Beziehung: Dein Geld, mein Geld, unser Geld?

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Die Liebe und das liebe Geld: Lösungen für Paare

Typisches Beziehungsproblem: Die meisten Streitereien in Partnerschaften drehen sich um Finanzen. Was Experten raten - und wie moderne Paare den Konflikt lösen.

"Du wirfst das Geld zum Fenster raus" trifft "Du bist geizig" - über kein Thema streiten Paare heute so häufig wie ums Geld. Dabei geht es oft um mehr - nämlich auch um die Machtverteilung in der Beziehung.

Noch gar nicht so lange her sind die Zeiten, in denen Frauen in Sachen Finanzen nichts zu sagen hatten, von ihren Männern wöchentlich Haushaltsgeld bekamen. Wer damals die Macht hatte? Keine Frage!

Heute hingegen begegnen sich Frau und Mann auf Augenhöhe - und müssen gemeinsam klären, wie sie mit ihrem Geld umgehen. Paartherapeut Dr. Christoph Braukhaus weiß, dass es dafür keine Patentlösung gibt: "Jedes Paar muss das individuell verhandeln. Am besten nicht, wenn es kracht, sondern erst, wenn die Wut verflogen ist."

Kommunikation ist auch für Finanzcoach Bianca Lechner der Schlüssel: "Wir sind es nicht gewohnt, offen über Finanzen zu sprechen, aber das ist wichtig. Ob wir eher sparen oder uns etwas gönnen, lernen wir im Elternhaus. Ist ein Paar in dieser Hinsicht sehr unterschiedlich, sind Konflikte programmiert."

Ein Rat der Expertin: "Wichtig ist, dass jeder Partner Geld zu seiner freien Verfügung hat."

Hier verraten zwei Paare ihre Finanzmodelle:

"Eine gute Beziehung klappt nur mit genug Freiraum"

Ramona und Rüdiger aus Frankfurt arbeiten beide und verstehen nicht, was an einem Gemeinschaftskonto problematisch sein soll: "Wenn man zusammen ist, teilt man doch gern." Für das Paar wäre es auch in Ordnung, wenn einer von beiden allein in den Urlaub fahren würde: "Obwohl es bislang nicht zur Debatte stand. Man gönnt seinem Partner doch seine ganz persönlichen Freuden", sagt Ramona. Eine Trennung wegen Geldfragen? "Nie im Leben!" Gemeinsame oder getrennte Konten? "Natürlich haben wir ein gemeinsames Konto. Wir sind verheiratet und trennen unsere Ein- und Ausgaben nicht. Es ist eben immer ein Nehmen und Geben."

"Jeder verwaltet sein eigenes Geld - 50/50 ist die Devise"

Bei Karin und Gerhard aus Bayern herrschen klare Verhältnisse, was Finanzielles betrifft. Beide arbeiten und führen getrennte Konten. Sowohl die täglichen Kosten, als auch die für Urlaube oder andere Anschaffungen werden gerecht aufgeteilt. Einzige Ausnahme - die Ausgaben für ihr Kind. "Da mir das Kindergeld überwiesen wird, zahle ich natürlich auch mehr für unseren Sohn", sagt Karin. Wer zahlt den Urlaub?"Jeder gibt die Hälfte dazu - wie bei allem anderen auch. Das schafft Klarheit und ist für uns wichtig für eine friedliche Partnerschaft. So vermeiden wir, uns über Geld zu streiten."

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