Beziehungslos glücklich

beziehungslos gluecklich
Single
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Warum Paare zu Singles aufschauen sollten

Singles werden ständig für ihr beziehungsloses Leben bedauert. JOY- Autorin Katharina Lauber hat das endgültig satt – und erklärt, warum Paare lieber zu ihr aufschauen sollten.

Singles können unmöglich glücklich sein

Eins vorab: Ich liebe meine Verwandtschaft wirklich sehr. Aber sie nervt auch gewaltig. Denn spätestens wenn die Schwarzwälderkirschtorte durch Erdbeersekt ausgetauscht wird, geht es los. Etwa so: „Wie hübsch angezogen du wieder bist, Kind“ , sagt meine Tante. „Hach, dein Beruf ist ja echt interessant“, quakt meine Schwägerin. „Aber sag mal ...“, setzt dann meine Cousine zehnten Grades an, „warum bist du eigentlich immer noch nicht unter der Haube?“ In dem Moment, das spüre ich genau, denken alle drei: Die kann ja unmöglich glücklich sein.

Ahhh, stimmt ja! Mein Leben mit mir alleine ist echt unglaublich schlimm – denn ich werde täglich dazu gezwungen, zu tun und zu lassen, was ich will. Morgen Abend zum Beispiel muss ich zur Swing-Tanzstunde, am Donnerstag ein Date mit einem heißen Typen hinter mich bringen und danach spontan mit meiner besten Freundin ins Wellness-Hotel fahren. Mist! Nicht mal täglich aufregen kann ich mich – über Klodeckel (offen), nächtlichen Lärm (Schnarchen) oder die neuen Möbel in meinem Wohnzimmer (super-hässlich, aber von ihm heiß geliebt).

Singles verdienen besser, sind schlanker und gesünder

Dafür muss ich im Supermarkt nach Lust und Laune einkaufen, obwohl ich stattdessen für einen laktoseintoleranten, veganen oder Fisch hassenden Mitesser mitdenken könnte. Was für ein trostloses Leben ist das denn bitte?! Ironie beiseite und Forschung auf den Tisch (aber nur auf den kleinen, im Einpersonenhaushalts-Format): Wir Singles verdienen im Schnitt zehn Prozent mehr, belegt eine Studie der London School of Economics and Political Science. On top sind wir schlanker und gesünder – da wir in der Regel mehr Sport machen und uns nicht von seinen Currywurst-Pommes-Orgien anstecken lassen.

Und das „Journal of Marriage and Family“ schreibt, dass wir Solo-Mädels zwei Drittel weniger Zeit mit Haushaltsquatsch verbringen. Klar, alleine machen wir nicht so viel schmutzig. Und wir finden es auch nicht so schlimm, wenn die Teller mal drei Tage in der Spüle stehen. Ist ja unserer eigener Dreck. Also warum sollte ich etwas oder, besser gesagt, jemanden vermissen? Ich bin gerne allein. Schon möglich, dass ich meinen Singlestatus irgendwann einmal aufgebe. Vielleicht schon für mein Donnerstags-Date.

Keine Kompromisse

Aber wenn, dann nur unter zwei Voraussetzungen. Erstens: Bei gemeinsamen Familienfesten muss der Mann an meiner Seite mindestens ein Glas Erdbeersekt mittrinken. Und zweitens: Er muss wie ich ganz ruhig bleiben, wenn ihn meine Verwandtschaft in die Mangel nimmt. Ich weiß übrigens jetzt schon, um was es dabei gehen würde: ob die Kinderplanung denn schon anstehe. Denn ohne könne man ja unmöglich glücklich sein…

Im Report erzählen JOY-Leserinnen, wie eine Reise ihr Leben veränderte.

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