kindern. Es ersetzt zwar nicht die Betäubungsspritze, versetzt aber in einen angenehmen Dämmerzustand, und nach dem Eingriff ist man relativ schnell wieder fit. Für lange Operationen und Menschen mit extremer Zahnarztangst haben viele Praxen auch Vollnarkose im Angebot.

Die Spritze nach der Spritze

Schlimmer als die Zahnbehandlung selbst ist für viele Menschen das Taubheitsgefühl danach. Noch Stunden später ist der Mund schief, das Sprechen fällt schwer, von Essen oder Trinken ganz zu schweigen. Diese unangenehme Nachwirkung lässt sich jetzt erheblich verkürzen: mit einer Phentolaminmesilat-Injektion, die der Zahnarzt direkt nach der Behandlung in das noch gefühllose Gewebe spritzt. Der Wirkstoff normalisiert die Durchblutung und lässt so die Betäubung abklingen. Keine Kassenleistung, die Spritze kostet rund 15 Euro.

Zurück in die Lücke

Ein ausgeschlagener Zahn kann wieder anwachsen - wenn er innerhalb von 30 Minuten zum Zahnarzt gebracht und in die Lücke gesetzt wird. Beim Transport darauf achten, dass die empfindliche Wurzelhaut nicht austrocknet: am besten in einen unbenutzten Gefrierbeutel mit einem guten Schuss H-Milch geben, das ist meist die einzig sterile Flüssigkeit, die sich auf die Schnelle auftreiben lässt. Wasser ist ungeeignet.

Gut zu wissen

Tabletten statt Zahnpasta?

bella-Redakteurin Elke Serwe hat die neuen Zahnputztabletten "Denttabs" (125 Stück 6 Euro) ausprobiert: "Tablette in den Mund, kurz zerkauen und losputzen - das klingt praktisch und modern. Doch mich irritieren die kleinen Dinger: Zum einen verspüre ich den Impuls, sie runterzuschlucken, zum anderen finde ich es seltsam, Schaum im Mund zu haben und dann erst die Bürste hineinzuschieben. Für unterwegs okay, im Alltag für mich keine Alternative zur Zahnpasta."

Kategorien: