Braunes FettgewebeBraunes Fett als Fettkiller

braunes fett als fettkiller
Je mehr braunes Fettgewebe wir haben, umso besser.
Foto: Thinkstock

Warum ich gerne mehr braune Fettzellen hätte: Im Gegensatz zu weißem Fettgewebe sorgt es nicht für die lästigen Pölsterchen auf den Hüften, sondern hilft sogar dagegen.

Ob mit Radikaldiäten , Diätpillen oder anderen vermeintlich schlank machenden Wundermitteln – im Kampf gegen überflüssige Pfunde ist vielen Menschen jedes Mittel recht. Leider garantieren diese nicht immer Erfolg. Die Ergebnisse einer amerikanischen Studie könnten möglicherweise ein viel versprechender Ansatz für eine neue Therapieform zur Behandlung von Übergewicht sein, schreiben die Forscher im „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).

Fett gegen Fett: Braune Fettzellen könnten im Kampf gegen Übergewicht helfen

In Versuchen an Mäusen haben die Forscher um Yu-Hua Tseng vom Joslin Diabetes Center der Harvard Medical School in Boston in Fettgewebe und Skelettmuskulatur der Nager Vorläuferzellen entdeckt, die nach Zugabe des Proteins BMP-7 Eigenschaften von braunem Fettgewebe annahmen. Kaum wurden die Zellen wieder in die Tiere injiziert, verwandelten sie sich in braune Fettzellen. Ebenso ließen sich auch Vorläufer von braunen Fettzellen in menschlichem Fettgewebe durch BMP-7 aktivieren. Für Menschen, die krankheitsbedingt oder aufgrund genetischer Vorbelastung unter Übergewicht leiden, könnte dies ein vielversprechender Ansatz sein, so Studienleiterin Tseng.

In einer neueren Studie, die von Forschern ddes Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen der Universität Leipzig durchgeführt wurde, testeten Wissenschaftler erfolgreich einen Wirkstoff, der braune Fettzellen aktivieren kann. Außerdem konnten einige Zellen in beiges Fettgewebe umgewandelt werden. Dieses unterstützt ebenfalls den Kampf gegen die Kilos.

Spannend: Mithilfe dieser Lebensmittel kannst du die Produktion von beigen Fettzellen steigern

Der Unterschied zwischem weißem und braunem Fettgewebe

Wie frühere Untersuchungen gezeigt haben, hat braunes Fettgewebe genau die gegensetzliche Wirkung herkömmlicher Fettzellen. Statt überflüssige Kalorien zu speichern, wandelt es Energie in Wärme um. Braunes Fettgewebe produziert 300 Mal mehr Wärme als jede andere Gewebeart. 

Aber wie funktioniert das? Ganz einfach: Braune Fettzellen enthalten viele Mitchondrien, die wie kleine Kraftwerke Einfachzucker und Fettsäuren verbrennen und dadurch Wärme erzeugen. Die durchschnittlichen 50 Gramm braunes Fettgewebe könnten pro Tag etwa 20 Prozent der aufgenommenen Kalorien verbrennen.

Video: So kannst du gesund abnehmen

 

Wo sitzt braunes Fett?

Das kalorienverbrennende Gewebe sitzt meist im Nacken und/oder im Bereich der Wirbeäsäule. Manche Menschen besitzen wenig bis gar keine Depots des „guten“ Fetts, sie neigen eher zu Fettleibigkeit.

Als Säuglinge besitzen wir alle am meisten braunes Fettgewebe. Denn in dieser Zeit unseres Lebens brauchen es, um uns zu wärmen. Mit der Zeit werden es jedoch immer weniger braune Fettzellen. Im Durchschnitt haben erwachsene Menschen noch etwa 50 Gramm braunes Fettgewebe. Frauen besitzen in den meisten Fällen mehr als Männer.

Braunes Fettgewebe aktivieren: So geht es

Von einem Wirkstoff, der die braunen Fettzellen ankurbeln soll, haben wir bereits gehört. Auch Kältetherapie soll die Zellen wachrütteln. Allerdings kannst du dein braunes Fettgewebe ebenso durch Sport in Gang bringen. Die Bewegung bewirkt das ein bestimmtes Hormon gebildet wird, dass wiederum de Umwandlung von weißem Fett in braunes Fett bewirken soll. Schon ein Spaziergang kann den Umwandlungsprozess aktivieren.

Kategorien: