Barbie-Puppe mit realistischen Maßen, Pickeln und Tattoos

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Barbie-Puppe mit realistischen Maßen, Narben und Tattoos
Foto: https://lammily.com

Lammily: Künstler entwickelt realistische Barbie-Puppe

2013 war sie nur das Hirngespinnst eines Künstlers. 2014 gibt es Lammily, die Barbie-Puppe mit der realistischen Körperform, tatsächlich zu kaufen. Wir erzählen ihre Erfolgsgeschichte.

Dürfen wir vorstellen: Das ist Lammily. Sie sieht aus wie eine Barbie - ist es aber nicht. Lammily ist die Anti-Barbie. Sie hat die Maße eines durchschnittlichen 19-jährigen US-Teenagers, trägt kaum Make-up , hat flache Füße, auf denen sie tatsächlich stehen kann, und hat manchmal sogar Pickel (das erklären wir später).

Würde man Barbie von Mattel, die wir alle kennen, zum Leben erwecken, hätte sie die Maße 99–46–84. Ihre lebenswichtigen Organe hätten keinen Platz in ihrem Unterleib und ihre unproportionale Körperform würden zu Fehlstellungen oder gar Lähmungen führen.

Bereits 2013 entwarf der Künstler Nickolay Lamm eine Puppe mit realistischen Maßen und stellte sie der berühmten Plastik-Blondine gegenüber. Die Puppe, die heute Lammily heißt, kam zunächst nur als weiße Figur aus dem 3-D-Drucker und wurde mit Photoshop bepinselt.

„Viele Eltern haben mich gefragt: Wo können wir eine solche Puppe kaufen?“, erzählt Lamm in einem Youtube-Video. Angespornt von den Reaktionen startete er im März 2014 eine Crowdfunding-Kampagne, um Geld für die Produktion zu sammeln. Mehr als 19.000 Puppen wurden vorbestellt.

Mittlerweile können wir die 28 Zentimeter große Puppe auf Lammily.com kaufen. Verschickt wird sie in die ganze Welt, auch nach Deutschland. Für 25 Dollar (rund 20 Euro) gibt es die brünette Puppe mit Jeans-Hemd, Shorts und Sneakern. Zusätzliche Outfits vom Wollpulli mit Karo-Rock bis zur eleganten Abendgarderobe kosten zwischen 13 und 21 Euro. Für etwa 4,80 Euro gibt es ein Sticker-Set mit allem, was eine Lammily-Puppe offenbar braucht, um realistisch zu sein: Tattoos, Pickel, Cellulite, Dehnungsstreifen …

„Manche Verletzungen oder Operationen hinterlassen Narben“, erklärt der Hersteller seinen kleinen Kunden die Narben-Aufkleber. Und die Sommersprossen: „Das sind nur ein paar Pigmentflecken, die in der Sonne dunkler werden. Sie sind süß!“

Hübsch sieht Lammily mit ihrer Akne nicht gerade aus - was allerdings vor allem an dem schlechten Sticker-Material liegt. Klar, Akne ist auch nicht hübsch, aber Lammily ist trotz des Stickers liebenswert. Das sollen die Kinder dabei wohl lernen.

In einem Video, das Nickolay Lamm auf Youtube teilte, ist eine Schulklasse aus Pittsburgh jedenfalls begeistert von Lammily. Und betont fast schon zu deutlich, wie toll die Puppe ist. „Sie sieht aus wie jemand, der anderen hilft, wenn sie verletzt werden“, sagt eine Achtklässlerin.

Sehen Sie die Reaktionen der Schulkinder im Video:

Bald soll es noch mehr unterschiedliche Lammilys geben. „Wir hoffen, die Reihe 2015 erweitern zu können, um für noch mehr Vielfalt zu sorgen. Verschiedene ethnische Gruppen und Körperformen“, verspricht das Team um Nickolay Lamm auf der Shop-Website.

Alles zur Vorgeschichte von Lammily >>

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