Bald in Rente? So geht’s früher ohne Abzüge!

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Bald in Rente? Weil jeder Tag zählt!
Foto: corbis

Mit 60 Jahren in Rente zu gehen, war noch vor einigen Jahren ganz normal. Doch mittlerweile müssen viele damit rechnen, sich erst mit 67 vom Berufsleben zu verabschieden.

Rente: Jeder Tag zählt

Wer trotzdem früher in Rente gehen möchte, muss im Allgemeinen wesentliche Abschläge bei der Altersrente in Kauf nehmen. Da lohnt ein genauer Blick aufs persönliche Rentenkonto : Ihr Anspruch auf eine gesetzliche Rente und die Höhe der Rente werden durch Art und Dauer der sogenannten rentenrechtlichen Zeiten bestimmt. Das sind die Jahre zwischen Berufsausbildung und Beginn der Rente, in denen Sie selbst erwerbstätig waren oder Sozialleistungen wie Arbeitslosen- oder Krankengeld erhielten.

Auch nachgewiesene Zeiten von Wehr- oder Zivildienst, Kindererziehung oder Betreuung eines Pflegebedürftigen gehören dazu. Sie zählen für die Rente, erfüllen die individuell unterschiedliche Mindestversicherungszeit (Wartezeit) und beeinflussen die Höhe der Rente. Hier ist jeder Monat, manchmal sogar ein einzelner Tag wichtig!

Rente: Ausgleich der Minderung

Möchten Sie Ihre Rente vorzeitig in Anspruch nehmen, können Sie die Abzüge ausgleichen, indem Sie weitere Beiträge zahlen. Dafür brauchen Sie eine Auskunft über die voraussichtliche Minderung Ihrer Altersrente. So erfahren Sie, wie hoch dieser Ausgleichsbetrag ist.

Rente: Antrag ab 55 Jahren

Um den Antrag für die Rente zu stellen, müssen Sie Ihr 55. Lebensjahr vollendet haben und die Voraussetzungen für die vorzeitige Altersrente erfüllen. Auch wenn Sie bereits in Rente sind, können Sie Beiträge zum Ausgleich der Rentenminderung entrichten. Dies gilt jedoch nur, wenn Sie Ihre persönliche Rentenaltersgrenze noch nicht erreicht haben.

Rente: Nachzahlung möglich

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Beiträge für vergangene Zeiten nachgezahlt werden, um die Rente zu erhöhen. Möglich ist das z. B. für Schulzeiten, die länger als acht Jahre dauern, oder für die Zeit des Schulbesuchs nach dem 16. Lebensjahr. Das wird genehmigt, wenn Sie noch nicht 45 Jahre alt sind. Auch Personen, die einen Anspruch auf Entschädigung für Strafverfolgung haben oder Vertriebene, Flüchtlinge oder Evakuierte, die zuvor selbstständig gearbeitet haben, können anrechenbare Beiträge nachzahlen.

Alle Formulare können Sie im Internet downloaden: www.rentenversicherung.de Kostenlose Service-Hotline bei Fragen: 08 00/ 10 00 48 00.

Wer sich bei der Rente lieber helfen lassen möchte, kann in den Auskunfts- und Beratungsstellen seines Rentenversicherungsträgers, den Gemeindebehörden und Versicherungsämtern oder bei einem Versichertenberater einen Termin vereinbaren.

Rente: Zeitwertkonto eingerichtet?

Schauen Sie in jedem Fall aber auch noch einmal genau in Ihren Arbeitsvertrag: Hat Ihr Arbeitgeber für Sie – vielleicht schon vor Jahren – ein Zeitwert- oder Lebensarbeitszeitkonto eingerichtet? Dann können Sie ebenfalls früher in die Rente gehen. Das Prinzip ist einfach: Auf dem Konto werden Überstunden, Urlaubstage und Lohnteile angespart. Mit der angesammelten Zeit können Sie je nach Vereinbarung vorzeitig in Rente gehen. Sie werden dann bei vollem Gehalt und Sozialversicherungsschutz von der Arbeit freigestellt, bis Sie die angesparte Zeit aufgebraucht haben.

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