Bettina Lamprecht: "Ich hätte selbst gerne eine Schwester Betty"

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Schwester Betty in Aktion: Die resolut-liebevolle Krankenschwester Bettina wird gespielt von Bettina Lamprecht.
Foto: ZDF / Martin Valentin Menke

Als Krankenschwester Betty umsorgt Bettina Lamprecht ihre Patienten liebevoll

4 1/2 Minuten. 270 Sekunden. So viel Zeit steht einer deutschen Krankenschwester im statistischen Durchschnitt täglich pro Patient zur Verfügung. In der neuen Arzt-Serie "Bettys Diagnose" kämpft Schwester Betty gegen diesen Krankenhausapparat an - mit Geduld, Witz und Liebe.

Liebes-Chaos und Krankheits-Kämpfe in der Karlsklinik in Aachen: In der neuen ZDF-Serie "Bettys Diagnose" (ab Freitag, 9. Januar, 19.25 Uhr) kämpft die Krankenschwester Betty (Bettina Lamprecht) gemeinsam mit ihrer Kollegin Lizzy (Theresa Underberg) für die Patienten und gegen den Krankenhausapparat.

Schwester Betty ist resolut - und respektlos. Sie sagt, was sie denkt, und sie tut, was sie sagt. Ärzte sind für sie keine Götter in Weiß. Und Patienten haben das Recht, sich nicht nur als Spielball in einem Flipperautomaten zu sehen, der Krankenhaus heißt. Darum nimmt sie sich Zeit und erklärt den Patienten verständlich, was die Diagnose des Arztes genau bedeutet. Sie will helfen, nicht nur behandeln. Doch ihr privates Leben bedarf fast schon selbst einer Diagnose. Ist ihr Freund Tamás, ein eher weni­ger erfolgreicher Rockmusiker, wirklich der Richtige zum Heiraten und Kinderkriegen?

Wir haben Schauspielerin Bettina Lamprecht gefragt, was sie von deutschen Krankenhäusern hält und was für sie eine gute Beziehung ausmacht - hier sind ihre Antworten:

1. Frau Lamprecht, würden Sie selbst von einer Krankenschwester wie Schwester Betty betreut werden wollen?

Bettina Lamprecht: Ich finde es spitze, wenn ich als verunsicherter Patient auch emotional gestützt werde, sprich, dass jemand richtig nachfragt und richtig zuhört und Verständnis für meine Ängste zeigt. Vielleicht ist Schwester Betty in ihrem Engagement manchmal etwas übergriffig. Aber grundsätzlich schätze ich ihre freundliche und engagierte Art gegenüber ihren Patienten und hätte nichts dagegen bei ihr zu landen.

2. Was muss sich Ihrer Meinung nach in deutschen Krankenhäusern ändern?

Bettina Lamprecht: Ärzte und Schwestern haben einen enormen Spagat zu leisten - zwischen einer optimalen medizinischen Versorgung und der sogenannten notwendigen wirtschaftlichen Optimierung. Das bedeutet, dass der medizinische und verwaltungstechnische Aufwand immer grösser und die Zeit für den Patienten weniger wird. Entlastung für ein häufig desillusioniertes, überarbeitetes und erschöpftes Krankenhauspersonal wären notwendig, um den Patienten, auch anstelle von wirtschaftlichen Interessen, wieder in den Mittelpunkt rücken zu können.

3. Haben Sie selbst schon Erfahrungen mit dem Pflegenotstand gemacht?

Bettina Lamprecht: Ich habe für ein Theaterstück mehrere Tage auf einer Intensivstationhospitiert. Ich saß in Schwesternkleidung am Bett einer ehemaligen Komapatientin als die Visite vorbeikam, von der ich merkwürdig beäugt wurde. Später erzählte mir ein Arzt, dass man sich fragte, wer ich gewesen sei, da man eine Schwester noch nie so ruhig und zugewandt am Bett eines Patientin sitzen gesehen habe. Man weiß heute, wie wichtig die Zuwendung, wenn auch nur physischer Art, für die Heilung von Patienten ist. Dieses Beispiel hat mir den Pflegenotstand eindrücklich vor Augen geführt.

4. Dient Ihre Serie auch als Mahnmal für die Menschen, die darüber entscheiden, wie viel Geld für kranke und pflegebedürftige Menschen investiert wird?

Die Serie streift diese Problematik nur am Rande. Es gibt aber durchaus immer wieder Momente, in denen Betty und ihre Kolleginnen sich dafür einsetzen, Kranke als Patienten und nicht als Kunden zu sehen, weniger über Qualitätskontrolle, Fehlermeldung und die Kosten nachzudenken als viel mehr über die Wege zur Heilung .

5. Inwiefern geht es in „Bettys Diagnose“ um die Liebe?

Bettina Lamprecht: Das Thema Liebe zieht sich durch alle Folgen, sei es auf den privaten Ebenen von Betty und ihren Kollegen oder unter den Patienten. Betty geht liebestechnisch durch ein ziemlich großes Chaos, das seinen Ursprung schon in der Kindheit hat, in der sie wie sie sagt "gefühlt 30 Väter hatte." Auch die Streitigkeiten und Rivalität zwischen Betty und Dr. Behring sind nicht nur Ausdruck von Hass, sondern einer gewissen Anziehung. Ob daraus mehr wird, bleibt abzuwarten.

6. In der Serie sind Sie verliebt in einen Rockstar – was wäre für Sie ein toller Liebesbeweis?

Bettina Lamprecht: Sie meinen, dass jemand auf seiner Gitarre ein Liebeslied für mich "schrabbelt"? - Ich glaube, wenn es jemand mehrere Jahre mit mir zusammen aushält, ist das schon Liebesbeweis genug.

7. Und was macht für Sie eine richtig gute Beziehung aus?

Bettina Lamprecht: Wenn man dem anderen ein Liebeslied auf der Gitarre "vorschrabbeln" kann, aber nicht muss. Man sich nicht dumm vorkommen muss, wenn es nicht so geil klingt. Und es kein Trennungsgrund ist, wenn der andere gerade mehr Bock auf ein kammermusikalisches Konzert hat.

8. Welche Gefühle wollen Sie Ihren Zuschauern vermitteln?

Bettina Lamprecht: Das reizvolle an unserem Format ist die Mischung aus Komödie und Drama. Das bietet einen Nährboden für eine ganze Reihe von Gefühlen. Je breiter das Spektrum, umso besser. Wenn die Zuschauer sich durch unsere Serie emotional angesprochen und unterhalten fühlen, wäre das prima. Dann ist es eigentlich zweitrangig durch welche Gefühle.

Wann geht's los?

Start der Serie: Freitag, 09. Januar 2015, 19.25 Uhr mit der Folge "Bettys Diagnose - Der Pilot"

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