Bereit für ein Baby?

mangelsdorf gold

6. Teil: Frauen-Kolumne

Jeden Montag diskutieren die beiden Frauen ein neues Problem rund um Herzensangelegenheiten: Cornelia Mangelsdorf (43) Chefredakteurin der "WOCHE HEUTE", und Clara Ott (29), Online-Redakteurin WUNDERWEIB.

Liebe Cornelia

mir schwirren momentan viele Fragen zum Thema MännerLiebeSexDating im Kopf herum. Sie Dir zu stellen erscheint mir jedoch in vielen Fällen als zu nichtig. Und in manchen Fällen würde es der betreffende Mann wohl jetzt lesen, sich erkennen, verärgert grumpfen und wegklicken.

Deswegen möchte ich lieber den Blick von mir wegrichten und dich fragen: Wie hast du eigentlich erkannt, dass du Kinder willst? Wann ist man als Frau dazu bereit, Mutter zu sein? Kinder zu haben? "Passiert es einfach" so oder wird man eine bessere Mutter, wenn man monatelang plant, hofft und probiert?

Und neben der tief in jeder Frau und allen meinen Freundinnen brennenden Frage nach dem richtigen Zeitpunkt...wie weiß ich, dass ein Mann der berühmte "Vater meiner Kinder" sein könnte?

Ich kenne eine Handvoll Männer, die ich mir ganz wunderbar als Vater vorstellen könnte. Als lustige, alberne Männer mit dem kleinen Jungen im Herzen, der Fußball spielt, gefährliche Stunts auf dem BMX-Rad macht und verschwitzt und dreckig mit dem Junior heimkommt. Männer, die ihre Tochter auf Händen tragen, sie mit Eis vollstopfen und ihnen alle häßlich-pinken Puppen und Spielzeugpferde dieser Welt kaufen, weil ihre Tochter so mit den Augen geklimpert hat.

Männer, die sich tierisch auf Spaghetti Bolognese und Fischstäbchen freuen, weil die Kalorienzählerei des Weibes in der Zweier-Beziehung endlich durch den Zuwachs ein Ende hat und es wieder heißt, "Kind, iss deinen Teller auf!" und nicht, "Schatz, willst du noch Salat?" Wundervolle Männer, bei denen ich schon jetzt die Frau beneide, die die Mutter seines Kindes sein wird. Ich nämlich nicht.

Ja, Männer und Kinder. Mir ist klar, dass spontane Trinkgelage, Wochenendreisen oder Knutschen im Park am Samstag ein Ende haben. Ich sehe mich persönlich noch lange nicht in einer Drogerie mit Windeln und Babypuder unter'm Arm, sondern immer noch mit Damenrasierer, Kondomen und Mascara...bis wann, ist die Frage.

Deine Clara

Liebe Clara,

das ist lustig: Du stellst Dir jetzt, kurz vor 30, die Kinderfrage. Und ich wurde mit 30 Mutter! Um es gleich zu sagen: Ich habe es überhaupt nicht geplant!

Eine Zeitlang wollte ich sowieso nur eins: Schreiben! Und dann: In Berlin rumtoben, Berlinologie studieren sozusagen. Hab ich gemacht! Vor 30 wäre ich wohl zu "verspielt" gewesen, um Mutter zu werden. Ich war wahnsinnig mit mir selbst beschäftigt - und natürlich mit der Liebe!

Doch dann kam dieser Urlaub in Andalusien. Und mit ihm die große Unbeschwertheit. Ich war dort mit Freunden - und meiner Jugendliebe, der dann mein späterer Mann und Vater meines Sohnes wurde.

Ich hatte gerade angefangen, frei zu arbeiten - mit recht viel Erfolg. Vor dem Flug nach Malaga warf ich einen dicken Packen Rechnungen ein und sagte mir: Alles läuft am Schnürchen, Du musst die nächsten Monaten keinen Satz schreiben, wenns nicht läuft, also entspanne Dich!

Das habe ich dann auch getan. Als ich dann schwanger war, stand sofort fest: Baby herzlich willkommen! Die Frage, ob es der richtige Zeitpunkt war, kam erst gar nicht auf. Ich hatte meine ersten Sporen im Job verdient, studiert, gelebt. Warum nein sagen zu dem herrlichen Menschengeschenk? Der Mann stimmte, die Liebe war da. Wir konnten gut leben, auch wenn wir nicht gerade Geld im Überfluss hatten. Aber was macht das schon, wenn man die Leidenschaft hat!

Meine Schwangerschaft, die Geburt, die Jahre mit meinem Sohn: Das ist für mich wirklich das Stärkste, was es gibt auf der Welt. Die Zweisamkeit, die Paarbeziehung mag ich deswegen aber nicht weniger! Und: Knutschen auf der Parkbank, das geht wieder!

Man wechselt ja nicht für den Rest seines Lebens Windeln! Bald sind die Küken flügge, verabreden sich zum Kino, gehen Eis essen und haben ihre ersten Dates. Was wir dann machen? Zeit zu zweit genießen!

Von außen betrachtet, würde mich sowieso niemand für so ein vernarrtes Muttertier halten, dafür bin ich dann doch etwas zu unkonventionell.

Dein Herz, liebe Clara, wird es klar vermelden, wenn der künftige Vater an Deiner Tür klopft. Du bist nicht mal 30, hast noch massig Zeit! Du musst Dich nicht beeilen, verschenken, verbiegen! Glaube an Dich und glaube an die Liebe. Der Rest wird zu Dir kommen, da bin ich mir gaaanz sicher. Lädst Du mich zu Deiner Hochzeit ein?

Liebe Grüße, Cornelia

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