Besser hören - besser leben

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Hörakustiker Jürgen Rombkowsky aus Hamburg macht den Hörtest mit Herbert Kistler, den er mit einem modernen Hightech-System versorgt hat
Foto: Olaf Ballnus für tv Hören und Sehen

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Gutes Hören ist Lebensqualität. Als Brücke zu anderen Menschen. Als Pforte zur Welt der Musik. Als Stimulans aller Sinne. Deshalb haben wir von tv Hören und Sehen einen Hörtest gemacht. Und zwei von uns tragen jetzt Hörsysteme – hier ihre Erfahrungsberichte.

Der Dauerkonflikt vergiftete die Abende. "Mach bitte lauter." "Denk doch an die Nachbarn." "Aber ich verstehe nichts, herrgottnochmal!" Gemeinsames Fernsehen machte einfach keinen Spaß mehr.

Paar-Therapeuten wissen, dass Beziehungen am Streit um die Fernbedienung scheitern können. So weit wollte ich es nicht kommen lassen – und ging entnervt zum Hörtest. Obwohl ich der felsenfesten Überzeugung war, dass es nicht an mir liegen könne. Sondern an Schauspielern, die nicht richtig sprechen können. Oder an Tontechnikern, die ihr Handwerk nicht gelernt haben. Bei Krimis war es besonders schlimm. Wenn sich die Kölner "Tatort"- Ermittler durch die Indizien nuschelten – mit störender Musik unterlegt – verstand ich nur noch "Currywurst".

Das Testergebnis beim Ohrenarzt war deprimierend: deutlich verminderte Hörfähigkeit auf beiden Seiten, vor allem bei hohen Tönen. Danach albträumte ich von Uropas Hörrohr und vom peinlichen Pfeifen meines "Schallstrahlenfängers" beim Senioren-Bingo. Der Hamburger Hörakustiker Jürgen Rombkowsky hat diese Ängste rasch ausgeräumt. Hinter meinen Ohren sitzen nun, kaum sichtbar, zwei 25 Millimeter lange Wunderwerke mit stecknadelkopfkleinen Lautsprechern an haarfeinen Drähten, per Computer auf meine speziellen Defizite und Ansprüche programmiert; kinderleicht in Handhabung und Pflege.

Die Mini-Geräte sind zwar nicht gerade preiswert, aber dafür verstehe ich jetzt meinen Gesprächspartner wieder – auch wenn in Kneipen oder Konferenzen alle durcheinanderquatschen. Musik ist für mich kein Lärmbrei mehr, sondern reine Klangharmonie. Und am Fernsehabend herrscht wieder Frieden. Auch mit den Nachbarn. (Chefreporter Herbert Kistler)

"Wo denn?" Wohl an die 100 Mal ist dieser Satz in den letzten 14 Tagen gefallen. Familie, Freunde, Kollegen – niemand hat mein Hörsystem bemerkt. Nicht, dass mich irgendwelche geistreichen Kommentare oder auch dumme Sprüche sonderlich interessiert hätten, schließlich trage ich ja auch ganz selbstverständlich eine Brille. Aber dass es wirklich überhaupt keinem auffällt ... Kein Unterschied also für die anderen – für mich schon! Und was für einer: Der Fernseher läuft "nur noch halb so laut" (sagt meine Frau); auf jeden Fall verfluche ich jetzt nicht mehr diese TV-Tonmischer, die Stimmen zu leise und Hintergrundgeräusche zu laut aussteuern. Den nuschelnden Kollegen verstehe ich jetzt selbst am anderen Ende des Konferenztisches – und das ständige "Wie bitte…?" (das mir vermutlich noch mehr auf die Nerven ging als den anderen), kommt kaum noch vor.

Gut 30 Minuten hatte der Hörtest gedauert. Das Ergebnis: "erkennbarer Hörverlust im Frequenzbereich ab 1500 Hertz". War wohl zu erwarten, bei einem 47-Jährigen, der 25 Jahre E-Gitarre spielte, schon mal einen Hörsturz hatte und seit fast 30 Jahren Motorrad fährt. Erstaunlich aber, wie schnell der Hamburger Hörakustiker Jürgen Rombkowsky nach der genauen Analyse des Audiogramms unter Hunderten von Hörsystemen ein passendes für die erste "Testphase" fand. Nach kurzer Zeit waren die richtigen Systeme in beiden Ohren angepasst – und per Computer speziell für mich programmiert. Kein Zufall: "Je früher Menschen mit einem Hörverlust zu uns kommen, desto einfacher ist es, ein Hörsystem anzupassen, und desto einfacher haben es die Kunden, sich daran zu gewöhnen", sagt Jürgen Rombkowsky.

Die finale Abstimmung des Hörsystems wird wohl noch drei, vier weitere Besuche beim Hörakustiker erfordern. Aber das macht nichts, im Gegenteil: Beim zweiten Termin bekam ich schon eine passende Fernbedienung fürs Hörsystem, kann jetzt z.B. ein Extra-Programm zum Musikhören anwählen oder selbst lauter und leiser stellen. Und dann gibt es da ja noch die Möglichkeit, mein iPhone-Handy oder einen MP3-Player per Funk ("Bluetooth") an das Hörsystem zu koppeln – das werde ich unbedingt ausprobieren, ich mag Hightech-Spielzeug. Den "Ritterschlag" hat mein Hörsystem neulich von Henning, dem Sohn (16) eines Freundes, erhalten: "Voll krass, das Ding!", kommentierte er bewundernd, nachdem er die beiden winzigen Teile minutenlang inspiziert hatte. Was auch immer das genau bedeuten mag – für mich ist es mein unsichtbares Hightech-Wunder. (Dirk Simon, leitender Redakteur)

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