Beziehung: Wenn der Partner depressiv wird

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Wie Angehörige und Freunde depressiven Menschen helfen können

Matthew und Ainsley Johnstone haben ein Buch darüber geschrieben, wie sie als Ehepaar gemeinsam eine Depression bewältigt haben. Der Titel des Buches: "Mit dem schwarzen Hund leben".

"Als Matthew das erste Mal sagte: "Ich habe Depressionen", hatte ich wirklich keine Ahnung, was das bedeutet. Wir waren verliebt, eine glänzende Zukunft lag vor uns, und ich dachte, gemeinsam könnten wir einfach alles schaffen. Ich hatte vorher nie etwas mit Depressionen zu tun gehabt, und ich wusste überhaupt nicht, wie diese Situation sich auf mich auswirken könnte und würde.

Angehörige leben im Schatten des schwarzen Hundes - so haben wir die Depression getauft. Sie nehmen alle Last auf sich, und versuchen alles wieder in den Griff zu bekommen und machen sich alle möglichen Sorgen, oft ohne zu wissen, an wen sie sich wenden und was sie tun sollen.

Bei der Bewältigung der Depression hängt vieles davon ab, wie beide, Betroffene und Angehörige, die Situation akzeptieren und damit umgehen können. Matthew und ich haben das gemeinsam ganz gut hinbekommen, durch Ehrlichkeit, Mitgefühl, Achtsamkeit - und mit so viel Humor wie möglich. Natürlich hat die Krankheit unsere Ehe auf die Probe gestellt und ihr Versprechen, "in guten wie in schlechten Tagen" zusammenzuhalten, doch gleichzeitig eröffnete sie uns neue Wege, aufeinander zuzugehen, und ließ unsere Beziehung inniger und reicher werden."

Test: Leide ich unter einer Depression?

Über viele Jahre hinweg kämpften Matthew Johnstone und seine Frau Ainsley mit der Depression. Schließlich sammelten sie ihre Erfahrungen in dem Buch "Mit dem schwarzen Hund leben". Dieses haben sie in mehrere Kapitel unterteilt: Was Ihnen vielleicht aufgefallen ist | Was man nicht sagen oder tun sollte | Was man Gutes tun und sagen kann | Wie man den schwarzen Hund akzeptiert | Wie man sich selbst schützen kann.

Da Matthew als Kreativdirektor einer Werbeagentur arbeitet, sind die Kapitel nicht mit Text gefüllt, sondern mit liebevoll gestalteten Illustrationen, auf denen der jeweilige Tipp mit einem Bildchen von dem depressionsgeplagten Menschen mit seinem schwarzen Hund zu sehen sind. Im Folgenden einige der Ratschläge, die Matthew und Ainsley anderen Menschen mit Depressionen geben:

Was man nicht sagen oder tun sollte

1. Depressive Menschen aufs herrliche Wetter hinzuweisen ist nervtötend und sinnlos.

2. Ihm sagen: "Sei ein Mann!" Das ist sicher wenig hilfreich - vor allem wenn er ohnehin einer ist ... Depression ist eine Krankheit, kein Zeichen von Schwäche.

3. Rücksichtsvoll und freundlich zu jemandem zu sein, der an einer Depression leidet, ist niemals falsch. Aber versuchen Sie bitte nicht krampfhaft, ihn aufzumuntern, dadurch fühlt er sich eher noch schlechter.

Hilfe bei Depression: Was kann ich selbst tun?

Was man Gutes tun und sagen kann

1. Versuchen Sie, nicht selber zu reden. Nur zuhören. Für jemanden einfach da zu sein, ohne Meinung und Urteil, ist eines der besten Geschenke, das Sie geben können.

2. Versuchen Sie den Betroffenen zu entlasten, wann immer es Ihnen möglich ist. Es ist allerdings wichtig, nicht alles für ihn zu machen. Ein gewisses Maß an alltäglichen Verrichtungen dient der Selbstachtung und dem Selbstwertgefühl.

3. Unterstützen Sie jede Form regelmäßiger sportlicher Betätigung. Fitness beraubt den Hund seiner Macht.

Wie man den schwarzen Hund akzeptiert

1. Einigen Sie sich auf eine Strategie, den schwarzen Hund loszuwerden. Ein schwarzer Hund, der nicht beachtet wird, kann sich zu einem großen Problem auswachsen.

2. Wenn Ihre Kinder alt genug sind, dann erklären Sie ihnen, was los ist. Die Kinder müssen wissen, dass dieser schwarze Hund nicht für immer da bleiben wird.

3. Für jeden, der sich um einen depressiven Menschen kümmert, sind Mitgefühl und Einfühlungsvermögen ganz zentral. Sie sollten sich aber auch darüber im Klaren sein, dass es nicht in Ihrer Macht steht, den geliebten Menschen im Alleingang zu retten. Dazu ist meist professionelle Hilfe vonnöten.

Alle Tipps und hilfreiche Infos gibt es im Buch " Mit dem schwarzen Hund leben ".

Online gibt es Hilfe bei der Deutschen Depressionshilfe: www.deutsche-depressionshilfe.de.

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