Biofeedback: Migräne-Therapie ganz ohne Nebenwirkungen

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Bei der Biofeedback-Behandlung lernt der Patient, in sich hineinzuhören und einem Migräne-Anfall vorzubeugen
Foto: gajatz, fotolia

Diese Entspannungs-Methode ist sanft zum Körper, aber hart zur Migräne: Sie ist Balsam für Seele und Nervenkostüm! Unser Körper ist stark - wenn wir auf ihn hören! Das ist besonders wichtig bei der Bekämpfung von Kopfschmerzen und Migräne: Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann haben regelmäßig Kopfschmerzen, unter Migräne leiden rund zehn Prozent. Trotz aller Forschungen sind die heftigen Kopf-Attacken bislang nicht heilbar. Eine Studie aus Atlanta (USA) ergab, dass Hormone und Stress die häufigsten Auslöser für Migräne sind.

Dort, wo Stress eine Rolle spielt, kann Biofeedback die Migräne effektiv bekämpfen. Dabei lernen Patienten, die Rückmeldungen (Feedback) ihres Körpers zu verstehen und diese zu beeinflussen. So können Migräne−Patienten trainieren, die schmerzende Arterie in der Schläfe in Gedanken wie einen Schwamm zu drücken und diese so zu verengen oder zu erweitern, dass der Schmerz verschwindet. Studien haben nachgewiesen, dass dies funktioniert!

Stress löst Verspannungen aus

Von den Betroffenen meist nicht bewusst wahrgenommen, lösen Stress und Überbelastung oft Beschwerden wie Muskelverspannungen, Herzbeschwerden oder Veränderungen in der Durchblutung aus. Die Methode des Biofeedbacks macht diese Probleme sichtbar und damit für den Patienten veränderbar. Durch den Einsatz von Biofeedback bei der Schmerzbehandlung bekommt der Patient eine Rückmeldung über körperliche Reaktionen in belastenden Situationen und einen Einblick in das enge Wechselspiel von psychischen und körperlichen Prozessen.

Bewusst die Durchblutung steuern

Durch die Biofeedback-Behandlung lernt der Patient, in sich hineinzuhören. Dadurch kann er Prozesse in seinem Körper aktivieren, die helfen, einem Migräne-Anfall vorzubeugen und die Schmerzen zu reduzieren. Die Methode hat aber nur dann Erfolg, wenn der Behandelte mitarbeitet. In der Biofeedback-Sitzung werden am Patienten, beispielsweise am Kopf, Elektroden angebracht. Diese messen Blutdruck, Hautleitfähigkeit und Gehirnströme. Auf dem Bildschirm können Therapeut und Patient die Reaktionen des Körpers dann ganz einfach ablesen.

Wirksam ohne Nebenwirkungen

Biofeedback gilt als vollkommen ungefährlich und absolut frei von Nebenwirkungen. Der Einsatz von Biofeedback zur Schmerzkontrolle und Schmerzbeeinflussung lässt sich kaum mehr aus der Behandlung von Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen wegdenken. Die Deutsche Kopfschmerz- und Migräne-Gesellschaft bezeichnet das Biofeedback sogar als die effektivste nichtmedikamentöse Kopfschmerzbehandlung. Auch aktuelle Studien zeigen, dass Biofeedback Migräne-Attacken ebenso wirksam vorbeugen kann wie Entspannungstechniken und medikamentöse Therapien!

Den Stress unschädlich machen

Die Grundlage dieser Wirksamkeit ist die Beobachtung, dass Stress und die Entstehung von Migräne in direktem Zusammenhang stehen. Es gilt als gesichert, dass Migräne-Attacken durch spezifische Triggerfaktoren wie Alkohol, bestimmte Nahrungsmittel, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen, ausgeprägte Emotionen oder Stress ausgelöst werden können. Besonders psychologische Faktoren scheinen bei der Auslösung der Migräne-Attacke eine wichtige Rolle zu spielen, wie in einer Vielzahl von Studien zweifelsfrei belegt werden konnte.

Bei der Behandlung von Migräne wird das so genannte Temperatur-Biofeedback (Handerwärmungstraining) und das Vasokonstriktionstraining (VKT, bewusste Veränderung der Durchblutung der Gefäße) ein. Beim Temperatur-Biofeedback lernt der Patient, gezielt eine Steigerung seiner Fingertemperatur und damit seiner peripheren Durchblutung zu bewirken. Es ist sehr einfach durchzuführen und zugleich ein sehr gutes Training der generellen Entspannungsfähigkeit.

Durch das Vasokonstriktionstraining kann der Patient seine Blutgefäße allein mit der Kraft seiner Vorstellung dehnen oder verengen. Ein Infrarot-Durchblutungsmesser (Photoplethysmograph) hilft dabei, die Schläfenarterie zu beobachten. Diese beiden Therapieansätze gelten heute als ausgesprochen effektive psychologische Verfahren zur Behandlung der Migräne und werden häufig in Kombination mit anderen Entspannungsverfahren wie Autogenem Training, Yoga oder progressiver Muskelentspannung eingesetzt.

Obwohl Biofeedback überwiegend bei stressbedingten Kopfschmerzen und Verspannungen zum Einsatz kommt, wurden positive Effekte dieser Methode auch in der Behandlung von Angststörungen und Panikattacken festgestellt. Wirksam ist Biofeedback außerdem auch bei Durchblutungsstörungen und bei Stressinkontinenz.

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