FamilieBin ich eine gute Mutter? Das Ding mit den Selbstzweifeln

Viele Müttern zweifeln, ob sie ihren Kindern eine gute Mutter sind.
Viele Müttern zweifeln, ob sie ihren Kindern eine gute Mutter sind.
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Kennst Du die bohrende Frage, ob Du eine gute Mutter bist? Ob Du alles richtig machst bei deinen Kindern und in deinem Familienleben? Mama-Bloggerin Anja über quälende Selbstzweifel bei Müttern.

Zugegeben, die Frage war jetzt eher rhetorisch. Ich kenne nämlich keine Mutter, die sich das nicht in regelmäßigen Abständen fragt – mich eingeschlossen. Gerade heute habe ich mit einer Freundin telefoniert, die den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen hat. Weil scheinbar so viele Anforderungen und Erwartungen auf sie eingeprasselt sind. Und sie das Gefühl hatte, das alles nicht zu packen und eine schlechte Mutter zu sein.

Und damit ist sie nicht die Einzige. Viele Mütter plagen sich mehr oder weniger regelmäßig mit solchen Selbstzweifeln rum. Und komischerweise fühlt es sich jedes einzelne Mal so an, als ob man auf ganzer Linie versagen würde. Möp, als Mutter durchgefallen, Daumen nach unten, setzen.

Warum denken wir so schlecht von uns??

Was mir dann immer durch den Kopf geht ist die Frage: Warum um Himmels willen glauben wir nur diesen Stuss? Klar, unser Kopf sagt uns oft, dass wir nicht gut genug sind. Und auch unser Umfeld spielt da kräftig mit. Wenn ich nur daran denke, welches Leistungsstreben und welche hochgestochenen Anforderungen heute in den Schulen angesagt sind, wird mir ganz schlecht.

Aber müssen wir deshalb wirklich daran glauben? Wäre es nicht besser wir hätten positive Gedanken über uns, unser Leben und vor allem unsere Fähigkeit eine gute Mutter zu sein? Ich plädiere sehr dafür, dass man so ein „Ich bin eine gute Mutter“-Gen schon direkt bei der Geburt eingepflanzt bekommt. Das würde uns im Familienalltag vieles erleichtern.

Nur, solange es das noch nicht gibt, müssen wir uns wohl mit anderen Dingen helfen. Reden zum Beispiel. Witzigerweise ging es meiner Freundin schon dadurch besser, dass sie einfach mal alles rauslassen konnte. Ja, auch den Frust mit ihren Kindern. Und ja, auch den Seufzer warum sie denn bloß Mutter geworden ist.

 

Dadurch liebt sie ihre Kinder schließlich nicht weniger. Sondern entlastet sich einfach mal von so ein paar negativen Gedanken. Und noch besser ging es ihr, als ich ihr dann sagte, dass ich sie ja so gut verstehen kann. Weil es mir nämlich auch ab und zu so geht. Ich glaube das ist normal und wir sind deswegen noch lange keine schlechten Mütter.

Im Gegenteil: Meiner Meinung nach sind wir sogar supertolle Mütter. Und zwar jede einzelne von uns. Nur leider glauben wir so wenig daran. Und leider wird das auch im normalen Alltag recht wenig anerkannt.

Aber solange wir bereit sind, unseren Frust und Ärger nur über und nicht an unseren Kindern auszulassen, ist das der beste Beweis, dass wir einfach liebe, wundervolle, tolle Mütter sind. Und jeder, der uns was anderes einreden will, kann mir gestohlen bleiben. Das gilt übrigens auch für meinen Verstand.

Denn mit Liebe ist besser als perfekt.

Deine Anja

Mama-Bloggerin Anja Riemer-Grobe fragt sich, warum so viele Mütter sich mit Selbstzweifeln quälen.
Mama-Bloggerin Anja Riemer-Grobe fragt sich, warum so viele Mütter sich mit Selbstzweifeln quälen.
 

P.S.: Kennst Du auch diese Zweifel? Was hilft Dir in solchen Situationen am meisten? Schreib es mir doch in die Kommentare, ich bin echt gespannt!

Über Anja

Anja Riemer-Grobe ist konsequent-liebevolle Mädchenmama, Elternbegleiterin und Befürworterin eines wertschätzenden Miteinanders. Sie schreibt auf ihrem Blog unter www.anja-riemer.de über die Themen Familie, Beziehung und Bindung und hilft anderen Eltern dabei sich selbst zu helfen, indem sie ihren ganz eigenen Familienlebensraum entwickeln. Ohne Druck und Stress von außen, dafür mit viel Liebe und Wertschätzung auf Basis von echten Beziehungen.

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