Blut - der Schlüssel zur richtigen Diagnose

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Einfach & effektiv

Kaum eine Beschwerde, bei der nicht das Blut untersucht wird. Kein Wunder: Innerliche Entzündungen, Mangelzustände, Gefahren für Herz und Gefäße - all das lässt sich daraus ablesen. Unser Blut versorgt die Organe mit Sauerstoff, bringt Hormone und Botenstoffe an ihren Bestimmungsort, transportiert Abfallstoffe ab, wärmt nebenbei den Körper - und ist dadurch eines der wichtigsten Diagnose-Mittel. Grund genug, einmal die wichtigsten Fragen zu klären.

Was bedeutet meine Blutgruppe?

Eine aktuelle Umfrage ergab: Nur jeder zehnte Deutsche kennt seine Blutgruppe. Sie zu wissen, kann im Notfall die Versorgung mit der richtigen Blutkonserve beschleunigen - denn die Blutgruppen (A, B, 0 oder AB) müssen kompatibel sein. Tipp: Wer Blut spendet, erfährt dabei seine Blutgruppe. Ansonsten kostet die Untersuchung ca. 50 Euro. Neu ist ein Schnell-Test für zu Hause ("Eldon Heim Komplet 2511", ca. 15 Euro, Apotheke).

Was zeigen kleines und großes Blutbild?

Das sogenannte kleine Blutbild liefert Basis-Informationen und dient als wichtige Orientierung bei Infektionen - oder zur Verlaufskontrolle. Es erfasst die Anzahl der weißen Blutzellen und Blutplättchen und gibt Auskunft über die roten Blutkörperchen. Das große Blutbild liefert weitere Informationen, z. B. über verschiedene Unterarten der weißen Blutkörperchen und die Form der roten. Es wird u. a. erstellt, wenn sich im kleinen Blutbild Auffälligkeiten bei den weißen Blutkörperchen zeigen - sowie bei Vergiftungen oder Tumorerkrankungen.

Was kann alles festgestellt werden?

Je nach Bedarf können etwa die Höhe des Cholesterins, die Leberwerte oder die Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen bestimmt werden. Fragen Sie ruhig, was genau getestet wird.

Muss ich nüchtern zur Blutabnahme?

Das kommt darauf an, welche Werte erhoben werden. Geht es um Blutzucker oder Cholesterin, sollten Sie nüchtern kommen - die letzte Mahlzeit sollte mindestens acht Stunden zurückliegen. Andere Untersuchungen (z. B. auf spezielle Antikörper) werden durch die Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst. Erkundigen Sie sich vorab, was bei Ihnen gilt.

Kann ich einige Werte selbst einfordern?

Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn Sie mit bestimmten Symptomen begründen, warum Sie eine gewisse Untersuchung wünschen, wird Ihr Arzt sich sicher nicht sperren. Ohne nachvollziehbare Begründung wird er Ihnen die Leistung jedoch berechnen. Mit spezielleren Fragen (z. B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten , Schwermetallbelastung) sollten Sie sich ohnehin eher an Spezialisten wenden, da der Hausarzt oft nicht tief genug in der Materie eingelesen ist, um zu wissen, welche Parameter untersucht werden müssen. Vielfach sind Heilpraktiker gute Ansprechpartner dafür. Allerdings: Der Besuch dort muss ebenfalls selbst bezahlt werden.

Mangelware Eisen

Ständig müde und kraftlos? Sie frieren selbst im Sommer? Dann kann es gut sein, dass Ihnen Eisen fehlt. Diese Untersuchungen verraten es...

Unser Körper benötigt Eisen, um Blut zu bilden und die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Wer wenig rotes Fleisch isst oder eine starke Regelblutung hat, leidet oft unter einem Mangel. Bei Symptomen wie Energieabfall oder blasser, trockener Haut sollten die Werte gecheckt werden. Der Eisenspiegel schwankt allerdings im Tagesverlauf. Daher werden mehrere Werte gemessen:

Ferritin

Der Eisenwert wird über das Protein Ferritin bestimmt. Es zeigt den Füllzustand der Eisenspeicher an. Bei Frauen sollte er bei 15-50 Mikrogramm/Liter liegen.

Hämoglobin

Dieser Wert zeigt an, wie viel roten Farbstoff das Blut enthält. Sind die Eisenspeicher leer, sinkt er. Der Normwert bei Frauen beträgt etwa 7,5-9,9 Millimol/Liter.

Transferrin

Dieser Wert markiert, wie viel Transporter-Moleküle Eisen tragen. Normal sind hier Werte zwischen 16 und 45 Prozent.

Auffüllen

Je nach Ergebnis steht fest, welches Stadium der Mangel hat. Meist genügt es, eisenreich zu essen (viel Fleisch, Bohnen sowie Vitamin C als Aufnahme-Helfer) und sich mit Eisenpräparaten aufzupäppeln (z. B. "Ferro Sanol Duodenal", Apotheke).

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