Barbara Wussow: „Mein Vater war ein Egoist… aber ich habe ihn so sehr geliebt“

barbara wussow vater b
Klausjürgen Wussow und seine Tochter Barbara.
Foto: cinetext / getty images

Zum 5. Todestag von Klausjürgen Wussow erzählt seine Tochter jetzt die ganze Wahrheit

Wenn die Schauspielerin über ihren Vater spricht, dann tut sie das mit Wärme, Respekt und schonungsloser Offenheit …

Fünf Jahre sind vergangen, seit Barbara Wussow (51) ihren geliebten Vater verlor. Im Interview erinnert sie sich an den großen Klausjürgen Wussow (†78).

Am 19. Juni 2007 starb ihr Vater…

Barbara Wussow: Sein Todestag ist für mich ein wichtiger Gedenktag. Es ist noch immer sehr schwer für mich, denn ich vermisse meinen Vater unendlich. Er fehlt mir sehr.

„Die Zeit heilt alle Wunden“ – ist das ein passendes Sprichwort?

Barbara Wussow : Die Zeit heilt die Wunden, doch es bleiben Narben, die man sein ganzes Leben tragen wird. Aber es wird besser mit der Zeit und es wird leichter. So habe ich diesen wahnsinnigen Schmerz, den ich nach seinem Tod empfunden habe, nicht mehr. Doch dafür denke ich sehr oft wehmütig an meinen Vater zurück. Ich hätte ihn gerne da, so dass meine Kinder einen Großpapa haben …

Was hat er Ihnen mit auf den Lebensweg gegeben?

Barbara Wussow: Respekt vor dem Partner zu haben. Gutes Benehmen. Gute Umgangsformen. Meine Eltern haben mir vermittelt, dass ich nichts Besonderes bin, sondern nur ein Rädchen unter vielen.

Wenn Sie an Ihre Kindheit zurückdenken, wie war Ihr Vater?

Barbara Wussow: Er war ein Egoist. So musste zu Hause immer Ruhe sein, weil er sich auf seine Rollen vorbereiten musste. Ein echter Star und Künstler durch und durch. Aber auch ein liebevoller Vater.

Er litt an Demenz. Wann machte sich das erstmals bemerkbar?

Barbara Wussow: Es ging schleichend los und fing mit Vergesslichkeit, Verwirrtheit und unglaublicher Unruhe an. Er wurde immer schusseliger. Oft stand er auf, ging weg, kam wieder, ging erneut…

Haben Sie darunter gelitten, wie Ihr Vater seine letzten Lebensjahre verbracht hat?

Barbara Wussow: Natürlich. Plötzlich war ja alles weg, er wusste nichts mehr. Ein grausames Spiel des Schicksals.

Wie haben Sie gelernt, seinen Tod zu akzeptieren?

Barbara Wussow: Ich habe gelernt loszulassen. Ich kann ihn nicht zurückholen und will mich nicht quälen. Eines schmerzt aber: Dass er nicht in Wien bei meiner Mutter begraben wurde. Aber ich hatte keine Chance, das durchzusetzen, obwohl mein Vater es sich im Testament auch gewünscht hat.

Haben Sie Kontakt zu Sabine Scholz, der Witwe Ihres Vaters?

Barbara Wussow: Nein. Wozu auch…?

Kategorien: