Bloß nicht Beige! Styling-Tipps für Frauen ab 40

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Inhalt
  1. Styling-Tipps: Vergessen Sie das Mittelmaß! Immer!
  2. Von wegen lange Haare sind verboten!
  3. Nein, blond macht nicht jünger!
  4. Beautymanagement! Lächerlich?
  5. Achten Sie auf Ihre Augenbrauen!
  6. (Grelle) Farben sind kein Tabu.
  7. Nur noch Cashmere und Seide! Im Gegenteil!
  8. Gürtel und Schuhe sollten die gleiche Farbe haben. Falsch!
  9. Augenmerk auf hochwertige Schuhe und Taschen.
  10. Eine Frau - ein Label.
  11. Kurze Röcke und Co.
  12. Lieber in die Frisur als in Schmuck investieren.
  13. Die Uhr - Metapher für vieles: Goldschnitten denken groß!
  14. Turnschuhe ruinieren jedes Outfit.
  15. Der Ultra-Styling- Tipp für Goldschnitten.

Styling-Tipps: Vergessen Sie das Mittelmaß! Immer!

Frauen ab 40 neigen zum Mittelmaß. Das findet Dresscode-Beraterin Sabina Wachtel so schrecklich, dass sie jetzt alle Styling-Mythen für Frauen durcheinander wirbelt. Ihr Tipp: Lassen Sie es krachen!

"Ich habe die Vision von lauter Frauen über vierzig, die sich gut fühlen, obwohl oder gerade weil sie über vierzig sind. Sie lassen es krachen, wenn ihnen danach ist. Sie erfinden sich neu, wann immer sie es für richtig halten. Sie sind inspiriert und inspirierend. Edel wie Gold. Schnittig wie ein 911er. Wir Frauen über vierzig funkeln. Wir suchen immer das Besondere. Aber zum Glück führt unsere Suche nicht allzu weit weg. Denn das Besondere finden wir immer in uns selbst!"

Die Frankfurter Dresscode-Beraterin Sabina Wachtel hat genug von Frauen, die mit ihrem 40. Geburtstag zu ergrauen scheinen. Darum hat sie ein Buch geschrieben, O-Ton: "Für alle Frauen, die sich mit 40 plus noch nicht erschießen wollen". Inklusive: Dating-Tipps, Koch-Tipps und Styling-Tipps für die Frauen, die NICHT ab dem 40. Geburtstags als graue Maus herumlaufen wollen. Einige davon stellen wir Ihnen hier vor:

Sabina Wachtel findet: "Was wirklich schräg ist, dass uns mit vierzig plus Mittelmaß aufgezwungen wird, wir sollen darin versinken – mittellange Röcke , mittellange Haare , mittellange Fingernägel, mittellange Mäntel … nicht weit bis zur Mittelohrentzündung, sage ich immer. Also dieses Mittelmaß-Gedöns sollte die Vierzig-plus-Frau mal schön ignorieren! Meine Botschaft ist: Haare zurückschmeißen, Schultern gerade, Blick nach vorn und Gas geben!"

Sabina Wachtel räumt mit Styling-Mythen auf: Beige, grau und dottergelb müssen echt nicht sein!

 

Von wegen lange Haare sind verboten!

Wir könnten Bomben-Ausstrahlungs-Monster werden. Wenn wir uns nicht einreden lassen, dass wir diesen frechen, praktischen Kurzhaarschnitt brauchen oder das ‚Altenblond‘. Beides soll angeblich auf Anhieb jünger machen. Wenn Sie schöne, lange Haare haben, tragen Sie sie bitte weiterhin so! Lassen Sie sich auf keinen Fall aus Ihrem (Haar)Konzept bringen. Jünger werden wir weder durch einen Haarschnitt noch durch eine Haarfarbe und erst recht nicht über die Haarlänge. Wenn wir uns von so etwas irritieren lassen, dann dauert es nicht mehr lang, bis zum Essen auf Rädern. Machen Sie es, wie Sie es wollen. Lang, kurz, wellig, glatt, neue Farbe, keine Farbe. Aber bitte, bitte eines nicht: Tragen Sie niemals zwei Zöpfe . Hier hört die Freundschaft auf.

Nein, blond macht nicht jünger!

Er ist ein Phänomen dieser Blondwahn, ich nenne ihn gern den Ute-Ohoven-Ton, Dotterkopf oder Altenblond. Blond macht angeblich jung. Und deshalb wollen so viele ab vierzig blond werden. Aber Frau Natur hat leider das sexy Blond den wenigsten Menschen in die Wiege gelegt, weshalb so wenige richtig gut damit aussehen. Vierzig-plus-Frauen werden erst grau, dann dotterblond und wenig später unsichtbar! Wenn Sie sich trotzdem nicht vom "erblonden wollen" abbringen lassen, weil Sie sich damit wohler fühlen, dann schneiden Sie Fotos von Dolly Parton aus oder von Heino und Hannelore und sagen Sie dem Friseur: „Solch eine Farbe auf keinen Fall.“ Das Gegenteil geht aber auch nicht. Pechschwarz - das geht nur, wenn man Cher heißt.

Beautymanagement! Lächerlich?

Das waren noch Zeiten als das Wort Beautyfarm groß rauskam. Jetzt müssen wir selbst ran. Aber keine Panik. Aber wichtig ist zu wissen, dass Kaviarcreme mit Gold niemals den gleichen Stellenwert haben wird wie zum Beispiel Haarfärbemittel. Und, dass wir wissen, was wir tun. Eigentlich ganz einfach - zu viel des Guten ist kontraproduktiv und macht alt. Gar nichts? Geht nicht! Mit zwanzig haben wir noch nicht mal ungeschminkt den Müll rausgebracht und jetzt schlottern wir manchmal ganz schön rum. Die Goldschnitte nimmt sich nicht nur Raum und Zeit für Schuhe, sondern auch für eine Foundation und etwas Wimperntusche . Und: ein roter Lippenstift macht immer einen schlanken Fuß. Einfach! Also bitte!

Achten Sie auf Ihre Augenbrauen!

Augenbrauen sind ein wirkliches Indiz für das Alter. Gucken Sie mal den Frauen ab vierzig auf die Augenbrauen. Machen Sie das mal. Kaum eine bekommt diese Partie noch in den Griff. Verzupft, unkontrollierte Härchen, komische Farben oder gar nix. Das ist doch ätzend. Investieren Sie hier wirklich mal ein paar Euro! Lassen sie Ihre Augenbrauen wenigstens ab und zu vom Profi zupfen, damit sie, die Augenbrauen, und SIE in der Spur bleiben. Wir haben doch wirklich schon genug um die Ohren! Da regen wir uns wenigstens über eine Sache weniger auf.

(Grelle) Farben sind kein Tabu.

Im Alter soll ja Beige das neue Schwarz sein, und dann ist es nur noch ein Katzensprung zum beigefarbenen Anorak und den Gesundheitsschuhen. Wer mit zwanzig schon grelle Farben geliebt hat, der weiß auch, wie grell ab vierzig funktioniert. Machen Sie auf keinen Fall schlapp. Wenn Sie immer schon Farben mochten, dann soll das auch so bleiben. Lieber einmal daneben gegriffen, als den beigen Anorak zu kaufen. Zur Not tun es auch bunte Schnürsenkel oder quietschgrüne Strümpfe. Im Detail liegt die Würze.

Nur noch Cashmere und Seide! Im Gegenteil!

Nur 1a-Qualität ist gut und schön, aber nicht immer machbar. Von allem nur das Beste, sprich Teuerste, in Bezug auf Klamotten ist falsch. Der Mix macht es. H&M und Konsorten liefern die Basics, die auch nicht, wie oft behauptet, nach einem Mal waschen aus allen Nähten fliegen. T-Shirts, Hosen, Mäntel, Tanktops - super günstig sind absolut in Ordnung. Eine knackige Jeans , dazu einen tollen Oversize-Pullover gehen immer. Billig mit teuer zu kombinieren, oder generell günstige Kleidung teuer aussehen zu lassen ist die Kunst, die es zu beherrschen gilt. Augen offen halten und zwar überall. Kreativität ist gefragt. Und wirklich auch mal was wagen. Ein tolles günstiges Shirt, was vielleicht nur eine Saison geht. Nehmen und ausprobieren.

Gürtel und Schuhe sollten die gleiche Farbe haben. Falsch!

Ab einem bestimmten Alter, nämlich vierzig, hat gerade der Gürtel nicht mehr in der gleichen Farbe wie die Schuhe zu sein. Ein No Go. Also gern einen orangefarbenen Gürtel zu braunen Boots oder der schwarze Gürtel, zu roten, grünen, blauen etc. Schuhen. Sehr stilvoll: die Farbe des Gürtels mit der Farbe der Tasche abzustimmen. Etwas für den zweiten Blick, aber in der Wirkung enorm. Genau wie die farbigen Schnürsenkel!

Augenmerk auf hochwertige Schuhe und Taschen.

...aber nur kaufen was Schnappatmung verursacht! Damit grenzt man schon ordentlich ein. Mit Hammer-Schuhen, einer richtig guten Tasche sehen Sie in Jeans und einem T-Shirt, einer Bluse , einem Pullover immer gut aus. Umgekehrt funktioniert es leider nicht. Vieles kann man im Übrigen hervorragend mit ausgefallenen Knöpfen upgraden. Da kann man manchen 08/15-Mantel zu einem Augenschmaus herrichten.

Eine Frau - ein Label.

Niedlich für junge Mädchen, für Vierzigjährige völlig daneben: Handtasche, Schminktäschen, Portemonnaie, alles vom gleichen Label. Hat was von: Ich habe sämtliche Versicherungen, die nötig sind, abgeschlossen.

Kurze Röcke und Co.

Der Platzhirsch unter den heimlich gestellten Fragen von Frauen ab 40 lautet: "Geht das noch?“ Machen Sie doch einfach! Wichtig ist, dass Sie gepflegt aussehen, lecker riechen und einen klugen Kopf auf dem Hals sitzen haben. Aber nicht kleckern, klotzen! Wir tragen die kurzen Röcke weiter, wenn uns danach ist. Wir tragen Shorts und Boots und zeigen Dekolleté – vielleicht nicht alles gleichzeitig, aber, wenn doch, dann ohne mit der Wimper zu zucken.

Lieber in die Frisur als in Schmuck investieren.

Noch ein Irrtum. Mist, wo wir ihn uns den Schmuck jetzt vielleicht gerade leisten könnten. Ab vierzig – leider, leider – ist das aber eher kontraproduktiv und zu viel lässt uns ziemlich alt aussehen. Was auch nicht geht ist der zerstreute Look: Hier das Armband, dort ein schmaler Ring, oder noch schlimmer, pro Finger einen, dann noch Kette, Uhr und große Kreolen. Das wirkt hilflos. Generell gilt: Lieber zwei gut platzierte Hingucker (gern auch in der protzigen Variante) als überall so ein bisschen. Lieber einen fetten Ring als vier filigrane. Lieber an einem Arm ein Pfund Armreifen, als zwei schmale Würstchen, die traurig herumbaumeln. Und übrigens - eine Frau, die gar keinen Schmuck trägt, wirkt geheimnisvoll und selbstbewusst. So etwas fällt auf.

Die Uhr - Metapher für vieles: Goldschnitten denken groß!

Was gestern der Armreif war, ist jetzt die Uhr. Aber nicht die zierliche Damenuhr. Die macht ab vierzig eher weniger her. Eine Frau mit einer richtig guten Männeruhr am Arm ist unschlagbar. Das strahlt so was von lässiger Stärke aus und ist immer en vogue. Aber so was von!

Turnschuhe ruinieren jedes Outfit.

Wie unwahr! Nein! Turnschuhe sind nämlich ein Upgrader par excellence! Wenn nix mehr geht, dann gehen immer noch die schrillen Sneakers in allen Farben, die jedes Outfit peppen. Und Frauen über vierzig in Turnschuhen sind sexy, fragen Sie nicht warum. Glauben Sie mir. Achten Sie drauf. Sie sind bestimmt kein Zeichen für „Ich achte nicht auf mein Äußeres' – das Gegenteil ist der Fall. Turnschuhe sind die Metapher für Coolness, Tag und Nacht, Casual und High Fashion, Frankfurt und New York. Und lassen Sie sich nie die Chucks ausreden. Die gehen immer, immer, immer.

Der Ultra-Styling- Tipp für Goldschnitten.

Und ja, Zweifeln, auch ab 40 ist absolut in Ordnung, hat aber weniger mit dem Alter, als mit der Tagesform zu tun. Was heute gut aussieht, kann morgen einfach nicht funktionieren. Aber das Problem hat man auch schon, wenn man jünger ist. Eine Regel, von der viel zu wenig Frauen Gebrauch machen: Frauen ab vierzig können jetzt einiges tragen, egal ob teuer, billig, mit dem sie früher niemanden hinter dem Ofen hergelockt hätten – ein Sweatshirt sieht an uns jetzt ziemlich lässig aus, und mit rotem Lippenstift, einer Lederjacke , einer Jeans und einem Männerhemd sind wir sowieso erste Liga! Wir müssen nicht permanent kaschieren, nicht nötig. Wir kultivieren lieber.

Goldschnitte

Mit einer Liste von Vorteilen und Dingen, die wir erst ab vierzig plus genießen können, aparten Dating-Regeln, den Top-Tipps für all diejenigen, für die Kochen immer noch ein Fremdwort ist, einem Spickzettel für die goldene Handtasche und vielen „Dos“ und „Don'ts“: ISBN: 978-3-453-28525-5 | Diana Verlag

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