Ärger über Klo-GebührBezahltes Schulklo: Kölner Grundschule verlangt Toilettengeld

Eine Grundschule in Köln verlangt jetzt Toilettengeld, wenn ihre Schüler das Klo benutzen wollen.
Auch während der Schulzeit müssen Kinder ohne Probleme aufs Klos gehen können. Eine Grundschule in Köln fordert für die Nutzung ihrer Sanitäranlagen jetzt allerdings Toilettengeld.
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Inhalt
  1. Warum sollen Schüler für die Toiletten zahlen?
  2. Dürfen Schulen überhaupt Klogeld verlangen?
  3. Irgendwo zwischen freiwillig und verpflichtend

Fürs Pinkeln bezahlen: Das kennen wir meist nur von Raststätten, Bahnhöfen oder Kaufhäusern. Doch jetzt verlangt auch eine Kölner Grundschule Toilettengeld, wenn Kinder aufs Klo gehen wollen. 

Die Ferien sind gerade erst zu Ende, da sorgt der Brief einer Grundschule in Köln für helle Aufregung, wie der Express berichtet: In diesem Schreiben werden Eltern aufgefordert, für das aktuell laufende, erste Schulhalbjahr einen Betrag von 7 Euro zu zahlen - damit ihre Kinder "auch weiterhin eine saubere und sichere Toilette benutzen können", heißt es darin. Geht's noch?!? 

Zwar zahlen mögliche Geschwisterkinder "nur" 3,50 Euro, doch die Empörung ist nach dieser Forderung nicht nur bei Eltern groß. Bei Facebook entbrannte ein regelrechter Shitstorm und für Samstag  - passend zum Tag der offenen Tür dieser Grundschule - wird sogar eine Demo in Köln geplant.

Warum sollen Schüler für die Toiletten zahlen?

Die Idee einer Klo-Gebühr ist gar nicht neu, denn bereits andere Schulen haben ein Toilettengeld eingeführt. Die Schulklos sind ihrer Ansicht nach oft in einem solch ekelhaften Zustand, dass sie mit mehr Geldaufwand gepflegt werden müssten. Die Gebühr würde dazu verwendet, Toilettenfrauen zu finanzieren, die die Anlagen deutlich sauberer halten könnten und die Kinder sogar ans Händewaschen erinnern.

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Dürfen Schulen überhaupt Klogeld verlangen?

Im ersten Moment ist es ein schockierender Gedanke, dass Schüler nicht mal mehr pinkeln dürfen, ohne dafür zahlen zu müssen. Doch um einen Zwang handelt es sich dabei nicht, wie zum Beispiel das Kölner Humboldt-Gymnasium betont, das ebenfalls eine Gebühr erhebt.

Zwar bezeichnet die Schule den hier geltenden Betrag von 35 Euro im Jahr durchaus als "verpflichtenden Solidarbeitrag", doch sie stellte kurz nach ihrem Beschluss dieser Gebühr klar: "Die Formulierung verpflichtend ist als dringliche Bitte im Sinne eines zu entrichtenden Solidaritätsbeitrages zu verstehen."

Eltern, die sich wegen der Formulierung "verpflichtend" zum Bezahlen genötigt gesehen hatten, durften das Geld deshalb sogar von diesem Gymnasium zurückfordern. Denn: "Eine juristische Verpflichtung der Eltern zur Leistung eines Beitrages zur Toilettenbewirtschaftung ist nicht zulässig", betont auch das Humboldt-Gymnasium.

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Irgendwo zwischen freiwillig und verpflichtend

Dass die Beiträge dieser Schule trotzdem nicht als rein freiwillig verstanden werden, liegt daran, dass nach eigenen Angaben die Kosten für die Säuberung der Toiletten sonst nicht gedeckt werden könnten. In der Testphase dieser Toilettenbewirtschaftung hatte das Gymnasium schließlich festgestellt, dass einfach nicht genug Geld zusammenkommt. So entschloss man sich, "die inzwischen bewährte Toilettenbewirtschaftung durch einen verpflichtenden Beitrag zu gewährleisten."

Heißt: Eigentlich muss niemand zahlen, aber Fördervereine dürfen weitere Reinigungskräfte beschäftigen, wenn sie Spenden dafür erhalten. Und wenn die Klos dafür tatsächlich hygienisch sauber sind, kann man sich vielleicht tatsächlich mit einer solchen "Spende" anfreunden...

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