Blasenschwäche: Wo ist die nächste Toilette?

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Viel mehr Frauen als Männer leiden unter Blasenschwäche.
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Inkontinenz

Jede fünfte Frau leidet unter Blasenschwäche. Trotzdem ist Inkontinenz immer noch ein Tabuthema. Das muss nicht sein! Wir wissen, was bei Blasenschwäche hilft.

Es ist nicht nur die ständige Suche nach der nächsten Toilette, die bei Blasenschwäche den Alltag beeinträchtigt. Oft kommt auch die Angst dazu, dass etwas "danebengeht". Etwa bei einem Hustenanfall, der auf die Blase drückt.

Muskeln stärken

Ungewollter Harnverlust kann jeden treffen - völlig unabhängig vom Alter. Hinter Blasenschwäche steckt oft eine erschlaffte Unterleibs-Muskulatur. In jungen Jahren sind Frauen dreimal häufiger betroffen als Männer. Geburten spielen dabei eine große Rolle. Rückbildungsgymnastik zum Festigen des Beckenbodens ist daher so wichtig. Aber auch ohne vorausgegangene Schwangerschaft haben viele Frauen einen schwachen Beckenboden. Und in den Wechseljahren führt die nachlassende Hormonproduktion ebenfalls häufig zu Blasenschwäche. Spezielle Kurse zur Beckenboden-Stärkung oder auch einige Übungen aus Yoga oder Pilates können die Beschwerden deutlich lindern.

Das Wichtigste bei Blasenschwäche: Ausreichend trinken!

Blase trainieren

Eine andere Form der Inkontinenz, also der Blasenschwäche, ist die Reizblase. Permanenter Harndrang, unkontrollierbarer Harnverlust und diffuse Unterbauchbeschwerden kennzeichnen sie. Etwa fünf Millionen Frauen leiden in Deutschland daran. Schuld sind übersensible Nerven. Entzündungen, Nervenerkrankungen oder Stoffwechselstörungen können der Auslöser sein. Hierbei kann vor allem ein gezieltes Toilettentraining helfen: Notieren Sie die Abstände und verlängern Sie diese nach und nach. Ein oft gemachter Fehler ist, weniger zu trinken. Das erhöht die Gefahr einer Blasen-Infektion. Zudem gewöhnt sich die Blase an einen niedrigen Füllstand und die Inkontinenz verstärkt sich. Besser: 1,5 bis 2 l pro Tag trinken.

Sanft entspannen

Bei einer leichten Form der Blasenschwäche, der Reizblase, helfen pflanzliche Mittel. Solche mit Goldrute und Bärentraube wirken durchspülend, krampflösend und entzündungshemmend auf die Balsenschleimhaut (z. B. "Cystinol N Lösung", Apotheke). In schweren Fällen verschreibt der Arzt sogenannte Anticholinergika. Sie entspannen die überaktive Muskulatur und lindern so die Symptome. Wissenswertes über die Reizblase.

OP oder Botox

Reicht Gymnastik bei einer schwachen Blase als Therapie allein nicht aus, lässt sich die Beckenbodenmuskulatur auch durch Elektrostimulation kräftigen (TENS). Schlägt auch das nicht ausreichend an, kann operiert werden. Häufig wird die Muskultaur dabei durch spannungsfreie Bänder unterstützt. Bei einer Reizblase wiederum sind Botox-Injektionen eine inzwischen anerkannte Methode (Kasse zahlt).

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