Bikinifit? Die beste Antwort auf diskriminierende Werbung

beach body kampagne
Das Netz protestiert unter dem Hashtag #Eachbodysready gegen die Diät-Kampagne.
Foto: twitter.com/EscapologistGl

'Are you beach body ready?'-Kampagne sorgt für Ärger

Der perfekte Körper für den Strand? Ist schlank und durchtrainiert, das findet zumindest ein Protein-Hersteller aus UK. Die dazugehörige Plakatkamapagne trifft derzeit auf einen Sturm der Entrüstung.

Die Temperaturen steigen, der Sommer steht vor der Tür - juchuuuuu! Aber halt - pünktlich zum Knacken der 20-Grad-Marke soll uns die Vorfreude gründlich vermiest werden. Denn genau jetzt warten die Frauenzeitschriften mit Titelgeschichten wie dem "Bikini-Bootcamp" oder dem Extraheft "Schlank in den Sommer" auf, im TV läuft ein Diätspot nach dem anderen und auch die Außenwelt ist plakatiert mit den "neuesten", "effektivsten", "revolutionärsten" Mittelchen für alle, die möglichst schnell, möglichst viele Kilos verlieren möchten. Stichwort: Bikini-Panik! Und dann der Blick in den Spiegel: Hat sich der Winterspeck vielleicht doch hartnäckiger gehalten als bislang angenommen? Und damit soll ich an den Strand gehen? Wir sagen: Auf jeden Fall! Und sind damit nicht alleine.

Im Londoner Untergrund sorgt derzeit eine Plakatkampagne für jede Menge Missmut: Schwarze Letter auf gelbem Grund fragen: "Are you beach body ready?" ("Ist dein Körper bereit für den Strand?"), daneben ein Bild eines durchtrainierten Bikini-Models. Das Motiv ist Werbung für einen Abnehmprotein-Mix der Firma "Protein World" - und dabei sexistisch und diskriminierend zugleich. Dass das nicht so stehen bleiben kann, finden immer mehr Menschen und zeigen ihre Kritik als Statement auf den Postern selbst oder als Protest im Netz.

Auch die Bloggerinnen Fiona Longmuir und Tara Costello sind gegen diese Art von Body-Shaming und posieren im Bikini vor dem Plakat. Sie twitterten das Foto mit dem Spruch: "How to get a beach body: Take your body to the beach." ("Wie man einen Strandkörper bekommt: Bring deinen Körper zum Strand."). Die Reaktion von "Protein World" auf Twitter: "Why make your insecurities our problem ;-)" ("Warum macht ihr eure Unsicherheiten zu unserem Problem ;-)") - eine Frechheit! Der Hashtag #Eachbodysready findet sich mittlerweile in jedem sozialen Netzwerk.

"Der Strand ist ein Ort zum Spaß haben und Entspannen, hier sollte nicht verurteilt und verglichen werden", sagte Vaults-Sängerin Blythe Pepino gegenüber der BBC, die mit einem Video (s.unten) den Hashtag noch populärer machen will. "Ich war ziemlich genervt von dem Poster. Es ist nicht ungewöhnlich, Frauen in Unterwäsche auf Plakaten zu sehen, doch wie sehr hier der Begriff 'Strandkörper' zur Ware und sexualisiert wurde. Das war einfach zu viel, ich musste was dagegen tun."

Auf Change.org gibt es mittlerweile eine Petition, die fordert, dass alle Plakate umgehend abgehängt werden. Die hat heute fast 45.000 Unterschriften. "Protein World" reagiert mit Unverständnis auf den ganzen Wirbel und streitet jeglichen Sexismus ab. "Es ist eine Schande, dass man im Jahr 2015 immer noch zur Minderheit gehört, wenn man einen gesünderen und fitteren Lebensstil anstrebt", sagte ein Sprecher gegenüber dem "London Evening Standard". Nein, es geht nicht darum, jemanden zu verbieten, für den Sommer einmal öfter ins Fitnessstudio zu gehen - es geht um die freie Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen sollte. Und genau das sollte auf Plakaten beworben werden!

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